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Kritik an der Informationspolitik der Stadt: Parlament beschließt: Altpapiercontainer kommen in die Tonne

Von Es kam, wie es kommen musste: Das Parlament hat sich dafür ausgesprochen, dass Altpapier künftig zu Hause gesammelt wird - oder am Betriebshof abgegeben muss. Grüne und BLB sind enttäuscht.
Symbolbild Foto: imago stock&people Symbolbild
Bad Homburg. 

Die Fraktionschefs der Grünen, Daniela Kraft, und der BLB, Armin Johnert, waren einfach nicht zu überzeugen. Beide blieben sie bei ihrer Meinung, an den flächendeckend aufgestellten Altpapiercontainern festhalten zu wollen. Kraft sieht in der fußläufigen Entfernung zum Container einen Bürgerservice und verwies darauf, dass es auch Bürger gebe, die keine blaue Tonne vor der Haustür haben wollen oder können. Zudem sei es für kleinere Haushalte schwierig, größere Kartonagen zu sammeln.

Johnert sprach am Donnerstagabend im Parlament von einer „Umerziehung“ im Geiste des Sozialismus. „Das kommt bei den Bürgern nicht gut an“, mahnte er. Zudem ist der BLB-Fraktionschef überzeugt, dass es auch weiterhin Bürger geben werde, die ihr Altpapier an den dann nicht mehr vorhandenen Wertstoffstationen abstellen würden – was sicher nicht zu einem schöneren Erscheinungsbild der Stadt beitragen werde.

Glas unter die Erde

Dass alle Kritik und alle gegen die Abschaffung der Altpapiercontainer vorgebrachten Argumente nichts bringen würden, war zu diesem Zeitpunkt bereits klar. Denn zuvor hatten sich mit Elke Barth (SPD) und Oliver Jedynak (CDU) bereits Vertreter der Koalition dafür ausgesprochen, die Container zu entsorgen. Keine leichte Entscheidung sei das gewesen, so der CDU-Fraktionschef. Doch am Ende habe mehr für diese Variante gesprochen, die ja auch vorsieht, dass die Glascontainer unter die Erde verbannt werden. „Was bringt es uns, wenn wir Glas in Unterflurcontainer sammeln und oben stehen immer noch Papiercontainer?“, fragte Jedynak. Er lobte die Anstrengungen des Betriebshofs, die Altpapierentsorgung für den Bürger noch immer möglichst bequem zu gestalten.

Symbolbild
Altpapiercontainer werden abgebaut Kommentar: Eine gute Lösug

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Die SPD-Chefin arbeitete sich vor allem an der BLB ab, die wohl eher aus Prinzip gegen die Abschaffung der Container sei. Im Gegensatz zu Johnert ist sie sich sicher: „Die Empörung kommt schnell zum Erliegen.“ Sie sieht in der hitzigen Debatte vor allem eine „typische Bad Homburger Lokalposse“.

Auch Philipp Herbold nannte die Kritik der Opposition einen „Krimskramsladen an merkwürdigen Gründen“. Seine FDP hatte den Stein mit dem Antrag, die Wertstoffstationen unter die Erde zu verlegen, seinerzeit ins Rollen gebracht. Jetzt sei man auch ein wenig stolz darauf, die Früchte zu ernten. Peter Braun traute sich, den Finger in eine andere Wunde zu legen: „Auch Bürgerservice hat seine Grenzen.“ Und die neue Regelung sei auch keine Zumutung. „Es ist auch nicht mehr so viel Geld wie früher vorhanden“, sagte der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher.

Viele Neubestellungen

Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) wies darauf hin, dass zusätzlich zur bereits vorhandenen 70-prozentigen Haushaltsabdeckung eine große Nachfrage nach blauen Tonnen eingesetzt habe. 76 Mal sei bereits die neue 120-Liter-, 144 Mal die 240-Liter und 23 Mal die 1100-Liter-Tonne bestellt worden. „Zudem haben wir etliche positive Rückmeldungen bekommen“, so Krug weiter. Vielen Bürgern sei gar nicht bewusst gewesen, dass die blaue Tonne keine Kosten verursacht habe oder dass man die Tonne auch gemeinsam mit den Nachbarn nutzen könne.

Information So wird künftig Altpapier entsorgt

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Kritik von allen Seiten hagelte es übrigens an der Informationspolitik der Stadt beziehungsweise des Betriebshofs. „Ein wenig holprig“ sei der Start gewesen, so Jedynak. Auch Barth bezeichnete den Übergang als „ruppig“, und bei der FDP ist man überzeugt, dass man besser hätte kommunizieren können. Krug gestand ein: „Wir sind überrollt worden.“ Doch im Anschluss habe der Betriebshof schnell reagiert. Dass nun schon zum 1. Oktober die 14-tägige Leerung der blauen Tonne eingeführt werde, sei schon sehr positiv zu bewerten. Für die Abschaffung stimmten CDU, SPD, FDP und Peter Braun, dagegen BLB, Grüne und Reps. Die Linke, die AfD und Peter Münch enthielten sich.

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