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Fairer Handel: Stierstädter Gesamtschule wird vom Eine-Welt-Verein ausgezeichnet

Seit einigen Jahren schon engagiert sich die IGS im Bereich des fairen Handels (Fair Trade). Nun will die Bildungseinrichtung die erste „Fair-Trade-Schule“ in Oberursel werden und regelmäßig Fair-Trade-Produkte auf dem Schulgelände anbieten. Dafür gabs am heutigen Abend den „Förderpreis 2018“ des Eine-Welt-Vereins Oberursel.
Lob für das Engagement der IGS gab es von Michael Fremery vom Eine-Welt-Verein und Erstem Stadtrat Christof Fink (von links). Schulleiter Markus Herget (rechts) nahm den Förderpreis entgegen. Foto: Jochen Reichwein Lob für das Engagement der IGS gab es von Michael Fremery vom Eine-Welt-Verein und Erstem Stadtrat Christof Fink (von links). Schulleiter Markus Herget (rechts) nahm den Förderpreis entgegen.
Oberursel. 

Die Botschaft ist eindeutig. „Kinderarbeit, Knechtschaft!“ Immer wieder erschallen die Worte durchs weite Rund der voll besetzten Oberurseler Stadthalle, inbrünstig vorgetragen von Schülern der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS). Sie führen das Musicalprojekt „Die Jagd nach der roten Banane“ auf. Ein hochpolitisches Stück. Es geht um Kinderarbeit, Korruption und Ausbeutung in den Entwicklungsländern, befeuert vom Konsumwahn der westlichen Zivilisation und eingebettet in ein internationales Wirtschaftsgefüge, welches ärmere Staaten systematisch benachteiligt. Das Sujet ist bewusst gewählt, gehört zum pädagogischen Konzept, welches die IGS insbesondere in Hinsicht auf die Thematik des fairen Handels (Fair-Trade) seit einigen Jahren verfolgt. „Es geht darum, bei den Schülern ein Bewusstsein für den Fair-Trade zu entwickeln und die Problematik in Schule sowie Schulgremien hineinzutragen“, erklärt Schulleiter Markus Herget. So organisieren die Schüler in Kooperation mit dem Oberurseler Weltladen Projekte wie einen Fair-Trade-Stand oder werden im Rahmen des Schulunterrichts an das Thema herangeführt. „Unsere Klassenlehrerin hat zum Beispiel mal fair gehandeltes Obst mitgebracht, und wir haben auch schon gemeinsam gekocht und dafür fair gehandelte Zutaten verwendet“, erinnert sich Neuntklässlerin Simone (15), die heute die Posaune spielt. Auch der Kaffee an der IGS sei mittlerweile Fair-Trade und im Lehrerzimmer werde zu ausgewählten Terminen ein Fair-Trade-Frühstück veranstaltet, nennt Herget weitere Beispiele.

Dabei soll es jedoch nicht bleiben. „Wir bemühen uns darum, als Fair-Trade-Schule zertifiziert zu werden. Dafür muss die IGS verschiedene Kriterien erfüllen. Dazu gehört ein Dauerangebot von Fair-Trade Produkten an der Schule. Wir planen die Anschaffung eines ’Fairomats’ zum ganztägigen Verkauf fair gehandelter Waren und wollen einen ’Eine-Welt-Kiosk’ errichten, wo Fair-Trade-Produkte angeboten werden“, erläutert der Schulleiter.

An diesem Abend wird das Projekt mit dem „Förderpreis 2018“ des Eine-Welt-Vereins Oberursel ausgezeichnet. „Wir hatten einige gute Bewerbungen, haben uns jedoch aus voller Überzeugung für die IGS entschieden. Das Bemühen der Schule um eine „Fair-Trade-Zertifizierung“ ging weit über die in der Ausschreibung genannten Anforderungen hinaus“, lobt Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne), der als eines von drei Jurymitgliedern über die Preisvergabe entschieden hat. Vor fünf Jahren habe die Stadt Oberursel das Zertifikat als erste „Fair-Trade-Town“ im Hochtaunuskreis erhalten, die Initiative der Schule passe da prima. „Was ihr hier in der Schule leistet, geht genau in die richtige Richtung. Ihr werdet die Stadt bereichern“, sagt Michael Fremerey vom Eine-Welt-Verein, bevor er mit Fink Schulleiter Herget den Preis in Form eines Schecks von 2500 Euro überreicht. Das Geld soll für Unterrichtsmaterialien über den fairen Handel, die Anschaffung des „Fairomats“ und des Fair-Trade-Kiosks verwendet werden.

„Gute Idee“

Die Schule finanziert diese Maßnahmen mit 1000 Euro aus eigenen Mitteln. Bei den Schülern kommen die Pläne jedenfalls an. „Ich finde das gut. Das sollten auch andere Schulen machen“, erklärt Saxofonist Robert aus der 7 e und auch der 15-jährige Jonas bezeichnet den „Fair-Trade-Kiosk“ als „eine gute Idee“. Gespannt ist er, ob die Schüler die fair gehandelten Produkte auch dann noch kaufen, wenn sie teurer als herkömmliche Kioskwaren sein sollten. „Den normalen Kiosk gibt es ja immer noch.“

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