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Alte Schule: Ruine der Philipp-Reis-Schule bleibt noch bis Dezember stehen

Der Schandfleck alte Philipp-Reis-Schule bleibt noch das ganze Jahr über am Hohen Weg stehen. Die Verhandlungen mit Kreis und Investor über einen früheren Abriss sind gescheitert.
Das frühere Gebäude der Philipp-Reis-Schule steht seit Jahren leer und verkommt mehr und mehr. Das frühere Gebäude der Philipp-Reis-Schule steht seit Jahren leer und verkommt mehr und mehr.
Friedrichsdorf. 

Schlechte Nachrichten in Sachen alte Philipp-Reis-Schule: Die maroden Schulgebäude im Hohen Weg werden voraussichtlich noch das ganze Jahr über stehen bleiben und vor sich hin gammeln. Der Versuch von Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne), den Investor und den Hochtaunuskreis davon zu überzeugen, die Gebäude schon Anfang des Jahres abzureißen, hatte nicht den gewünschten Erfolg, berichtete der Rathauschef dieser Zeitung.

Im vorigen November hatte die Sache noch anders ausgesehen. Da hatte Burghardt mit dem Investor, der BPD Immobilienentwicklung GmbH, und dem Hochtaunuskreis, der noch Eigentümer von Grundstück und Gebäuden ist, über einen vorzeitigen Abriss verhandelt.

Das Problem ist nämlich: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan kann laut Burghardt frühestens im Juni vom Stadtparlament verabschiedet werden. Der Satzungsbeschluss könne dann im November folgen. „Bevor die Satzung in Kraft treten kann, muss dann noch die vierwöchige Widerspruchsfrist abgewartet werden.“ Der Kaufvertrag für das Grundstück, den der Investor mit dem Kreis geschlossen hat, wird aber erst gültig, wenn der Bebauungsplan (B-Plan) in Kraft getreten ist. Erst dann hat der Investor Rechtssicherheit. Reißt er die Ruinen vorher ab, besteht für ihn das Risiko dass er am Ende womöglich gar nicht bauen darf und auch noch auf den Abrisskosten sitzen bleibt.

Burghardt hatte daher vorgeschlagen, dass der Hochtaunuskreis dem Investor eine Art Ausfallgarantie gibt. Das Risiko sei gering gewesen. Burghardt hatte erklärt, dass im Stadtparlament kein Widerstand gegen den B-Plan zu erwarten sei. Der Vorteil für den Hochtaunuskreis: Es würden keine Sicherungskosten mehr für die alten Gebäude anfallen.

In der Vergangenheit sind immer wieder Unbekannte eingedrungen, haben die Gebäude beschädigt und sogar Feuer gelegt. Auch die BPD hätte Vorteile von einem früheren Abriss gehabt. Der Investor müsste dann das gerade noch gültige Artenschutzgutachten nicht mehr überarbeiten, hatte Burghardt erklärt. Denn diese Gutachten gelten nur fünf Jahre.

28 neue Häuser

Schon Anfang 2012 ist die Philipp-Reis-Schule (PRS) in den Neubau an der Färberstraße gezogen. Seitdem verkommen die alten Schulgebäude am Hohen Weg von Jahr zu Jahr immer mehr. Auf dem 33 000 Quadratmeter großen Gelände mit dem Namen „Hoher Weg – Süd“ sollen – wenn die Schulgebäude weg sind – rund 112 Wohneinheiten für etwa 260 Menschen entstehen. Geplant sind 15 Einfamilien-, zwei Doppelhäuser, acht Reihenhäuser und drei Mehrfamilienhäuser.

Die Sache mit der Mauer

Eine größere Verzögerung im Bebauungsplanverfahren gab es vor rund einem Jahr, als plötzlich bekannt wurde, dass die Bewohner des neuen Stadtviertels laut Gesetz vor dem Lärm des direkt benachbarten Freibades geschützt werden müssten. Eine acht Meter hohe und 50 Meter lange Mauer sollte quer durchs Schwimmbad gezogen werden, um die größte Lärmquelle, das Spaßbecken, abzuschirmen.

Die Friedrichsdorfer Stadtverordneten waren entsetzt. Auch die Alternative, eine 16 Meter hohe Mauer rund um das Schwimmbad herum fand keine Gegenliebe. Zum Glück für die Friedrichsdorfer jedoch änderte sich einige Wochen später die Gesetzeslage. Der Bundestag hatte den Lärmschutz gelockert – und die monströse Mauer war erledigt. Stattdessen sollen die künftigen Wohnhäuser nun auf ihrer Südseite (sie ist dem Schwimmbad zugewandt) zum Lärmschutz mit speziellen Fenstern und verglasten Balkonen ausgestattet werden.

Gebaut werden können die neuen Häuser aber jetzt frühestens 2019. Der Abriss der alten PRS-Gebäude sei nach derzeitigem Stand erst im kommenden Dezember möglich, so Burghardt.

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