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Theater im Park: Schüler der Hochtaunusschule entwerfen das Bühnenbild

An der Hochtaunusschule wird derzeit fieberhaft gearbeitet: Denn Mittwoch kommender Woche wollen die Fachoberschüler aus dem Bereich Gestaltung ihre Entwürfe für das Bühnenbild von Theater im Park vorstellen. Und die Jugendlichen lernen dabei auch: Weniger kann manchmal mehr sein.
Bühnenbildner Wojtek Wellenger (rechts) spricht mit Lea (17), Julian (15), Fachlehrer Uwe Kord-Ruwisch und Sandy Mohr von der Stadt über den Entwurf. Das Bild oben zeigt eine der Ideen, die die Schüler für Theater im Park entwickelt haben. Bühnenbildner Wojtek Wellenger (rechts) spricht mit Lea (17), Julian (15), Fachlehrer Uwe Kord-Ruwisch und Sandy Mohr von der Stadt über den Entwurf. Das Bild oben zeigt eine der Ideen, die die Schüler für Theater im Park entwickelt haben.
Oberursel. 

Bereits kurz vor dem Raum 0302 der Hochtaunusschule ist klar, wo man sich hier befindet. Den Flur zieren viele kreative Arbeiten von Schülern, zum Beispiel Plakatentwürfe oder auch Bilder von Kreisen aus der Farblehre. Und an der Tür angekommen, hängen wie zur Begrüßung farbverschmierte Malerkittel an einem Kleiderständer.

Hier ist sozusagen das Reich von Uwe Kord-Ruwisch und Tina Winkler, den beiden Lehrern für Gestaltung an der Fachoberschule der Hochtaunusschule. Aus dem Raum selbst dringt praktisch kein Laut, denn die Jugendlichen arbeiten konzentriert an den Entwürfen für die diesjährige Theaterkulisse für Theater im Park (TiP). In dieser Saison wird bekanntlich der „Glöckner von Notre Dame“ gespielt, Premiere ist im Juli.

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„Wir werden fertig, alle!“, betont Uwe Kord-Ruwisch gleich zu Anfang, denn bei manchen Modellen sieht es auf den ersten Blick so aus, als seien sie noch im Rohzustand. Schon kommende Woche Mittwoch sollen die 45 Schüler ihre Entwürfe präsentieren.

Bereits zum vierten Mal arbeitet die Hochtaunusschule mit Theater im Park zusammen. „Es ist für beide Seiten eine gewinnbringende Sache“, weiß Kord-Ruwisch. „Die Schüler bringen durch ihre unvoreingenommene Herangehensweise neue Ideen und Impulse ein, erfahren auf der anderen Seite aber auch eine große Außenwahrnehmung und Wertschätzung ihrer Arbeit“, so der Pädagoge weiter. Da der „Glöckner von Notre Dame“ in der Zeit der Gotik spielt, haben die Schüler darüber hinaus Gelegenheit, sich auf ganz lebendige Art und Weise mit dem Thema Stilkunde, aber auch mit dem Vergrößern und Verkleinern von Maßstäben zu beschäftigen. Auch Teamarbeit ist gefragt, denn die Jugendlichen wurden in Gruppen von vier bis fünf Schülern aufgeteilt, um gemeinsam an einem Entwurf zu arbeiten.

Die Stube Frollos

Der 17-jährige Ha-Jo ist in seine Überarbeitung der Stube Frollos, des Kirchenmanns, der heimlich in die Zigeunerin Esmeralda verliebt ist, vertieft. Den ersten Entwurf hat er zur Seite geschoben. „Ich habe sein Zimmer noch weiter reduziert. Den zweiten Tisch weggelassen, so dass nur noch ein Tisch mit einem Bunsenbrenner und einem Topf sowie ein Mörser zu sehen sind“, erläutert er die Szenerie. „Wir haben uns den alten Film mit Anthony Quinn angesehen und da wurde angedeutet, dass Frollo gern experimentiert. Das habe ich mit diesen Utensilien angedeutet“, erklärt Ha-Jo. Ein Graffito an der Wand mit dem Spruch „in vino veritas – Im Wein liegt die Wahrheit“ soll das Ganze ein wenig auflockern.

„Bei den Farben haben wir uns sehr zurückgehalten, verwenden viel Braun, Grau und Ocker“, erzählt Dominic. „Denn die Kostüme, das haben wir schon gehört, sollen recht bunt sein.“ Einen Schritt weiter gehen Jule, Sina, Marina und Quentin, denn ihr Entwurf ist komplett in Grautönen gehalten. „Ja, es hat schon etwas Mut gekostet, komplett auf Farben zu verzichten und wir haben auch lange darüber diskutiert“, gesteht Sina. „Der Bühnenbildner Wojtek Wellenger hat uns allen auch den Tipp gegeben, nicht viele Details zu zeichnen, sondern alles schön reduziert zu halten“, sagt Jule.

Wellenger ist heute zu einem Besuch in der Klasse und schaut sich die ersten Ergebnisse an, bespricht hier und da Kleinigkeiten und gibt auch mal einen Ratschlag. Als er an einem Tisch vorübergeht, beugt er sich kurz zu einer Schülerin hinunter und sagt: „Ihr habt alles schön mit dem Lineal gezeichnet. Ihr könnt aber auch einfach mit der Hand und frei Schnauze zeichnen.“

Jeder der elf Entwürfe ist anders und bietet etwas Sehenswertes und alle Gruppen sind motiviert, etwas so Umwerfendes zu schaffen, so dass ihr Entwurf tatsächlich als Bühnenbild umgesetzt wird. Am Freitag, 31. März, wird die Entscheidung fallen – die Jury rund um Regisseur Andreas Walther-Schroth und Wojtek Wellenger wird es nicht leicht haben.

 

Mehr Infos zu Theater im Park gibt es auf www.tip-oberursel.de.

 

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