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Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt: So zanken CDU und SPD um die Zukunft der Taunushalle

Von Bei der Frage nach der Zukunft der Taunushalle knirscht es in der Koalition: Die SPD ist für die Sanierung, die CDU will einen Neubau. In der ASU-Sitzung gerieten Max-Werner Kahl (CDU) und Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) aneinander.
Neubau oder Sanierung? Die Frage nach der Zukunft der Taunushalle birgt Konfliktstoff. Foto: Matthias Reichwein Neubau oder Sanierung? Die Frage nach der Zukunft der Taunushalle birgt Konfliktstoff.
Schönberg. 

So aufbrausend hat man Ersten Stadtrat Robert Siedler (parteilos) bislang noch nicht in Kronberg erlebt. Insofern ist es das Verdienst von Max-Werner Kahl (CDU), es als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) geschafft zu haben, dass Siedler in der jüngsten Sitzung des Gremiums die Hutschnur platzte.

Kahl sagt seine Meinung

Auf der Tagesordnung stand die Zukunft der Taunushalle. Obwohl es dem Vorsitzenden eigentlich nur obliegt, die Sitzung zu leiten, und er vor eigenen Meinungsäußerungen die Sitzungsleitung an einen Stellvertreter abgeben muss, hatte Kahl das Wort ergriffen, um seine Sicht auf den Zustand der Halle darzulegen.

Und dort sieht Kahl erhebliche Risiken, unter anderem was die Betonkonstruktion anbelange. Aus dem Bauchgefühl heraus zu sagen, die Bausubstanz sei in Ordnung, reiche nicht aus, zielte Kahl auf SPD-Stadtverordnete Andrea Poerschke, traf damit aber auch die Mitarbeiter der Verwaltung. Und den Nerv von Erstem Stadtrat Siedler.

Nicht übers Knie brechen

Die Kollegen hätten sich Gedanken gemacht und gewissenhaft die Kosten ermittelt, erwiderte der deutlich. Seine Position hatte Siedler bereits 2017 deutlich gemacht: Er hält es für sinnvoll, die Taunushalle vor allem energetisch zu sanieren. Es sei nicht so, dass ganze Fassadenteile abplatzen würden. Es hätten sich außerdem Interessenten für die Gastronomie gefunden. Ferner sei die Halle nicht, wie von der CDU behauptet, 60 Jahre alt. Die Turnhalle stamme aus dem Jahr 1968, die Gastronomie sei 1978 angebaut worden.

Siedler machte bei der ASU-Sitzung deutlich, dass sich ein Abriss und Neubau nicht über das Knie brechen lasse. Dann müsste alles auf den Prüfstand gestellt werden. So auch, ob die Ortsmitte der richtige Standort für eine Turnhalle sei – und ob dort wieder eine Gastronomie untergebracht werden sollte. Siedler schlug vor, die Restlaufzeit des – sanierten – Gebäudes, also 20 bis 25 Jahre zu nutzen, um ein Konzept für die Gestaltung der Schönberger Ortsmitte zu erarbeiten.

Bestätigt sah sich der Erste Stadtrat durch die Ausführungen von Torsten Ewen vom Wirtschaftsberatungsbüro Dr. Dornbach Treuhand. Er war nach der Kapitalwertberechnung zu dem Schluss gekommen, dass ein Abriss und Neubau der Taunushalle nicht wirtschaftlich wäre, da eine hohe Fremdfinanzierung aufgenommen werden müsste. Die Varianten Aufstockung mit Wohneinheiten und Aufstockung mit Gewerbeeinheiten seien im Vergleich zum Neubauprojekt wirtschaftlicher. Siedler wünschte sich „endlich eine Beschlussfassung im Sinne von Schönberg“.

Auch Reinhard Bardtke, Fraktionsvize der CDU, reklamierte für sich, das Beste für Schönberg zu wollen. Die CDU favorisiert einen Abriss und Neubau. Bardtke erinnerte daran, dass auch eine Sanierung zur Beeinträchtigung der Nutzung führen könne. Nach der Bekanntgabe der neuen Zahlen wolle man diese in Ruhe prüfen.

Redebedarf in Koalition

Sowohl die Vertreter der CDU als auch der SPD räumten ein, in der Koalition noch Redebedarf zu haben. Wolfgang Haas und Poerschke hatten deutlich gemacht, dass sie eine Sanierung positiv sehen. Auf Antrag von FDP-Mann Holger Grupe soll die Stadt beim Kreis nachfragen, ob dieser sich als Schulträger an den Kosten der Sanierung beteiligen würde.

Die Anregung von Grünen-Fraktionsvize Udo Keil, auch nach Landesmitteln zu fragen, wurde nicht aufgenommen. Die Zuschüsse des Landes sind bei der Kalkulation für die energetische Sanierung bereits mit 200 000 Euro eingepreist.

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