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Letzter Akt des Dramas: Taunus-Kinderheim wird nach fast 20 Jahren Leerstand abgerissen

Von Zwei Jahrzehnte verkam das ehemalige Taunus-Kinderheim in Wehrheim und kostete den Hochtaunuskreis als Erbpacht-Berechtigten in dieser Zeit mehrere Hunderttausend Euro. In den kommenden Wochen wird das Ensemble abgerissen und macht Platz für einen Neubau.
Das prägende Haupthaus des ehemaligen Taunus-Kinderheims wird in den kommenden Wochen abgerissen. Das prägende Haupthaus des ehemaligen Taunus-Kinderheims wird in den kommenden Wochen abgerissen.
Hochtaunus. 

Hotel? Dependance der Oberurseler Werkstätten? Schule? Oder doch ein Kulturzentrum? Rund 20 Jahre lang wurde in Wehrheim eifrig über das einst so schmucke Haus in der Köpperner Straße diskutiert und gestritten, ohne dass etwas passiert ist. Nun steht der letzte Akt des Dramas um das ehemalige Taunus-Kinderheim kurz bevor: Das Ensemble gegenüber der Lochmühle wird abgerissen, teilte der Hochtaunuskreis gestern mit.

„Die Arbeiten für den Abriss des Hauptgebäudes, der zwei Pavillons, des Werkstattgebäudes sowie der Garagen werden am kommenden Montag starten“, hieß es aus dem Kreishaus, und dessen Chef, Landrat Ulrich Krebs (CDU), ergänzte: „Ich freue mich, dass der Abriss der alten Gebäude auf dem Areal nun beginnt.“

Zunächst sind Vorarbeiten des Abbruchunternehmens nötig, dann wird die Baustelle eingerichtet. Ein neuer Stromverteiler und ein kleines Loch auf dem Gelände – offenbar dort, wo die Anschlüsse liegen – zeigten schon gestern: Es wird keine Zeit verloren.

Fünf Wochen veranschlagt

Zunächst soll das Gebäude entkernt werden, dann wird es in mehreren Teilabschnitten abgerissen. Für die Abbruch- und Rückbauarbeiten sind je nach Wetterlage zunächst fünf Wochen vorgesehen. Da alte Gebäude aber immer voller Überraschungen stecken, bleibt man im Landratsamt vorsichtig: „Sollten möglicherweise bisher nicht bekannte Baustoffe und Konstruktionen vorgefunden werden oder im Zuge der baubegleitend durchzuführenden ,Artenschutzbegutachtung‘ Besonderheiten auftreten, könnte sich der Zeitraum auch verlängern“, heißt es dort. Die Auftragssumme für den Abbruch beläuft sich nach Kreisangaben auf rund 240 000 Euro.

Und was passiert nach dem Abbruch? „Gemeinsam mit der Gemeinde Wehrheim und der Waisenhaus- Stiftung soll geprüft werden, welche Entwicklungsmaßnahmen auf dem insgesamt 5587 Quadratmeter großen Gelände möglich sind. Der Kreis geht davon aus, dass eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden werden kann“, heißt es aus dem Landratsamt.

EVIM-Dependance

Da sind die Wehrheimer schon einen Schritt weiter. Im Juni hatte das Parlament einstimmig für eine Änderung des Bebauungsplans votiert. Ziel dieser Änderung sei „die Schaffung des Planungsrechtes für eine Schul- und Wohnheimnutzung und zur Limesstraße hin gegebenenfalls auch mehrere Bauplätze für eine sonstige Wohnbebauung“, hieß es in der Vorlage. Demnach will die EVIM, der Evangelische Verein für Innere Mission, dort eine Dependance der Schule am Geisberg (Wiesbaden) errichten. Bis zu 24 Kinder und Jugendliche, die wegen Verhaltensauffälligkeit keine Regelschule besuchen können, sollen dort auf eine Rückkehr in die Schule vorbereitet werden – und zum Teil auch für eine Übergangszeit in dem kleinen geplanten Wohnheim unterkommen. Im Sommer hat die EVIM bereits ihre Arbeit am Übergangsstandort in der ehemaligen Heinrich-Kielhorn-Schule in Wehrheim aufgenommen.

Bis der Neubau in der Saalburgsiedlung umgesetzt werden kann, muss jedoch noch verhandelt werden. Denn der Kreis ist nur Eigentümer der Gebäude und darf das Grundstück ausschließlich als Schulstandort nutzen. Eigentümerin ist die Waisenhaus-Stiftung, der der Kreis jährlich knapp 40 000 Euro Erbpacht zahlt. Für 2022 hat der Kreis allerdings die vertraglich zugesicherte Option, das Grundstück zu erwerben.

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