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Ulla Meinecke erzählt wortgewaltig von der Liebe

Von Gerechtigkeit gebe es in der Liebe nicht, sagt die Popsängerin aus den 80ern, die nicht nur gut bei Stimme ist, sondern auch gut erzählen kann.
Bad Homburg. 

„Schön, dass ihr nicht alle grillen seid“, begrüßte Ulla Meinecke ihr Publikum am heißen Donnerstagabend im Sinclair-Haus. Unkompliziert und buchstäblich nah blieb die Sängerin den ganzen Abend in den engen Ausstellungsräumen. Rund 60 Personen verfolgten das Lese-Konzert einer der bekanntesten deutschen Sängerinnen der 1980er Jahre, die in Usingen geboren wurde und, ermutigt durch Udo Lindenberg, 1979 ihre erste Platte veröffentlichte. Nächste Woche wird sie 62.

Da schwingt immer ein bisschen Erwartung mit – ähnlich wie bei Katja Ebstein, die im November in der Englischen Kirche auftrat. Wie klingt sie? Singt sie was von früher? Meinecke kam stimmgewaltig, mit coolen Sprüchen und ein bisschen Lebensphilosophie zu einem Thema, das die Menschen bekanntlich in keinem Alter in Ruhe lässt. „Ungerecht wie die Liebe“ hat sie ihr „drittes und vorerst letztes“ Buch genannt – sie befinde sich „im Rücksturz auf die Welt“, gebe 100 Konzerte im Jahr. Das Homburger Museum dürfte eine der kleinsten Locations sein, in denen sie auftritt.

Mit Musiker Ingo York stand Meinecke zwischen den übergroßen Frauenporträts von Katharina Sieverding und Barbara Klemms kultigen Schwarz-weiß-Fotos aus der aktuellen Ausstellung und umrahmte ihre Lesung mit Liedern. Anti-Aging sei so nützlich wie eine Katzenklappe im U-Boot, leitete sie ihren Song „Ich bin zu alt“ ein. Wie gut sie bei Stimme ist, zeigte sie in ihrer Cover-Version von Marc Cohns „Walking in Memphis“. An ihre große Zeit erinnerte sie mit „Die Tänzerin“ von Edo Zanki.

Sie sei froh gewesen, den Buchtitel gefunden zu haben, denn „die Aufhebung der Gerechtigkeit in der Liebe ist eine schöne und schmerzhafte Tatsache“, so Meinecke. Beispiele lieferte sie in zweien ihrer Erzählungen – beide drehen sich um die falsche Wirklichkeit im Internet. Der Clou von „Fliegen im Netz“ – einer Geschichte über den verliebten Michael, der von Verena mit E-Mails zum Narren gehalten wird; sie sei krank und in Bhutan, schreibt sie, derweil sie sich nahebei mit einem anderen vergnügt – entlädt sich in den letzten Sätzen: „Michael hat an der Aufhebung der Schwerkraft gearbeitet. Verenas Hobby war Fliegen im Netz.“

Sehr aus dem Leben gegriffen auch die Erzählung „Perfect Match“, in der Dennis bei einer „Herrenhandtasche“ (Sixpack Bier) seinen Kumpel Hans überredet, eine total geschönte Kontaktanzeige im Netz loszujagen. So ist der ganz normale Mann Hans plötzlich meditierender und ganzkörperrasierter Katzenbesitzer . . . Trotz Lügen gibt’s ein unerwartetes Happy-End.

Mit „Blackbird fly into the night“ von den Beatles schickte sie die Besucher in die warme Nacht.

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