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Premiere in der Volksbühne: Theater in Bad Homburg: Der Papst in der Vorratskammer

Mit „Der Tag, an dem der Papst gekidnapped wurde“ hat sich die Volksbühne Bad Homburg eine witzige wie hintersinnige Komödie von João Bethencourt vorgenommen. Premiere ist am kommenden Samstag – wir haben zuvor eine der Proben besucht.
Noch wird geprobt: Die Volksbühne führt das Stück „Der Tag, an dem der Papst gekidnapped wurde“ auf. Hier von links zu sehen: Rainer Maria Ehrhardt, Kai Löhde, Sina König und Nadine Mittelstädt. Noch wird geprobt: Die Volksbühne führt das Stück „Der Tag, an dem der Papst gekidnapped wurde“ auf. Hier von links zu sehen: Rainer Maria Ehrhardt, Kai Löhde, Sina König und Nadine Mittelstädt.
Bad Homburg. 

„Sam und Sara haben sich gerade gezofft, der Papst sitzt in der Vorratskammer und Ivy kommt nach Hause.“ Im Probenraum im ersten Stock des Klubhauses an der Kirdorfer Straße stimmt Simone Woyke ihre Schauspieler mit kurzen Anweisungen in die zu probende Szene ein. Die Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnapped wurde“ des ungarisch-brasilianischen Dramatikers João Bethencourt ist ihre erste Regiearbeit für die Homburger Volksbühne. Dass dieses Stück auf den Spielplan genommen wurde, „fand ich sehr lustig, denn die Komödie hat nichts von einem Schenkelklopfer, sondern ist sehr hintersinnig“.

Simone Woyke führt bei der Volksbühne Regie. Bild-Zoom
Simone Woyke führt bei der Volksbühne Regie.

Und darum geht es: Sam Leibowitz (Kai Löhne) ist ein jüdischer Taxifahrer und einer, der seine Familie mit verrückten Ideen in Atem hält und auch schon mal Ameisen im Garten mit Dynamit vertreibt. Jetzt hat er den Papst (Rainer Maria Ehrhardt) entführt und in der Vorratskammer zwischengeparkt. Nicht, um Unsummen Geld zu erpressen, sondern einen weltweiten Friedenstag, an dem alle Waffen auf dem Globus schweigen. Ehefrau Sara (Carmen Maus) bleibt pragmatisch und kocht Suppe, während sich der Papst, der zwischenzeitlich aus der Vorratskammer entlassen wird, immer wohler in der Familie fühlt, zu der in dieser Inszenierung zwei Töchter (Sina König und Nadine Mittelstädt) gehören. Die Idee von einem – wenn auch nur temporären – Weltfrieden gefällt dem Kirchenmann. Natürlich rückt irgendwann der Sheriff (Tania De Marco-Chapuis) an, da hat Sam die Zündschnur schon in der Hand. Ob diese Gesichte, in der außerdem ein Rabbi (Alexander Schlaaff) und ein Kardinal (Lars-Thorsten Heine) nicht immer ganz rühmliche Rollen spielen, gut ausgeht, davon können sich die Zuschauer ab dem Premierentag am 16. September im Kurhaus selbst ein Bild machen.

Jede Pointe muss sitzen

Bis dahin heißt es bei der Volksbühne proben, proben, proben. Die Komödie besticht mit schnellem Wortwitz, da muss jede Pointe sitzen. Thematisch sei der Frieden absolut aktuell, sagt Regisseurin Simone Woyke, die bereits Stücke für das Bockenheimer Theaterensemble inszeniert hat. „Allerdings stehen die Religionen gar nicht so sehr im Fokus der Geschichte, sondern die Menschen, was sie tun und warum.“

„Langsamer reinsteigern!“

Um das genau herauszukitzeln, lässt sie Szenen drei, vier Mal hintereinander wiederholen, bis sie sitzen. Zum Beispiel die, als Sam, der Papst, der Kardinal und der Sheriff aufeinandertreffen und sich einen hitzigen Wortwechsel via Megafon und Lautsprecher liefern. „Du bist noch zu schnell oben mit der Aufregung. Versuch dich einfach etwas langsamer reinzusteigern“, gibt sie Lars Heine einen Tip, der sich als treuer und etwas serviler Kardinal gegen das Entführungs-„Opfer“ austauschen lassen will.

Drei Aufführungen im Kurtheater

Die Volksbühne Bad Homburg führt das Stück „Der Tag, an dem der Papst gekidnapped wurde“ jetzt im Kurtheater auf. Premiere ist am Samstag, 16. September, um 20 Uhr. Am Sonntag, 17.

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Grundsätzlich findet Woyke, „dass jeder der Schauspielerinnen und Schauspieler die Rollen sehr gut ausfüllt.“ Sie freue sich über dieses Ensemble. Sie selbst war bei der Volksbühne, zu der sie seit 2014 gehört, zuletzt in „Sicher ist sicher“ zu sehen. Als Regisseurin sei es ihr wichtig, „dass die Schauspielerinnen und Schauspieler ihren eigenen Charakter in die Rollen einbringen. Da lasse ich ihnen freien Raum, denn die Impulse aus dem Ensemble sind mir wichtig.“

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