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Selbstversuch: TZ-Autor Kullmann lauscht lieber seinem Radio, als den Fernseher einzuschalten

Für unseren Mitarbeiter Wolfgang Kullmann schien das Radio einst nur noch Hintergrundrauschen zu sein. Zum „Tag des Radios“ erzählt er, wie das Medium seinen Sonntag zurückeroberte.
Wolfgang Kullmann sitzt vor seinem Radio und greift zum Telefon, um dem HR1-Team seinen Musikwunsch mitzuteilen. Foto: Jochen Reichwein Wolfgang Kullmann sitzt vor seinem Radio und greift zum Telefon, um dem HR1-Team seinen Musikwunsch mitzuteilen.
Bad Homburg. 

„Video killed the radio star“ sangen „The Buggles“ 1979 in ihrem einzigen großen Hit. Dieser beschrieb, wie mit MTV oder VIVA die ersten Musiksender im Fernsehen auftauchten, und deshalb jede neue Single mit einem passenden Video auf den Markt geworfen wurde. Ohne Video kein Chance – das klassische Radio, zumindest was zeitgenössische Musik betrifft, schien tot.

Mir ging es da, wie vielen anderen auch: Radio hörte ich nur beim Autofahren, hauptsächlich für die Verkehrsnachrichten. Eventuell noch im Supermarkt oder in Fahrstühlen – je nach Musikgeschmack mehr oder weniger erwünscht. In einer Zimmerecke fristete mein altes Radio-Kassettendeck ein tristes Dasein, die Tasten waren verstaubt und jahrelang unbenutzt. Eines Sonntagabends hatte ich jedoch von „Lindenstraße“ und „Tatort“ genug und schaltete HR 1 im Radio ein.

Es lief eine Sendung mit Moderator Tommy Stärker namens „Song Connection“, deren tieferen Sinn ich erst nach einer halben Stunde verstand: Die Hörer bestimmen über soziale Netzwerke, E-Mails oder Telefonanrufe, was gespielt wird. Alle Musikrichtungen sind möglich, einzige Bedingung: Der gewünschte Song muss irgendwie in einem Zusammenhang stehen mit dem vorhergehenden. So lief zum Beispiel „Born to be wild“ von „Steppenwolf“, ein Hörer erinnerte sich dabei an Brigitte Bardot, die mal das Chanson „Harley Davidson“ trällerte. Der nächste Wunsch bezog sich dann auf die „BB“. Also wurde ein Blues von B. B. King gespielt. Und so geht es bis Mitternacht weiter, je kreativer desto besser.

Plötzlich Stammpublikum

Wie mich hat es viele gepackt, die inzwischen Stammhörer in wachsender Zahl geworden sind. Es war die Wiederentdeckung des guten alten Radios, das – wenn es gut gemacht wird – keine Konkurrenz zu scheuen braucht. Da werden Erinnerungen wach an die großen Zeiten des Radios mit Moderatoren des Hessischen Rundfunks wie Hanns Verres (Schlagerbörse Donnerstags) oder dem Bad Homburger Rainer-Maria Ehrhardt und auch Werner Reinke, der nach wie vor moderiert.

Die Sendung „Song Connection“ mit Tommy Stärker wurde zum Kult, die Einschaltquoten steigen. Das Format gibt es schon so lange, wie Radio gehört wird: Das gute, alte Wunschkonzert. Stärker und Team bieten dieses klassische Konzept zeitgemäß an, indem sie Hörer mitgestalten lassen. Interaktiv heißt das heute. Der Moderator agiert tolerant und akzeptiert Musikwünsche aus allen Richtungen. Es kann also sein, dass in der gleichen Sendung die Beatles, Roland Kaiser und Lady Gaga zu hören sind.

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