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Verlängerung frühestens Ende 2022 abgeschlossen: S5 nach Usingen hat Verspätung

Von Der Start des S-Bahnbetriebs ins Usinger Land wird sich um mindestens drei Jahre auf den Fahrplanwechsel 2022/2023 verschieben. Das bestätigt der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV auf TZ-Anfrage.
Bis mindestens Dezember 2022 müssen RMV-Kunden, die aus Frankfurt in Richtung Usinger Land fahren, in Bad Homburg aus der S5 in die Taunusbahn umsteigen. Foto: Pieren Foto: Pieren Bis mindestens Dezember 2022 müssen RMV-Kunden, die aus Frankfurt in Richtung Usinger Land fahren, in Bad Homburg aus der S5 in die Taunusbahn umsteigen. Foto: Pieren
Bad Homburg. 

„Achtung Reisende der S5 nach Usingen. Wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten verspätet sich die S-Bahn um mindestens drei Jahre!“ Freilich ist das keine Lautsprecherdurchsage an den Bahngleisen der S-Bahn-Station Konstablerwache – vielmehr das Ergebnis von TZ-Recherchen.

Beim Kreistagsbeschluss vor zwei Jahren war man noch von einer Inbetriebnahme der verlängerten S5 bis Usingen zum Fahrplanwechsel 2019/ 2020 ausgegangen. Der RMV hat auf Anfrage nun bestätigt, dass der Betrieb frühestens im Dezember 2022 aufgenommen werden kann.

Ein Grund: Der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) hat als Eigentümer der Strecke die dafür notwendigen Arbeiten zur Elektrifizierung noch nicht ausgeschrieben, bislang fehlen auch die Voraussetzungen. „2018 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen“, teilt dazu Andrea Nagell, Sprecherin des Hochtaunuskreises, mit.

Noch viele offene Baustellen bis zur ersten Abfahrt

Die Verzögerung in Sachen „S5-Ausbau“ hat ihre Ursache nicht nur im Taunus. Der RMV gibt auf Nachfrage noch andere, betriebstechnische Gründe an.

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Die bislang nicht kommunizierte Verzögerung hatte sich schon bei der Lektüre eines aktuellen Papiers des Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums angedeutet. In den im Mai 2017 veröffentlichten „Projektblättern Nah- und Fernverkehr“ sind alle aktuellen großen Schienenbauprojekte von RMV und DB im Rhein-Main-Gebiet aufgelistet – die Elektrifizierung der Taunusbahn fehlt jedoch. „Wir haben dieses Projekt nicht erwähnt, weil uns offiziell nicht bekannt ist, ob sich das Vorhaben in der konkreten Planung befindet“, so die Antwort von Pressesprecher Wolfgang Harms aus dem Verkehrsministerium.

Neue Schätzung nötig

Aber warum stockt die Planung? „Die Gremien des VHT und der Kreistag haben eine Elektrifizierung der Taunusbahn in einem zweiten Schritt bis Grävenwiesbach beschlossen. Deshalb wurde eine zweite Kosten-Nutzen-Untersuchung (NKU) nötig, die wir gemeinsam mit dem RMV in Auftrag gegeben haben“, teilt Nagell dazu mit. Dadurch habe der Zeitplan verändert werden müssen. Der Schlussbericht der zweiten NKU sei im ersten Quartal 2017 vorgelegt worden.

In diesem Zusammenhang habe sich gezeigt, dass für einen stabilen S-Bahn-Betrieb bis Grävenwiesbach zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen notwendig werden. Neben dem bereits öffentlich diskutierten doppelgleisigen Ausbau des Gleisabschnittes von der Haltestelle Saalburg /Lochmühle bis zum Bahnhof Wehrheim seien noch andere Baumaßnahmen nötig.

Ein der TZ vorliegendes Papier aus der VHT-Verbandsversammlung dokumentiert die damit verbundene Verdopplung der ursprünglich geplanten Kosten für das Gesamtprojekt. War beim Kreistagsbeschluss im Mai 2015 noch von Gesamtkosten in Höhe von 24 Millionen Euro (Anteil Hochtaunuskreis 7,6 Millionen Euro) so haben sich die Gesamtkosten durch die notwendigen zusätzlichen Baumaßnahmen auf mittlerweile 47,525 Millionen Euro verdoppelt (Anteil Hochtaunuskreis 16,341 Millionen Euro).

Der zweigleisige Ausbau des Wehrheimer Streckenabschnittes schlägt dabei mit 6,1 Millionen Euro zu Buche, der Bau eines dritten Bahnsteiges in Usingen mit zwei Millionen Euro. Der dickste Brocken aber ist der Bau eines notwendigen neuen elektronischen Stellwerks für den S-Bahnbetrieb in Usingen für 10 Millionen Euro. Die Positionen waren 2015 in der Vorlage zum Kreistagsbeschluss noch nicht enthalten.

Inwieweit die ebenfalls auf sich wartende Verlängerung der U2 vom derzeitigen Endbahnhof in Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof bei dem Projekt eine Rolle spielt, ist nicht ganz klar. Allerdings gibt es durchaus Wechselbeziehungen zwischen den beiden Bahnprojekten.

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