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Apfeltag lockt Groß und Klein: Saftig, süß und so gesund

Von Der Stoff, mit dem sich Michael Korwisi bislang täglich herumschlagen musste, war oft schwerer verdaulich als der, um den sich der seit vergangener Woche im Ruhestand befindliche Ex-OB wieder mehr kümmern kann, wobei: Stoff ist zu viel gesagt, es geht ums „Stöffche“.
Vor dem Keltern müssen die Äpfel gewaschen werden. Elissa (7), Leonie (8), Melina (5) und Pauline (5) (von links) machen es vor. Foto: Heiko Rhode Vor dem Keltern müssen die Äpfel gewaschen werden. Elissa (7), Leonie (8), Melina (5) und Pauline (5) (von links) machen es vor.
Bad Homburg. 

Bisher sah man Michael Korwisi meist im Anzug. Klar, als OB trägt man den gedeckten Zweiteiler sozusagen von Amts wegen, weil alle um ihn herum es auch tun. Die „Uniform“, in der man ihn am Sonntag beim 10. Bad Homburger Apfeltag jedoch sah, war grün, so grün wie das T-Shirt der Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld (IKF) nun mal ist.

Korwisi, bekennender Hobbykelterer, ist IKF-Gründungsmitglied und fühlte sich im Kreis der bei spätsommerlicher Sonne zahlreich erschienenen Festbesucher sichtlich wohl. Entspannt äußerte der Ex-OB die Erwartung, dass die Apfelbäume auf seinen Ländereien heuer wohl um die 100 Zentner abwerfen dürften, was bei 35 Litern pro Zentnern, da ist er immer noch ganz Zahlenmensch, 3500 Liter wären – günstigstenfalls Apfelwein – pro Tag also zehn Liter, aber so viel Zeit möchte Korwisi dann doch nicht in sein Hobby investieren.

Doch vor den Trunk haben die Götter den Schweiß gesetzt: Dienstag beginnt Michael Korwisi mit der Lese!

Seit zehn Jahren veranstaltet die Stadt Bad Homburg unter Federführung ihres Grünflächenamtes im Frühherbst den Apfeltag. Erklärtes Ziel ist es, so berichten Claudia Richter und Holger Fröhlich, die kurstädtischen Streuobstwiesen vor Verwilderung zu schützen und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Streuobstwiesen nicht nur Äpfel zum Essen und Vergären bringen, sondern auch Heimstatt für selten gewordenes, wenn nicht sogar auf der Roten Liste geführtes Getier sind. Das Interesse sei sehr gut, sagen beide, pausenlos Info-Material ausgebend. Am städtischen Stand erhältlich war aber auch Flatterband mit der Aufschrift „Kommt der Apfelklauer, wird der Bauer sauer“. In der Tat, obwohl in Bad Homburg nicht unbedingt die Ärmsten der Armen wohnen, komme es immer wieder vor, dass „direkt vom Baum geklaut“ wird. Das Flatterband helfe da schon ein bisschen, meint Fröhlich.

Viel Besuch in seinem Zelt hatte auch der Pomologe Werner Nussbaumer aus der Wetterau. Apfelfreunde kamen zu ihm, um Sorten bestimmen zu lassen, aber auch um zu erfahren, welche Apfelsorten sich auf der Streuobstwiese ergänzen. 2500 gibt es, mindestens. 300 kennt Nussbaumer. Er ist ein Fan sogenannter alter Sorten. Was man im Supermarkt kaufen könne, sei größtenteils „Zuckerwasser in der Schale“, alte Sorten aber begeisterten mit Aroma, etwa „Schieblers Taubenapfel mit der Bananennote“, oder der „Prinzenapfel“, der leicht nach Muskat schmeckt.

Natürlich wurde beim Apfeltag auch gekeltert und der dabei gewonnene „Süße“ gleich vor Ort verkostet. Beim BUND stand Hobbykelterer Karl Knappitsch an der Handpresse. Er verstand sich nicht nur aufs Pressen, sondern gab auch Ratschläge. Etwa, wie man Apfelsaft kocht: bei 80 Grad Celsius kochen, auf 30 Grad Celsius abkühlen lassen, in Gläser füllen, fest verschließen und auf den Kopf stellen. Dadurch entsteht Unterdruck, der den Saft haltbar macht.

Nebenan auf der Wiese konnten die Kinder ihren eigenen Süßen herstellen, mussten dafür die Äpfel erst lesen, klein schneiden, raspeln und pressen. Mit dabei war natürlich auch die IKF mit Blechkuchen und Apfelgelee. Sie hat übrigens kommendes Wochenende am Kirdorfer Kreuz ihr traditionelles Kelterfest.

Die Hegegemeinschaft Ober-Eschbach grillte, beim Imkerverein Hochtaunus gab es Honig, der NABU informierte über die Pflege der Natur, Schäfer Heiko Berbalk bot Leckeres vom Lamm, und auch der Verein Landschaftsschutz Platzenberg informierte über seine Arbeit. Volles Programm also – und das kam bei den vielen Besuchern richtig gut an.

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