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Künstlergruppe: Schönheit, die im Vergehen liegt

Die Mitglieder der Künstlergruppe Glashütten boten gemeinsam mit Gastausstellern bei ihrer jährlichen Ausstellung dem Publikum Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen über Kunst und ihre Wirkung.
Auch Henri Lyachenko gehört zu den Künstlern, die ihre Werke im Bürgerhaus der Öffentlichkeit vorstellen. Foto: Jochen Reichwein Auch Henri Lyachenko gehört zu den Künstlern, die ihre Werke im Bürgerhaus der Öffentlichkeit vorstellen.
Glashütten. 

Das mit dem lebenslangen Lernen nimmt er ernst: Hans-Jürgen Schmitt, Gründungsmitglied des Künstlerkreises Glashütten, schreibt gerade an seiner zweiten Dissertation im Fach Archäologie beziehungsweise Archäometrie und nutzt dies ausgiebig für die Kunst. Eine klassische Win-win-Situation, denn seine Dissertation beschäftigt sich mit den Töpfereitechniken der Maya und belegte dafür einen Polarisationsmikroskop-Kurs. Die dabei gewonnenen Bilder, etwa von Tonfunden aus Mexiko, die er kürzlich bekommen hat, verwandelt er so in schillernde Kunstwerke. „Chloritfizierter Biotit mit Helos“ heißt so ein Kunstwerk dann, „Helos“ meint Einschlüsse von Uran, die im Bild gut zu erkennen sind.

Wahnsinn des Krieges

Nicht ganz so wissenschaftsbasiert ist das Bild darunter: Hündin Dolly hat ihr Spielseil durch Fingerfarbe gezogen und ein bemerkenswertes Bild kreiert – mit den Pfoten zu malen habe sie aber abgelehnt, erzählt Hans-Jürgen Schmitt.

Mit „Vietnam…Irak…Nordkorea?“ hat der Künstler auch ein Antikriegsbild geschaffen. Dazu inspiriert wurde er von alten Aufnahmen aus dem Life-Magazin, die er dem Werk unterlegt hat. Unter Rissen in der Oberfläche werden die Schrecken des Krieges sichtbar, Revolverpatronen symbolisieren seinen Wahnsinn.

Bei Klaus Becker ist das Düstere hell geworden: Sein „Phönix“ stammt aus den 1980er Jahren und war ursprünglich gänzlich in Schwarz gehalten. In der Überarbeitung erscheint er nun farbenfroh und dem Licht zugewandt.

Der Künstler arbeitet am liebsten mit Naturmaterialien, neu sind Figuren aus Steinmehl, eine Landschaftsserie ist mit Vulkangestein aus dem Ätna entstanden. Eine bestimmte Landschaft hat er dabei nicht im Sinn gehabt, aber er stellt immer wieder fest, dass ein Bild etwas zurückgibt und den Betrachter erkennen lässt, was er unbewusst assoziiert. Das sei ihr Namibia, habe eine Bekannte beim Anblick des Landschaftsbildes gesagt.

Lebenszyklus in Holz

Auch Katja Hintzenstern beschäftigt sich mit Werden und Vergehen: Aus Treibholz hat sie eine Serie geschaffen, die anhand eines Vogelnestes die Geburt, mit einem Palmblatt die Lebensflamme und anhand filigraner Blattgerippe den Tod symbolisiert, aber auch die Schönheit, die im Vergehen liegt. Die Künstlerin ist Anfang dieses Jahres der Künstlergruppe beigetreten und kann sich als Zahnärztin mit eigener Praxis, zwei Kindern und einem weiteren zeitintensiven Hobby über Langeweile nicht beklagen. „Die Leidenschaft für die Kunst war schon immer da“, sagt sie, „das kann man nicht erklären, es findet sich einfach.“

So ist es auch bei Edith Völkert. „Ich lasse es wachsen“, erklärt sie den künstlerischen Prozess ihrer Seidenmalereien, die sie oft ohne Vorlage auf die Leinwand bringt und deren Farbverlauf sie im Entstehungsprozess immer wieder verändert, bis ein Werk entstanden ist, das die Künstlerin ursprünglich so gar nicht im Sinn hatte. Vier Bücher über Seidenmalerei hat Edith Völkert herausgebracht, seit bald 30 Jahren beschäftigt sie sich mit dieser Kunstform und die Ideen gehen ihr nicht aus. „Solange es mir Spaß macht und ich mich mit der Kunst entwickeln kann, bleibe ich dabei“, sagt sie und spricht damit wohl auch den Kolleginnen und Kollegen aus dem Herzen.

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