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International Montessori School: Rims wird „Life School Frankfurt“ und will bald das „International Baccalaureate“ anbieten

Die Rhein-Main International Montessori School (Rims) heißt ab sofort Life School Frankfurt. Jetzt fand eine symbolische Übergabe der Schule statt. Das neue Konzept soll vor allem die Mittel- und bald auch die Oberstufe attraktiver machen.
Hans-Peter Dahlmann, Christa Elze und Marie-Luise Stoll-Steffan (rechts) bei der offiziellen Übergabe der Rims an die Life School Frankfurt. Hans-Peter Dahlmann, Christa Elze und Marie-Luise Stoll-Steffan (rechts) bei der offiziellen Übergabe der Rims an die Life School Frankfurt.
Friedrichsdorf. 

Nahtlos schließt eine Ära an die andere an: Aus der Rhein-Main International Montessori School (Rims) ist die Life School Frankfurt (LSF) geworden. Bei einem Sommerfest wurde offiziell die alte Schule verabschiedet, dabei der zehn Jahre Schulgeschichte gedacht und die LSF feierlich begrüßt.

Gymnasialschüler setzten sich in einem selbst komponierten Song mit der Änderung auseinander: Sie brachten auf den Punkt, dass es die Schüler sind, die die Schule mit Leben füllen: „Der Name (Life School) ist Programm, wir lernen hier fürs Leben“, sangen sie und erinnerten sogar an den Werbetext aus den 1990er Jahren: „Sonst ändert sich nix – ähnlich wie bei Twix.“ Doch ändert sich wirklich nichts? Von einer „Rückbesinnung auf ursprüngliche Pläne“ sprach Rims-Schulleiterin Christa Elze. Ursprünglich sollte die Pädagogik von Maria Montessori nach den Regeln des internationalen Verbandes AMI (Association Montessori Internationale) auch für das Gymnasium von der fünften Klasse an umgesetzt werden.

Info: Aus der Anfangszeit der Rims

Eine Gruppe engagierter Eltern – allen voran Ingrid und Felix von Walderdorff – haben sich vor gut zwölf Jahren dem Vorhaben gestellt, eine Montessori-Schule in Friedrichsdorf zu errichten.

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Als einen „bundesweit einzigartigen Versuch“, bezeichnete Dr. Marie-Luise Stoll-Steffan das Vorhaben der Eltern, eine Montessori-Schule auch für die Mittelstufe zu etablieren. Sie räumte aber ein: „Ein Montessori-gesteuertes Programm in der Basis ist sehr gut“, denn sowohl die Casa, der Kindergarten, als auch die bilinguale Grundschule liefen vorbildlich. Lehrer in Ausbildung würden mehrmals im Jahr von Studienseminaren aus und dem AMI-Trainingszentrum in Bergamo zum Hospitieren nach Friedrichsdorf geschickt.

Stoll-Steffan ist Expertin im Aufbau von international ausgerichteten Schulen und darüber hinaus die Begründerin des Life-School-Konzepts. Vor über zehn Jahren war sie am Ausbau der „Internationalen Schule Frankfurt (ISF)“ in Sindlingen beteiligt, hat noch zahlreiche weitere Privatschulen mit internationaler Ausrichtung bundesweit betreut unlängst eine Schule in Lausanne (Schweiz) eröffnet. Künftig wird die bisherige Rims von ihrer Expertise profitieren. „Ich möchte die Internationalität weiter ausbauen“, knüpfte Stoll-Steffan an Elzes Aussage an, wieder an den Anfang zurückzukehren.

Die Internationalität war bei der Gründung der Rims vor über zehn Jahren ebenfalls Thema. Englisch wird an der LSF zwar künftig Unterrichtssprache sein – die deutsche Sprache soll dennoch nicht verdrängt werden, weil sich das Schulprogramm sowohl an internationale wie auch an deutsche Schüler richtet: „Deutsch wird auf hohem Niveau unterrichtet“, so Stoll-Steffan.

 

Lernen durch Erfahrung

 

Ihr Lehrkonzept solle die LSF von anderen international ausgerichteten Schulen in der Umgebung abgrenzen. Das Life-School-Konzept sei ein „ganzheitlicher Lehransatz“, in dessen Zentrum „das fächerübergreifende und interessengeleitete Lernen in Teams“ stehe. Darunter fallen beispielsweise das „Lernen durch Erfahrung“, ein Ansatz, bei dem es ähnlich wie in der Montessori-Pädagogik im Kern um selbstbestimmtes und eigenmotiviertes Lernen geht. Die Schüler stellen sich der Herausforderung, Fragestellungen eigenständig zu ergründen, zu verstehen und zu erklären angetrieben nur durch ihren inneren Wissensdrang. Sie arbeiten dabei in kleinen Gruppen und vor allem verlassen sie den Klassenraum. Dafür sind unter anderem Kooperationspartner notwendig. Hier sei die Goethe-Universität Frankfurt als möglicher Partner im Gespräch.

Dass die Rims „eine gute Basis“ habe, versicherte Stoll-Steffan: „Eine rege Elternschaft und ein eingespieltes Kollegium“, eine solide Grundlage eben, um die Schule erfolgreich umzustrukturieren. Die Schüler werden die LSF nach der zehnten Klasse mit dem Cambridge-Examen, vergleichbar mit dem Realschulabschluss, verlassen können, oder nach der zwölften Klasse mit dem „International Baccalaureate (IB)“. Der Vorteil des IB: Der Abschluss, vergleichbar mit dem deutschen Abitur, ist weltweit anerkannt und ermöglicht den Zugang zu Universitäten, „auch in Deutschland“. Stoll-Steffan möchte auch das Gebührensystem „sozial verträglicher“ gestalten. Das Schulgeld werde sich nach dem Gehalt der Eltern richten.

Einen kleinen Ausblick präsentierte sie zudem: Gern wolle sie ein internationales Netzwerk mit anderen Schulen weltweit schaffen, zum Beispiel mit der „International School of Beijing“ (China). Sie wolle Austauschprojekte organisieren und dem Wunsch einiger Schüler nachkommen, im Ausland zu lernen. Der Geschäftsführer der LSF, Hans-Peter Dahlmann, sprach davon, dass er sich „die baulichen Erweiterungen auf die Fahne“ geschrieben hat. Ihm schwebe ein „internationaler Campus, der vielfältige sportliche Angebote und Entwicklungsmöglichkeiten bietet“ vor. Was genau schiefgelaufen sei in der Rims? Eine Herausforderung sei „die Umsetzung der Lehrpläne zur Vorbereitung auf das deutsche Abitur entlang der Ziele der AMI-Pädagogik“ gewesen, vermutete Stoll-Steffan. Zudem habe es auch an Fachpersonal in der Oberstufe gefehlt. Dennoch: „Bei den vieldiskutierten Abiturergebnissen des vorigen Jahres blieben leider die vielen erfolgreichen Abiturienten des externen Abiturs der vergangenen fünf Jahre unerwähnt“, kritisierte das (Noch)-Vorstandsmitglied der Rims, Anja Albertini-Coles. Es habe Abgänger mit sehr erfolgreichen Abschlüssen gegeben und Absolventen, die im naturwissenschaftlichen Bereich mit Preisen ausgezeichnet worden seien.

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