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Pfarrei Maria Himmelfahrt: Sie gibt den Menschen Halt

Wer nahe an den Menschen sein will, muss ihnen Beachtung schenken. Eine, die diesen Grundsatz verinnerlicht hat, ist Elisabeth Buddeus-Steiff. Seit 25 Jahren ist sie für die katholische Pfarrei Maria Himmelfahrt da.
Die Pfarrgemeindereferentin der Pfarrei Maria Himmelfahrt, Elisabeth Buddeus-Steiff, feiert am Dienstag ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Die Pfarrgemeindereferentin der Pfarrei Maria Himmelfahrt, Elisabeth Buddeus-Steiff, feiert am Dienstag ihr 25-jähriges Dienstjubiläum.
Königstein. 

„Ziel der Frauengruppe ist es, sich miteinander auszutauschen und sich Atempausen zu gönnen“, sagt die Pfarrgemeindereferentin der katholischen Pfarrei Maria Himmelfahrt. Und jeder, der Elisabeth Buddeus-Steiff kennt, gerät beim Wort „Atempausen“ unweigerlich ins Stocken. Pausen gleich welcher Art sind schließlich eigentlich nicht so ihr Ding. Zumindest dann nicht, wenn es um ihre Berufung geht. Am morgigen Dienstag feiert sie ihr 25-jähriges Dienstjubiläum.

Bischof hört zu

Gemeindereferentin Elisabeth Buddeus-Steiff hat eine klare Meinung zu den Dingen. Thema Kirche: „Wir sind noch nicht gut genug für die Zukunft aufgestellt.

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Vielfältige Arbeit

Und in der Tat: Ein Blick auf die Arbeitsbereiche, für die Elisabeth Buddeus-Steiff in der Gemeinde verantwortlich ist, lässt nur wenige Pausen zu: Organisation der Hauskommunion, Trauerpastoral, Beerdigungsdienst, Caritas, Frauenpastoral, Seniorenpastoral, Flüchtlingshilfe, Eine-Welt-Arbeit oder auch der Solidaritätsgang des Bezirks Hochtaunus gehören ebenso dazu, wie die Begleitung von Praktikanten und Freiwilligen in der Pfarrei, die Mitarbeiterpflege, die Mitarbeit im Bezirkssynodalrat des Bezirks Hochtaunus und die Aufgaben als Bezirkssprecherin der Gemeindereferenten im Bezirk Hochtaunus.

Elisabeth Buddeus-Steiff, die „mal irgendwo in grauer Vorzeit eine familiäre Verbindung zu Margarete Steiff“ hatte, kommt mit Oberflächlichkeit nicht gut zurecht. „Oft suche ich lange nach den richtigen Worten für eine Beerdigung. Weil es mir wichtig ist, den Verstorbenen so zu schildern, wie er war“, sagt die Frau, der es am Herzen liegt, durch die eigene Präsenz Halt zu geben, und die sich auch durch ihre Beständigkeit auszeichnet. Nicht nur in der kirchlichen Arbeit. Vom deutschen Alpenverein gab es kürzlich eine Anstecknadel. Für 25 Jahre Mitgliedschaft. „Beim Wandern kann man entspannen“, kommt es – entspannt. Daran können auch ein unangekündigter Besuch im Pfarrhaus oder ein verschobener Termin nichts ändern.

Aus Franken nach Hessen

Rückblick: Die kleine Elisabeth aus dem fränkischen Hof – das rollende R klingt nach mehr als 25 Jahren in Hessen nur noch sanft durch – ist schon als Kind ihrem Namen gerecht geworden. Hat als Mitglied der Jesuitengemeinde fleißig für die Caritas gesammelt und für die Nachbarin eingekauft. Ein braves Mädchen aus behütetem Haus. Religiös sozialisiert. 1988: Abitur und der Wunsch, nah bei der Kirche zu bleiben. Das Problem: Die feministische Theologie war immer noch dabei, sich aus der kirchlichen Frauenbewegung zu entwickeln, es hat niemanden gegeben, der ihr gesagt hat: Geh nach Frankfurt. Studiere in St. Georgen. Werde Diplom-Theologin, und ihr hat es noch an Selbstvertrauen gefehlt, es einfach zu tun. „Ein dunkler Fleck in meinem Leben“, sagt sie. Also: Mainz und die kirchliche Fachhochschule statt Frankfurt. Gemeinde- statt Pastoralreferentin. Und dabei ist ihr im Beruf das Seelsorgerische so wichtig. Ihr Leitsatz: „Arbeit wegschieben – niemals. Aus pastoralen Gründen: immer!“

Ihre erste Station nach dem Studium: Idstein und die „unglaubliche Erfahrung“, gemeinsam mit einer evangelischen Dekanin einen Hospizverein gegründet zu haben. Ein großer Happen Emanzipation für die junge Gemeindereferentin, die nach Idstein zunächst nach Waldems-Esch ging und dann in Königstein ihre Heimat fand. In all den Jahren hat sie sich stetig weiterentwickelt und „auf keinen der möglichen fünf Fortbildungstage verzichtet“. Und auch privat ordentlich gebüffelt. Etwa eine Coaching-Ausbildung abgeschlossen. Auch jetzt steht sie gerade wieder vor dem Ende einer Weiterbildungsmaßnahme. Und wieder in einer besonderen Rolle. Als einzige Katholikin unter lauter evangelischen Pfarrern verinnerlicht sie die Themen Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung.

Ach so. Bei allen Aufgaben gibt es auch noch die private Elisabeth Buddeus-Steiff, die den Doppelnamen erst seit einigen Wochen trägt. Ganz bewusst. „Ich bin ja auch im Bistum aktiv, habe einen Lehrauftrag an der Fachschule in Mainz – Thema: Frau sein – und bin als Referent aktiv. Und das alles bis Anfang Juni als Frau Steiff. Ich wollte nicht, dass im Netz unter Buddeus die Hälfte meines Lebens weg ist.“

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