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Landratswahl im Hochtaunus: Ulrich Krebs würde gerne einmal den Papst treffen

Ulrich Krebs (CDU) will seinen Job als Landrat behalten, Ellen Enslin (Grüne) und Holger Grupe (FDP) wollen ihn bei der Wahl am 28. Januar beerben. Als Politiker sind alle bekannt. Aber man ist ja mehr als sein Amt. Deswegen hat Reporterin Sabine Münstermann einen Fragebogen ausgearbeitet, der dabei helfen soll, die Menschen Krebs, Enslin und Grupe kennenzulernen. Die Antworten waren zum Teil verblüffend. Oder hätten Sie gewusst, dass Ulrich Krebs super im Rasenmähen ist? Heute ist ihm unsere kleine Serie gewidmet.
Ulrich Krebs an seiner Wirkungsstätte. Seit 2006 steht er dem Landratsamt vor – und möchte das auch eine weitere Amtszeit tun. Foto: Jochen Reichwein Ulrich Krebs an seiner Wirkungsstätte. Seit 2006 steht er dem Landratsamt vor – und möchte das auch eine weitere Amtszeit tun.
Hochtaunus. 

Seit wann wussten Sie, dass Sie Politiker werden wollten?

ULRICH KREBS: Ich habe kein Berufungserlebnis gehabt, wenn Sie das meinen. Ich bin nicht eines Morgens aufgewacht und wusste: Jetzt willst du in die Politik. Aber tatsächlich war die Zeit rund um die Deutsche Einheit eine besondere, in der ich merkte, dass es Freude macht, sich politisch zu engagieren – und man etwas bewegen kann.

Und war es schon immer Ihr erklärtes Ziel, Landrat zu werden?

KREBS: Nein. Ich wusste zwar, was ein Landrat ist, hatte als Schüler auch auf den Bussen die Wahlwerbung meines Vor-Vorgängers, Klaus-Peter Jürgens, registriert. Aber dass eines Tages mein Plakat irgendwo hängen könnte, daran habe ich nicht gedacht. Allerdings ist es schon so, dass ich durch meine Tätigkeiten zunächst als Stadtrat, dann als Bürgermeister, irgendwann über das Landratsamt nachdachte.

Was haben denn Ihre Eltern zu Ihrer Entscheidung gesagt?

KREBS: Sie waren da eher zurückhaltend.

Und Ihre Freunde?

KREBS: Sie wussten eigentlich immer, dass ich an der Politik interessiert bin und haben mich auch regelmäßig damit aufgezogen. (Lacht). Gerade erst neulich übrigens. Da hatte ich 30-jähriges Abiturtreffen, und sie haben gewitzelt, Angela Merkel habe mir für einen weiteren Schritt auf der Leiter bislang einfach im Weg gestanden. . .

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kuss?

KREBS: Aber natürlich! Lang herbeigesehnt und dann eher unspektakulär.

Apropos: Was war denn das wildeste Erlebnis in Ihrer Jugend?

KREBS: Zu meiner Zeit als Teenager war es sehr populär, nachts ins Krifteler Parkbad einzusteigen. Zeitweise war es dort abends tatsächlich voller als tagsüber – zum Leidwesen des damaligen Bürgermeisters.

Haben Sie in der Schule geschummelt?

KREBS: Doch, klar. Und ich hatte auch Klassenbucheinträge, falls Sie das auch wissen wollen.

Verraten Sie uns doch mal, welches Ihre beiden größten Macken sind.

KREBS: Unpünktlichkeit ist die eine. Natürlich könnte ich das jetzt auf die vielen Termine und den Job schieben, aber ich fürchte, es ist ein bisschen meine Natur. Und als zweite Macke muss ich meinen Faible für Süßigkeiten nennen. Es soll ja Leute geben, die schon im September Lebkuchen ins Büro mitbringen. Und ich kann da leider nur schwer dran vorbeigehen.

Und wenn wir jetzt Ihre Frau fragen würden, bekämen wir die gleiche Antwort?

KREBS: Ja. Sie stört sich am einem wie am anderen – hat dabei aber vor allem beim Zweitgenannten natürlich meine Gesundheit im Blick.

Wer darf Ihnen halbwegs ungestraft sagen, wenn Sie schief gewickelt sind?

KREBS: In jedem Fall meine Frau. Und es gibt auch sonst den einen oder anderen, auch hier im Landratsamt.

Welches für die Politik komplett unwichtige Talent besitzen Sie?

KREBS: Ich kann gut Rasen mähen.

Wofür haben Sie zu wenig Zeit?

KREBS: Ganz klar für Privates, für meine Frau, meine Freunde, meine Hobbys. Ich fahre zum Beispiel zumindest einmal in der Saison gerne Ski. Vergangenes Jahr kam ich nicht einmal dazu.

Wer war der Held Ihrer Kindheit?

