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„Rudel Sing Sang“ in der Brennbar: Über den Wolken vor Glück

Von Oberursels Frohnaturen haben ein neues Hobby: Rudelsingen. In der Brennbar des Alt-Oberurseler Brauhauses wird mittlerweile der Platz knapp, wenn Musiker Tom Jet zum gemeinsamen Schmettern von Evergreens, Charthits, Schlagern und Rockklassikern einlädt. Die Songpalette reicht von AC/DC bis Frank Zander – alles wird begeistert angestimmt. Demnächst sogar Open Air . . .
Tom Jet an der Gitarre gibt den Takt vor – und alle stimmen fröhlich ein, egal, ob Schlager oder Rockklassiker. Tom Jet an der Gitarre gibt den Takt vor – und alle stimmen fröhlich ein, egal, ob Schlager oder Rockklassiker.
Oberursel. 

„Es ist mir lieber, jemand singt falsch, als dass er überhaupt nicht singt.“ Diesen Satz soll der Musiker Peter Maffay einmal gesagt haben. Er könnte zum Motto eines weiteren noch nicht ganz so berühmten Musikers aus Obertshausen mit Namen Tom Jet werden. Jet nämlich hat vor etwa zwei Jahren durch seine Open-Stage-Veranstaltungen, bei denen die Bühne Sänger und Musikern aus dem Publikum offen stand, das Rudelsingen „erfunden“. Inzwischen hat diese Veranstaltung im Alt-Oberurseler Brauhaus Kultstatus.

Ein Mal im Monat veranstaltet Thomas Studanski jetzt seit fast einem Jahr den „Rudel Sing Sang“ in seiner Brennbar, und der Erfolg spricht für sich. „Ich habe etwas Besonderes gesucht und mit Tom Jet, den ich schon länger kenne, gefunden“, berichtet der Brauhauschef. „Am Anfang lief’s zäh, aber jetzt platzen wir aus allen Nähten.“ Jets Vorschlag: „Wand raus in der Brennbar“, nimmt Studanski mit Humor: „Darüber müsse mer nohmal schwätze.“

Die Songauswahl erfolgt per Publikumsvotum auf der Internetseite vom Tom Jet (www.tomjet.de). Beim Singen schließlich geht es nicht darum, die Töne zu treffen, sondern einfach Spaß zu haben. Jet selbst bezeichnet es als Wellness für Körper, Geist und Seele. Das ist es wirklich. Denn die etwa 100 Leute am Mittwoch in der Brennbar und die gut 15 vor den Fenstern schweben schon nach dem Start mit Reinhard Mey über den Wolken vor Glück.

Zuvor heißt es aber erst einmal einsingen: „La la las“, „li li lis“ und „lu lu lus“ sind in verschiedenen Tonlagen zu hören. Beine und Arme schütteln, Körper aufrichten, den Kopf kreisen lassen – all das gehört dazu – und atmen. „Wer nicht atmet . . .“, beginnt Jet einen Satz, und eine Frau im Publikum vollendet: „Der fällt um und ist tot.“

Gelächter am ersten Tisch vor der großen Leinwand, auf der die Liedtexte zu lesen sind. Dort sitzen Orschels Marktweiber, die Sängerinnen vom Karnevalverein Frohsinn, die sich beim Rudelsingen für ihre nächste Kampagne vorbereiten wollen, wie sie sagen.

Auch dabei am Mittwoch das Hessenfernsehen mit einem Kamerateam, die den Beitrag am Sonntag, 7. August, in der Hessenschau bringen wollen. Originelle Bilder gibt es jedenfalls an diesem Abend genug: Uschi (68) schunkelt mit ihrer Freundin aus Königstein neben Anna aus Bad Homburg, die eine von Tom Jet überreichte Triangel schlägt. Alex (24) und David (25) aus Friedrichsdorf, die durch ihre Eltern zur Singshow gekommen sind, strahlen übers ganze Gesicht, egal, ob sie ein Lied kennen oder nicht.

Im Wagen vor mir . . .

Alle Hobby-Sänger liegen sich in den Armen zu Robbie Williams’ „Angels“ und geben alles bei Nenas „99 Luftballons“. Es wird geklatscht und außerdem immer lauter bei „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen . . . ratta, ratta, ratatata“. Diesen Song lässt Jet an der Gitarre von den Frauen und Männern abwechselnd und damit passend zum Text singen.

Zu Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder endlich Sommer“ verteilt der Rudelsing-Chef Schütteleier. „Schüttelalarm!“ Uschi schaut fragend übern Tisch und erhält sofort die Erklärung von ihrem Gegenüber, einem Besucher aus Frankfurt: „Ei Schütteleier, des sin Eier, die mer schüttelt.“ Im Rhythmus natürlich, denn sie sind mit Sand gefüllt.

Sommerlich geht’s weiter. Zu „Und es war Sommer“ von Peter Maffay wird die E-Gitarre im Stück mit kreischenden „Piu, Piu, Pius“ imitiert. Dann wird’s noch einmal richtig heiß, als ob es in der Brennbar, die allein schon ob der Temperaturen den richtigen Namen trägt, nicht schon warm genug wäre. Doch unerschrocken begeben sich die fröhlichen Sangesbrüder und -schwestern auf den „Highway To Hell“ von AC/DC. Abkühlung dann bei Rod Stewarts „Sailing“. Die im Text aufkommende Frage „Can You Hear Me?“ kann jedenfalls beim Rudelsingen nur mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet werden.

Mit einem Gospel entlässt Tom Jet seine Fans dann in die dunkle Orscheler Nacht. Aber sie werden wiederkommen, das steht fest. Denn am Sonntag, 18. September, ist das erste Open-Air-Rudelsingen im Biergarten des Brauhauses geplant.

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