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Tradition geht zu Ende

Von Das Schuhhaus Wiefett schließt zum Ende des Jahres. Es ist das derzeit älteste in Friedrichsdorf ansässige Geschäft.
Ulrich Wiefetts Großvater schaut aus dem Fenster seines Ladens in der Hugenottenstraße 79. Das Bild entstand um 1905.	Repro: Schuricht Bilder > Ulrich Wiefetts Großvater schaut aus dem Fenster seines Ladens in der Hugenottenstraße 79. Das Bild entstand um 1905. Repro: Schuricht
Friedrichsdorf. 

Mit Pierre Wiefett hat die Friedrichsdorfer Erfolgsgeschichte des heutigen Schuhhauses Wiefett begonnen: Der Schuhmacher war Ende des 18. Jahrhundets von Bommersheim nach Friedrichsdorf gezogen. Sein Beruf wurde für seine Nachfahren zu einer Art Berufung: Jean Wiefett war der erste Schuhmachermeister der Familie. „Ich führe das Geschäft in Friedrichsdorf in der sechsten Generation“, erklärt Ulrich Wiefett.

Doch jetzt ist zum Ende des Jahres Schluss mit dem traditionsreichen Schuhfachgeschäft, das seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Hugenottenstraße 79 zu finden ist: Ulrich Wiefett wird sein Geschäft am 31. Dezember um 13 Uhr für immer abschließen. „Ich höre aus Altersgründen auf“, erklärt der 68-Jährige. Gern hätte er sein Geschäft an einen Nachfolger aus derselben Branche vermietet. „Es sah zunächst auch so aus, als ob das klappen würde, ich hatte einen Interessenten gefunden. Doch vor gut drei Monaten hat sich das Vorhaben leider zerschlagen“, bedauert Wiefett. Leer bleibt das Haus aber nicht. Fest steht, dass er sein Geschäft vermieten wird, an jemanden „aus der Einzelhandelsbranche“.

Zauberwort Beständigkeit

1903 hatte Wiefetts Großvater das Haus, in dem seitdem das Geschäft inklusive Reparaturwerkstatt untergebracht war, gekauft. „Später kam dann noch ein Schuhlager dazu“, erzählt Wiefett. Er selbst hat den Beruf des Orthopädieschuhmachers gelernt und seit 1970 im Familienunternehmen mitgearbeitet. 1982 hat er das Geschäft übernommen.

„Ich höre mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf“, sagt Wiefett. „Den Kundenkontakt werde ich sehr vermissen.“ Über all die Jahrzehnte haben Familien über mehrere Generationen Herren-, Damen- und Kinderschuhe bei Wiefetts gekauft. Bis vor zehn Jahren war das Schuhhaus auch Ausbildungsbetrieb. Beständigkeit war das Zauberwort des Familienbetriebs: Erst kürzlich hat Wiefetts Mitarbeiterin Barbara Bach ihr Dienstjubiläum gefeiert Sie ist seit 25 Jahren dabei.

Noch länger ist Ingrid Häuser da: Sie hatte am 1. August 1974 ihren Ausbildungsvertrag bei Wiefett unterschrieben und ist seitdem – bis auf kurze Unterbrechungen – ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb als Schuhfachverkäuferin treu geblieben.

Langweilig wird es Ulrich Wiefett auch nach der Aufgabe seines Geschäfts nicht werden: „Meine Tage werden trotzdem ausgefüllt sein“, verrät er. „Ich werde noch mehr Fahrrad fahren als sonst und auch nach wie vor bei der Industrie- und Handelskammer branchenbezogene Aufgaben wahrnehmen“, verrät er.

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