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Förderverein Taunus-Tiflis: Schüleraustausch inklusive

Der Förderverein Taunus-Tiflis hat in seiner 20-jährigen Geschichte schon viel erreicht. Durch die Hilfe aus Bad Homburg konnte eine Schule in der georgischen Hauptstadt so renoviert werden, dass sie heute von doppelt so vielen Schülern besucht wird.
Schüler der Integrierten Gesamtschule Stierstadt auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf die georgische Hauptstadt Tiflis. Der Förderverein Taunus-Tiflis ermöglicht diesen Schüleraustausch seit vielen Jahren. Schüler der Integrierten Gesamtschule Stierstadt auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf die georgische Hauptstadt Tiflis. Der Förderverein Taunus-Tiflis ermöglicht diesen Schüleraustausch seit vielen Jahren.
Bad Homburg. 

Die Zustände am zweiten georgischen Gymnasium in Tiflis seien 1997 katastrophal gewesen. „Es gab keine Fensterscheiben, die Fußböden waren verheizt, die Möbel kaputt. Öfen waren kaum vorhanden, so dass im Winter auch kein Unterricht stattfinden konnte. Von Lehrmaterialien ganz zu schweigen“, erinnert sich Renate Wacker, Vorsitzende des Fördervereins Taunus-Tiflis. Heute erstrahlt die Schule in neuem Glanz, zählt fast doppelt so viele Schüler wie vor 20 Jahren, einige davon studieren mittlerweile in Deutschland. Möglich wurde das Ganze durch die Unterstützung des Fördervereins aus Bad Homburg, der nun sein 20-jähriges Bestehen feiert und stolz auf seine Errungenschaften ist.

„Wir haben durch den Aufbau der Schule in Georgien, die Deutsch als erste Fremdsprache anbietet, einigen Schülern ermöglicht, in Deutschland ein Stipendium fürs Studium zu bekommen. Manche haben Jura studiert, andere spielen in großen Orchestern Musik“, weiß Wacker. So konnte ein wichtiger Grundstein für ihre Zukunft gelegt werden. Über die Musik, besser gesagt über den Gesang, sei auch der Kontakt zu Georgien entstanden. „In unserem Chor in Gonzenheim gab es eine Frau, die uns immer wieder georgische Lieder mitbrachte. Irgendwann einmal hatten wir und der Volksschulchor Oberursel einen Chor aus Georgien zu Besuch“, berichtet die Vorsitzende. Die Idee mit Tiflis ergab sich, weil im Bad Homburger Chor zwei Enkelinnen von Richard Meckelein singen, jenem Professor, der seinerzeit das erste deutsch-georgische Wörterbuch verfasst hatte. Eine der Enkelinnen pflegte eine enge Freundschaft mit einer Lehrerin in Tiflis. Und so kam es 1997 zum Gegenbesuch in der georgischen Hauptstadt

Spontan gesammelt

Dabei habe man auch eine Schule in der georgischen Hauptstadt besucht: das georgische Gymnasium, das heute 195. Schule heißt. „Nach dem Besuch waren wir uns im Chor einig – wir müssen etwas tun. Wir haben vor Ort Geld gesammelt, damit wenigstens geheizt werden konnte“, so Wacker. Zurück in Bad Homburg wurde der Förderverein mit 14 Mitgliedern gegründet, heute zählt er an die 70 Personen.

Als alte Möbel und Tafeln aus einer Schule in Bad Homburg aussortiert worden seien, habe man diese kurzerhand in Eigenregie nach Tiflis transportiert. Auch Lehrmaterialien seien gekauft worden. Man habe PCs nach Tiflis gebracht und eingerichtet, zudem vor Ort mit der Renovierung der Schule angefangen. Es gibt mittlerweile Fensterscheiben am Gebäude, die Elektrik wurde instandgesetzt, einbruchssichere Türen eingebaut. Eine Gönnerin habe Geld gespendet, um den Musikzweig auszubauen, so dass diverse Instrumente angeschafft werden konnten. „Mittlerweile hat unsere Schule so einen guten Ruf, dass es immer mehr Schüler gibt, die hier lernen wollen“, berichtet Renate Wacker stolz.

Auch habe man in der Zwischenzeit einen regelmäßigen Schüleraustausch etabliert. Jeweils im jährlichen Wechsel kommen Schüler aus Tiflis an die Integrierte Gesamtschule Stierstadt nach Oberursel, der Besuch wird dann im Jahr darauf erwidert.

Zuschuss für Schüler

Die Kosten für die georgischen Schüler übernimmt der Förderverein, und auch die deutschen Schüler erhalten einen Zuschuss. Meist würden so an die 13 Kinder am Austausch teilnehmen. Was die Vorsitzende besonders freut: Viele persönliche Beziehungen entstanden, nicht nur unter den Schülern, auch unter den ehemaligen Chormitgliedern. Zudem habe der Förderverein auch Reisen nach Georgien angeboten, um neue Mitglieder zu gewinnen. Weiterhin bietet man regelmäßig Veranstaltungen in Bad Homburg an. Beispielsweise die georgische Tafel, zu der man wieder am 3. März um 19.30 Uhr ins Vereinshaus Dornholzhausen einlädt. Dabei dürfen sich Besucher auf allerlei kulinarische Spezialitäten aus Georgien freuen.

 

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