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Unterhaltsam mit Witz: „Urmel aus dem Eis“ feiert auf der Freilichtbühne Premiere

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Wochenende ein riesiges Ei aus der Urzeit auf die Freilichtbühne in Burgholzhausen angeschwemmt. Die Burgspielschar entführt ihr Publikum an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden auf die Insel Titiwu zu „Urmel aus dem Eis“.
Szene aus dem Stück: Urmel freundet sich mit Wutz an. Foto: Manfred Fels Szene aus dem Stück: Urmel freundet sich mit Wutz an.
Burgholzhausen. 

Die Sonne scheint, die Baumblätter rauschen und die Vögel zwitschern. Entspannt sitzen Kinder und Erwachsene auf der Wiese. Das sonntägliche Urlaubsgefühl wird jedoch plötzlich durch ein lautstarkes Diskutieren von Anzugträgern gestört. „Was verstehen Sie denn schon von der Wissenschaft“, poltert Frau Dr. Zwengelmann (energisch gespielt von Kerstin Baudisch). „Das Urmel hat existiert“, hält der als Pseudowissenschaftler beschimpfte Professor Habakuk Tibatong entgegen. Doch er wird von der Leiterin des Naturkundemuseums und dem Zoodirektor (Jan Tore Ohlsen) einfach nicht ernst genommen und bekommt aufgrund seines angeblich unhygienischen und sprechenden Hausschweins ein Verbot, weiter zu forschen. „Wir müssen weg, um in Ruhe zu forschen“, ist der Professor (herrlich zerstreut und mitreißend gespielt von Oliver Glaap) überzeugt, der Tieren das Sprechen lehrt. Wie wäre es mit einer einsamen Insel?

Noch vier Aufführungen

Morgens sitzen nun auf der Insel Titiwu Ping Pinguin (authentisch von Jolanda Schubert), Wawa der Waran (überzeugend von Rosa Schubert) und Schusch der Schuhschnabel auf Schulbänken vor einer Hütte, um ihre Sprachfehler mit altbekannten Zungenbrechern wie Fischers Fritze auszumerzen. Der mehr singende als sprechende „traurögö“ Seele-Fant (herrlich dargeboten von Ottmar Kunkel) beobachtet das Geschehen derweil faul von seinem Felsen aus. Und während das fehlerfrei sprechende und mit „öff“-Lauten sich manchmal aufregende Hausschwein Wutz (ausdrucksstark: Ilona Kunz) den Haushalt schmeißt und der Waisenjunge Tim Tintenklecks die Schultafel beschreibt, ertönt es laut mit lang gezogenen Vokalen aus dem Vogelnest auf dem Hüttendach: „Da schwämmt wäs“. Im türkisfarbenen Federkleid deutet Schusch (mit wunderbarer Haltung: Lissy Kaupp) auf einen Eisberg mit einem eingefrorenen Ei. Der Professor bittet den beobachtenden Seele-Fanten um Hilfe, der klagt: „Ich bin so traurig und wenn ich arbeite, kann ich nicht traurig sein.“ Er hilft trotzdem das Ei an Land zu holen und zieht sich wieder frustriert auf seinen Felsen zurück, da ihm niemand dankte.

Majestätische Jagd

Das Abenteuer um das spannende Ei beginnt. Während sich der Waran Wawa beim Ausbrüten des Eis nicht erkälten mag, brüstet sich Ping damit, stundenlang auf Eis liegen zu können. Alle Tiere sind sich lachend einig, dass es bei Wutz’ Gewicht doch eher zu Rührei würde. Reihum bebrüten die Tiere das Ei, bis es auf einmal knackt und das Urmel (liebevoll und fröhlich gespielt von Alma Blochowitz) schlüpft. Da Wutz es gleich wäscht, wird sie ungewollter Weise zu Urmels Mutter auserkoren, während der Professor ganz aus dem Häuschen ist, dass er endlich ein lebendes Urmel gefunden hat.

Seine mit Schadenfreude versetzte Flaschenpost an Frau Dr. Zwengelmann sorgt für Aufruhr in seiner alten Heimat: „Diese akademische Null, dieser Scharlatan – ich habe doch klipp und klar bewiesen, dass es das Urmel nicht gibt und niemals geben wird“, betont die Museumsdirektorin, zuckt jedoch nur mit den Schultern, als die neugierige Königin Pumponella (selbstbewusst und mit großer Ausstrahlung gespielt von Elena Schunk) nachfragt, was ein Urmel sei. Die Jagd aufs Urmel – ob lebend für den Zoodirektor oder ausgestopft fürs Museum – beginnt majestätisch. Die Königin höchstpersönlich tauscht Kleid und Krone gegen Safari-Kleidung und zieht mit Gewehr und ihrem Gefolge (Silvia Müller und Leni Gremmel) über die Insel auf der Suche nach dem Urmel.

Mächtig Applaus

Die Lage spitzt sich zu, als das Urmel an dem Haus des Professors vor das Gewehr der Königin läuft und nur Dank Tim Tintenklecks (mit vollem Einsatz dargestellt von Henri Schweitzer) gerettet wird und fliehen kann. Urmel ist aufgebracht. „Königin, Peng, Urmel futsch“, jammert das kleine Urmel dem Waran vor. „Warum bin ich nur das einzige Urmel auf der Welt?“, und versteckt sich heimlich in einer Höhle mit einem Ungeheuer. Die anderen Tiere sind beunruhigt. „Wir kännten die Känigin in die Hähle lockän, nachdäm wir Urmel dä herausgehält häben“, kommt der Schuhschnabel Schusch auf die Idee. Und schließlich halten der Professor, seine Tiere und Tim erneut zusammen, als Wawa und die Königin aus der Höhle befreit werden müssen. Die abenteuerliche Rettung beginnt. Jeder wird nach seinen Stärken eingesetzt und sie ziehen alle an einem Strang, als es darauf ankommt. Und so ist am Ende sogar der immer traurige Seele-Fant glücklich.

Unterhaltsam und mit Witz präsentierten die 17 Darsteller rund um die Regisseurin Judith Senger „Urmel aus dem Eis“. Das Publikum spendete bereits zwischendurch Applaus – und ganz besonders am Ende, als alle auf der Bühne tanzen. Und für ein Geburtstagskind im Publikum gab es sogar ein Ständchen. Denn manchmal feiern kleine Zuschauer ihren Geburtstag mit einem Theaterbesuch.

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