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Züge, Busse, Haltestelle: Vandalismus-Schäden kommen teuer

Von Zerstörte Info-Tafeln und eingetretene Glaswände an überdachten Wartehäuschen, zerschlitzte Sitze in den U-Bahnzügen sowie Graffiti an S-Bahnen und Zügen der Taunusbahn – die Form und Vielfalt blinder Zerstörungswut im ÖPNV kennt keine Grenzen.
Die Hessische Landesbahn muss alleine für die Beseitigung von Garfitti an den Taunusbahnen pro Jahr 15.000 Euro aufwenden. Foto: Pieren Foto: Pieren Die Hessische Landesbahn muss alleine für die Beseitigung von Garfitti an den Taunusbahnen pro Jahr 15.000 Euro aufwenden. Foto: Pieren
Hochtaunus. 

Ja, der Taunus ist nicht so sehr von Vandalismus-Schäden betroffen wie Frankfurt. Dennoch: Die Schäden an Zügen und auch an Haltestellen haben jüngst zugenommen. Eine zerstörte Bushaltestelle in Oberursel in der Silvesternacht und demolierte Info-Kästen am Bahnhof Neu-Anspach an den Weihnachtsfeiertagen belegen das.

Doch Vandalismus ist eigentlich eine nicht zutreffende Umschreibung. Das sieht man zumindest bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) so, die mit der U2 und der U3 zwei ihrer U-Bahnlinien in den Hochtaunuskreis in den Bad Homburger Stadtteil Gonzenheim und an die Oberurseler Hohemark schickt.

Ungutes Zeichen

„Die blinde Zerstörungswut an öffentlichem Eigentum im Bereich des ÖPNV hat mit dem germanischen Volksstamm der Vandalen wenig zu tun“, teilt dazu VGF-Pressesprecherin Juliane Herzog mit. „Es ist vielmehr ein typisches und ungutes Zeichen unserer modernen Gesellschaft. Das ist ein Angriff auf öffentliches Eigentum“

Während die VGF – die bekanntlich noch weitere U-Bahnlinien in Frankfurt betreibt – keine trennscharfe Schadensbilanz nach einzelnen Linien ziehen kann, ist ein Schadenssaldo beim Stadtbusbetreiber von Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf möglich.

„Pro Jahr entstehen durch Vandalismus an unseren Bussen im Vordertaunus Schäden in einer Höhe von etwa 75 000 Euro“, teilt dazu die Transdev-Pressestelle in Berlin auf Anfrage mit. „Diese Kosten entstehen hauptsächlich durch Graffiti-Sprühereien, aber auch durch Flaschenwürfe und Beschädigungen der Inneneinrichtung wie das Aufschlitzen von Sitzen.“

Bei den im Vordertaunus unter der Marke „Alpina“ verkehrenden Stadtbussen hat die Transdev dank Videoüberwachung in den Bussen eine effektive Abschreckung gefunden. „Vollständig lässt sich Vandalismus jedoch nicht verhindern“, so die Pressestelle des europaweit tätigen Konzerns. Die Schäden repariert das Unternehmen vornehmlich in der eigenen Werkstatt, in wenigen Fällen müssen externe Dienstleister hinzugezogen werden.

Auch die Hessische Landesbahn HLB muss als Betreiber der beiden Taunusbahn-Linien immer wieder Schäden an den Zügen und Haltestellen durch HLB-Mitarbeiter der Abteilung Infrastruktur- Instandhaltung in Usingen beseitigen.

„2017 sind der HLB durch Graffiti-Sprühereien an den Fahrzeugen Schäden in Höhe von 15 000 Euro entstanden“, teilt dazu HLB-Pressesprecherin Susanne von Weyhe mit. „Die Graffiti werden in der HLB-Werkstatt in Königstein durch eine Fremdfirma entfernt. Zum Glück werden – anders als auf anderen Linien – bei der Taunusbahn kaum Sitze und auch nicht das Innere der Züge beschädigt.“

Keine konkrete Summe

Die Deutsche Bahn als Betreiber der S-Bahnen – in den Taunus verkehren die S5 nach Friedrichsdorf und die S4 nach Kronberg – sah sich bislang nicht in der Lage, eine konkrete Schadenssumme für die beiden Taunus-Linien zu benennen. Gleiches gilt auch für die VGF als U-Bahn-Betreiber der beiden Taunus-Linien U2 und die U3. Auch hier ist lediglich ein Gesamtschaden zu benennen, der von Jahr zu Jahr variiert. „Alleine an unseren Fahrzeugen mussten wir in den vergangenen Jahren Schäden zwischen 50 000 Euro und 230 000 Euro beheben“, sagt Herzog. „Die jährlichen Schäden sind stark schwankend. Hinzu kommen die Schäden an der Infrastruktur wie Stationen, Haltestellen, Fahrscheinautomaten und Gebäuden.“

Die Schäden (Glasbruch, Graffiti-Entfernung, Versprühen von Feuerlöschern und anderes) summieren sich nach VGF-Angaben auf einen jährlichen Betrag, der zwischen 420 000 Euro und 946 000 Euro schwankt. „Allein für Graffiti-Entfernung und den anschließenden Oberflächenschutz müssen wir zum Teil jährlich mehr als 500 000 Euro aufbringen“, so Herzog.

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