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Taunus: Prema-Fackeln brennen in der ganzen Welt

Von Jeder kennt die Bilder von lodernden Fackeln an Raffinerien, Pipelines oder anderen Industrieanlagen in aller Welt. Doch kaum jemand weiß, dass die Anlagen in Bad Homburg gefertigt werden – in Einzelanfertigung und industriellem Handwerk.
Industriemechaniker Knut Geßner montiert ein Tankrührwerk. Betriebsleiter Achim Schalk ist zufrieden mit der Arbeit. Bilder > Foto: Pieren Industriemechaniker Knut Geßner montiert ein Tankrührwerk. Betriebsleiter Achim Schalk ist zufrieden mit der Arbeit.
Bad Homburg. 

Stickstoff-Emissionen, Dieselskandal, Erderwärmung, Treibhausgase – die Liste der Schlagwörter aus den Nachrichten ließe sich beliebig verlängern. Die Notwendigkeit im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes Erfolge zu erzielen, ist – fast überall – unbestritten.

Ohne die Produkte, die bei der Prema Service GmbH in Bad Homburg gefertigt werden, hätten die globalen Unternehmen der chemischen Großindustrie, die Stahlerzeuger und die Öl- und Gaskonzerne ein Problem.

„Wir sind marktführend bei der Herstellung von Fackelanlagen zur raucharmen Beseitigung von brennbaren Gasen“, sagt Prema-Geschäftsführerin Ulrike Walter-Blum. „Unsere Produkte halten die Umwelt sauber.“

Gerade erst im vergangenen Jahr verließ eine in Bad Homburg gefertigte Gasfackel samt Anlage – freilich in Einzelteile zerlegt – auf Schwertransportern die Produktionshalle in der Urseler Straße in Richtung Ruhrgebiet. Auf dem weitläufigen Areal eines Stahlwerkes in Bottrop wurde das Ungetüm am Rande einer Kokerei aufgestellt.

Gase verbrennen

„In der Anlage werden schädliche Gase verbrannt, damit keine giftigen Nebenprodukte in die Umwelt gelangen“, sagt die 59-Jährige. Die eigentliche Fackel wurde aus Sicherheitsgründen in einer zylinderförmigen Hülle „umhaust“. Auf der Liste der weltweit ansässigen Kunden stehen alle namhaften Konzerne der Chemie- und Energiebranche.

So global verteilt die Einsatzorte der Produkte made in Bad Homburg sind, so familiär und auch unscheinbar wirkt die Produktionshalle der Prema Service GmbH. Zwischen hohen Regalsystemen stehen einzelne Werkbänke. An einer baut Industriemechaniker Knut Geßner aus Wehrheim mit einem überdimensionierten Schraubenschlüssel ein Stahlgehäuse zusammen.

„Neben den Industriefackeln produzieren wir auch Tankrührwerke, die in der chemischen und petrochemischen Industrie sowie in Raffinerien und der Abwasseraufbereitung eingesetzt werden“, erläutert die Geschäftsführerin. „Mit ihnen können flüssige Stoffe in Lager- und Öltanks gerührt werden, damit sich keine Sedimente ablagern.“

Keine Roboter

Den Besucher in der hohen Werkshalle überrascht die Ruhe und Überschaubarkeit: Keine Roboter, keine Produktionsstraßen, kein digitaler Takt und keine Akkordarbeit bestimmen das Bild, sondern konzentrierte Geschäftigkeit. „Wir sind eigentlich ein industrieller Handwerksbetrieb. Wir erhalten Einzelaufträge und haben keine Serienfertigung“, sagt die Chefin. „Die Digitalisierung spielt in unserer Produktion keine Rolle.“

Statt computergesteuerter CNC-Fräsen sind hier Menschen, Facharbeiter und Meister ihres Fachs gefragt, die Schrauben per Hand festziehen können. Bei Prema bleibt das handwerkliche Knowhow entscheidend.

Bei der Arbeit der Ingenieure in der Entwicklung sind CAD und IT-Software natürlich nicht wegzudenken. „Unsere Mitarbeiter in der Entwicklung erstellen individuelle Konstruktionspläne je nach Bedarf des Unternehmens“, erläutert Ulrike Walter-Blum. In der Produktionshalle werden maximal zwei Aufträge parallel realisiert. Nach vier bis fünf Monaten Produktionszeit kann eine Fackel dann ausgeliefert und beim Kunden montiert werden. Mitarbeiter des Unternehmens müssen dann auch in den Irak oder in die Golfregion reisen, um die Montage eines Endproduktes vor Ort zu überwachen.

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