KREBS: Kapitän Horatio Hornblower. Ich hatte, wie es eine andere Zeitung einmal beschrieb, immer das Gefühl, mit ihm sicher nach Hause zu segeln.

Was haben Sie sich als Kind sehnlichst gewünscht, aber nicht bekommen?

KREBS: Oh, da fragen Sie etwas! Ich war schon ein Teenager und sollte eigentlich zu Weihnachten eine Skireise bekommen. Die mir meine Eltern dann strichen, nachdem ich nach dem Autowaschen eigenmächtig das Auto meiner Mutter wieder in die Garage fuhr – dort allerdings gegen die Wand. . .

Welchen Lebenstraum möchten Sie sich erfüllen?

KREBS: Ich träume von einer ausgedehnten Reise nach Australien und Neuseeland.

Was ist das Nützlichste, das Ihnen Ihre Eltern beigebracht haben?

KREBS: Anstand, ein Gefühl für das, was richtig ist und sich gehört. Moral. Werte.

Was können Sie nur mit Humor ertragen?

KREBS: Dummdreiste Menschen.

Was war der schlimmste Job, den Sie jemals erledigen mussten?

KREBS: Anfang der 90er-Jahre war ich auf einer Rundreise durch das Baltikum als einen meiner Mitarbeiter eine schreckliche Nachricht ereilte: Seine Mutter hatte einen Hirnschlag gehabt und läge im Sterben. Das war am Ostermontag 1993. Ich brachte ihn zum Flughafen nach Vilnius, damit er dort die Maschine erwischen konnte, um seine Mutter ein letztes Mal zu sehen.

Welche berühmte Persönlichkeit würden Sie gerne treffen – und warum?

KREBS: Tatsächlich würde ich gerne mal den Papst treffen, um mit ihm darüber zu sprechen, wie es mit der katholischen Kirche weitergehen soll. Und wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich als Lokalpatriot sehr gerne Benedikt XVI. kennengelernt. Ich meine: ein deutscher Papst?! Den hat es seit 500 Jahren, seit Hadrian VI., nicht gegeben. Deswegen hätte ich mich mit ihm gerne über dessen kirchenpolitische Ansichten ausgetauscht.

Können Sie kochen?

KREBS (ohne eine Miene zu verziehen): Ich kann Eier kochen.

Hm. Dann erübrigt sich wohl die Frage nach einer von Ihnen zubereiteten Spezialität. . . ?

KREBS: Ich fürchte. Allerdings kann ich Ihnen mein Lieblingsgericht nennen. Das ist auch kein Geheimnis: Forelle blau. Leider kann ich sie nicht zubereiten. Dafür mache ich ab und an, wenn am Wochenende zwischen zwei Terminen ein bisschen Zeit ist, Halt im einen oder anderen Restaurant und gehe dann Forelle essen.

Worüber haben Sie sich zuletzt so richtig aufgeregt?

KREBS: Darüber, dass das mit der Regierungsbildung in Berlin immer noch nicht gelungen ist. Vor allem die Unprofessionalität der FDP – allen voran Christian Lindner – hat mich maßlos aufgeregt.

Und jetzt noch mal schnell ein paar Sätze zu Ende schreiben:

Meine schulischen Leistungen waren. . . schwankend, aber in der Regel ganz brauchbar.

Mein Spitzname lautet. . . LUK. Wofür das steht, dürfte klar sein. Aber mein ehemaliger Büroleiter, der heutige Bürgermeister Usingens, Steffen Wernard, hat den Spitznamen auch in Anspielung an die hier in Bad Homburg früher ansässige LuK geprägt. (Anm. d. Red: Die LuK war ein Automobilzulieferer, bekannt für die Herstellung von Hydraulik- und Vakuumpumpen. Unter der Firmierung LuK gehörte auch Ixetic zur INA Holding Schaeffler KG. 2012 übernahm als Magna die Ixetic.)

Vor sechs Uhr morgens darf. . . mich in der Regel niemand wecken.

Meine Lieblings-Onlineseite. . . ist als großer Eintrachtfan natürlich kicker.de.

Mit einem Lottogewinn würde ich. . . ein bisschen Geld für meine geplante große Reise, vielleicht sogar eine Weltreise zurücklegen. Und soziale Projekte unterstützen – vor allem solche, die sich der Vermittlung von Bildung an Kinder verschrieben haben.

Vom Büroleiter zum Landrat

Ulrich Krebs ist 49 Jahre alt und verheiratet. Er wuchs in Eppstein-Bremthal auf und machte 1987 Abitur an der Bischof-Neumann-Schule in Königstein.

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Podiumsdiskussion am 17. Januar

Drei Kandidaten, eine Wahl: Am Sonntag, 28. Januar, entscheiden die Bürger im Hochtaunuskreis, wer in den kommenden sechs Jahren im Landratsamt das Sagen hat.

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