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Steinbach: Traditionsgasthaus "Zum Schwanen" sucht neuen Pächter

Von Das Steinbacher Traditionsgasthaus „Zum Schwanen“ ist derzeit geschlossen. Die Eigentümerfamilie lässt renovieren und ist auf der Suche nach einem neuen Pächter. Wann wieder eröffnet wird, ist aber noch unklar.
Das in einem Fachwerkhaus untergebrachte Lokal „Zum Schwanen“ an der Eschborner Straße ist zurzeit geschlossen. Foto: Jochen Reichwein Das in einem Fachwerkhaus untergebrachte Lokal „Zum Schwanen“ an der Eschborner Straße ist zurzeit geschlossen.
Steinbach. 

Hinter den Fenstern des Fachwerkhauses ist es dunkel, im Schaukasten hängt keine Speisekarte mehr, und an der Tür verkündet ein Schild: „Aufgrund von Renovierungsarbeiten zurzeit geschlossen.“ Im traditionsreichen Gasthaus „Zum Schwanen“ an der Eschborner Straße bleibt die Küche seit dem Jahreswechsel kalt.

„Sind da jetzt endgültig die Lichter ausgegangen?“, fragt eine Teilnehmerin der Facebook-Gruppe Steinbacher Stadtgespräch. In dem sozialen Netzwerk wird über die Schließung diskutiert und auch darüber gesprochen, dass es einen neuen Pächter geben soll. Letzteres bestätigt Hilde Ries, deren Familie das Gasthaus gehört, auf Anfrage dieser Zeitung.

Aber der Reihe nach: Zum Jahresende wurde das Pachtverhältnis mit der bisherigen Pächterin Adelaide Grella-Cubic aufgehoben, wie diese erklärt. Zu den Gründen will sich Grella-Cubic öffentlich nicht äußern, sagt aber: „Ich habe das Restaurant sehr gerne und mit viel Engagement betrieben.“ Viele Gäste hätten das Aus bedauert, sagt Grella-Cubic.

„Die Leute waren nicht zufrieden“, schildert hingegen Hilde Ries ihre Sicht der Dinge, warum das Pachtverhältnis beendet wurde. Ihre Familie habe überlegt, den „Schwan“ selbst zu betreiben, doch das werde zu viel. Viele kennen Hilde Ries weit über Steinbach hinaus als Schaustellerin, die Süßwaren verkauft. Ihr Kerngeschäft sind gebrannte Mandeln.

Der Schwan solle also wieder verpachtet werden, kündigt Ries an und spricht von mehreren Interessenten. Ein Italiener sei darunter, aber auch Vertreter der gutbürgerlichen Küche. Einen Zeitplan, wann es weitergehen könnte, nennt sie aber nicht. „Wir bemühen uns“, sagt Hilde Ries und verweist auf anstehende Renovierungsarbeiten. Wegen der Feiertage und Ferien sei es zurzeit schwer, Handwerker zu finden.

Dritter Wechsel

Was soll gemacht werden? Wird der „Schwan“ ganz anders aussehen? Wohl nicht. „Wir wollen nicht viel verändern“, sagt Hilde Ries, kündigt aber zum Beispiel an, dass gestrichen werden solle. Auch im Kühlraum müsse etwas getan werden.

Mit der jüngsten Entwicklung steht dem Gasthaus der dritte Wechsel binnen kurzer Zeit bevor. Grella-Cubic hatte das Lokal im Herbst 2016 – mit Koch Gerd Reichert – von Klaus Geisenberger übernommen. Geisenberger, bekannt auch als „Rühl-Wirt“ im benachbarten Weißkirchen, war etwa zwei Jahre lang Chef im „Schwan“ gewesen. Die Familie Ries, damals neue Eigentümer, hatte ihn angesprochen. Zuvor war Sonja Hackbarth 14 Jahre lang Chefin in dem Steinbacher Gasthaus gewesen – als Nachfolgerin ihrer Eltern, die es seit 1970 betrieben hatten.

„Unglaubliches Potenzial“

Das 1650 erbaute und zwischenzeitlich originalgetreu sanierte Bauernhaus dient schon über 200 Jahre als Gaststätte, konkret seit 1815. Das ist auf der Homepage nachzulesen (www.zum-schwanen-steinbach.de), auf der sich unter dem Reiter „Neuigkeiten“ nur ein kleiner Hinweis auf das beendete Pachtverhältnis findet.

Dass der „Schwan“ momentan geschlossen ist, trifft nicht nur private Wirtshausgänger, sondern auch Parteien und Vereine, die die Räumlichkeiten von jeher gern für ihre Zusammenkünfte nutzen. Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) bedauert das Aus und hofft auf eine Neueröffnung. „Das ist eine Traditionsgaststätte in Steinbach, die ein unglaubliches Potenzial hat“, sagt Naas.

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