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Stadtentwicklungskonzepts: Umfrage: Wichtigstes Thema ist der Verkehr in Bad Homburg

Von Wie soll Bad Homburg im Jahr 2030 aussehen? Diese Frage steht im Zentrum des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts 2030 (ISEK), bei dem auch die Bürger eingebunden sind. Wie groß das Interesse am Mitgestalten ist, belegen die Zahlen: Innerhalb der vergangenen Wochen sind fast 6000 Anregungen im Rathaus eingegangen – und das ist erst der Anfang. . .
Mobilität und Verkehr spielt für die Homburger eine große Rolle. Ein Viertel aller rund 6000 Anregungen gingen dazu ein. Foto: Jochen Reichwein Mobilität und Verkehr spielt für die Homburger eine große Rolle. Ein Viertel aller rund 6000 Anregungen gingen dazu ein.
Bad Homburg. 

Wer in einer Stadt lebt, hat in der Regel auch großes Interesse an der Zukunft derselben. In Bad Homburg gilt das unbestritten: Denn sage und schreibe 5685 Bürger haben sich in den ersten Planungsprozess zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030 (ISEK) eingebracht – brieflich, persönlich, online – und ihre Anregungen und Vorstellungen eingebracht. Diese Beiträge seien „ein Meinungsbild er Stadtgesellschaft und ein Ideenspeicher, aus dem heraus sich mögliche Schwerpunkte der Entwicklung Bad Homburgs herausfiltern lassen“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

Beherrschendes Thema ist in den Augen der Bürger – hätten Sie’s vermutet? – das Thema Mobilität und Verkehr. „Ein Viertel aller Rückläufe befassen sich damit“, erklärt der OB und fügt hinzu: „25 Prozent aller Teilnehmer unserer Umfrage sagen, eine bessere Anbindung der Stadt an Frankfurt – Stichwort Ausbau U 2 und Regionaltangente West – sei wichtig.“ Zudem sei ein Radwegekonzept mit ausgebauten und sicheren Radwegen bedeutsam. Zusammengefasst werden könnte das unter dem Stichwort „zukunftsfähiges Mobilitätsnetz“, heißt es dazu in der online einsehbaren Zusammenfassung der Meinungen und Anregungen der Bürger (badhomburg2030.de.

Bezahlbarer Wohnraum

Auch die Schaffung von ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum, die Struktur der Louisenstraße oder die Betreuungssituation in Kindergärten brennt vielen Homburgern unter den Nägeln, wie die eingereichten Beiträge zeigten. Lösungen würden unter anderem in gemeinschaftlichen Wohnkonzepten wie Mehrgenerationenwohnen oder auch Senioren-Wohngemeinschaften, in der Aufstockung von vorhandenen Gebäuden oder einer Nachverdichtung von Baulücken gesehen.

„Aufgrund des Mangels an bezahlbarem Wohnraum erhofft sich ein Teil der Bürger Bad Homburgs eine zügige Entwicklung neuer Wohnflächen“, steht in der Zusammenfassung. In die Diskussion reihen sich allerdings auch Meinungen ein, die durch Nachverdichtung eine Einschränkung der Wohnqualität befürchten.

Die Kommentare zum Kurhaus übrigens sind kontrovers: Meinungen, das Kurhaus durch eine historisierende Fassade in altem Glanz wiederauferstehen zu lassen, stehen jenen gegenüber, die durch ein neues, modernes Kurhaus ein Symbol für die Zukunft der Stadt setzen möchten.

Einhellig hoch im Kurs steht dagegen die Eröffnung des geplanten Kinoneubaus am Bahnhof. Sie wurde im Stadtdialog häufig diskutiert. Und auch, dass das Kino sich auch mit ergänzenden Angeboten – wie einem Club oder Bars – an eine jüngere Zielgruppe in Bad Homburg richten.sollte

Insgesamt 13 verschiedenen Themenkomplexe beinhaltete die Umfrage – von Bildung über Kur und Gesundheit bis hin zu Sport, Klima und Wirtschaft. Interessant dabei: Vor allem das Kulturangebot wird von den Homburgern geschätzt und auch die vielen Grünanlagen in der Stadt. Was unter „Das ist schon ziemlich gut“ rangiert.

Teils unterschiedliche Ziele

Über alle Felder hinweg sagten die Beteiligten allerdings, dass noch einiges in einigen Bereichen deutlich besser werden muss; viele lieferten denn auch gleich Ideen. „Aber natürlich stehen manche der Ideen miteinander im Wettstreit und sind nicht unbedingt miteinander vereinbar“, sagt OB Hetjes und erklärt: „Da kann es schon mal vorkommen, dass für eine bestimmte Straße ein Teil sagt, da müsse ein Radweg her und ein anderer, ein Radweg dürfe dort auf gar keinen Fall hin. Oder einerseits sollen Flächen her, um günstigen Wohnraum zu schaffen, andererseits wird der Umweltschutz groß geschrieben.“

In der Umfrage nachgelagerten Fachdialogen mit Spezialisten aus den einzelnen Themenbereichen – etwa Vertretern von hiesigen Unternehmen für den Bereich Wirtschaft – wurden diese Eingaben der Bürger dann noch einmal diskutiert und protokolliert. „Nun ist es unsere Aufgabe, die Ergebnisse zu gewichten und zu schauen, was miteinander zu vereinbaren ist“, sagt Hetjes. Auf dem Weg zu ISEK 2030 werde es nun darum gehen, mögliche Entwicklungszenarien abzuleiten und konkrete Projekte zu benennen. Das Stadtforum am morgigen Donnerstag sei der Einstieg in diese Phase.

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