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Seit November stehen Mietzahlungen aus: Vermieter kündigt der Main Taunus International School fristlos

Heftige Turbulenzen in Sachen Main Taunus International School: Während der Vermieter die Privatschule wegen Mietrückständen aus seinen Gebäuden hinausklagen will, stehen Verantwortliche der Schule auf dem Standpunkt, die Miete sei zu hoch. Unterdessen beschäftigt sich das staatliche Schulamt mit Beschwerden der Eltern. Die Stadt bereitet sich darauf vor, die Kindergartenkinder, die derzeit in der Privatschule betreut werden, nötigenfalls anderweitig unterzubringen.
Muss die private Main Taunus International School gGmbH raus aus den gemieteten Räumen? Der Vermieter drängt darauf. Muss die private Main Taunus International School gGmbH raus aus den gemieteten Räumen? Der Vermieter drängt darauf.
Friedrichsdorf. 

Ärger um die private Main Taunus International School gGmbH: Eltern machen sich Sorgen um den Fortbestand der zweisprachigen Schule (Deutsch und Englisch), unter anderem, weil es Schwierigkeiten mit den Finanzen gebe. In der Schule werden derzeit Grundschüler und ältere Kinder bis Klasse 10 unterrichtet. Außerdem gehört ein Kindergarten zu der Einrichtung.

Wie die Taunus Zeitung auf Anfrage beim Vermieter erfuhr, zahlt die Lehranstalt seit November keine Miete mehr. Johann Heyken vertritt die beiden Vermieter – nämlich die Rühl AG & Co. chemische Fabrik KG und Rühl Immobilien Entwicklungsgesellschaft (RIG) Bildungspark Friedrichsdorf GmbH & Co. KG. Er bestätigte: „Wir sind im Rechtsstreit mit der Schule. Nachdem die Mietzahlungen ausblieben, haben wir wegen Nichtzahlung der Miete fristlos gekündigt.“

Vor dem Landgericht

Ziel sei, so Heyken, dass die Miete nachgezahlt werde und die Schule ausziehe. Die Schule jedoch mache bisher keine Anstalten zu zahlen oder auszuziehen. Das Verfahren sei beim Landgericht Frankfurt anhängig.

Heyken ist nicht nur Vorstand der Rühl AG und Geschäftsführer der RIG, er macht sich auch Sorgen um die Schüler und Kindergartenkinder wie auch deren Eltern. „Wenn die Eltern für ihre Kinder eine neue Schule suchen müssen, wird die Zeit jetzt knapp. Bald sind Ferien.“ Vonseiten der Schule habe er zwar gehört, die Einrichtung wolle in ein Containerdorf ziehen. Aber wo das hin solle und ob das ohne Bauantrag so schnell gehe, wisse er nicht.

Die Schule ist derzeit in einem schönen älteren Gebäude und in einem Neubau untergebracht. Rühl hatte das neue Schulgebäude damals nach den Wünschen der Montessori-Schule gebaut, die vor der Rhein-Main International School (Rims) dort angesiedelt war. 2015 hatten Hans-Peter Dahlmann und Dietmar Ferber, von „Education Invest“ die Rims übernommen, die in finanzielle Schieflage geraten war. Dahlmann wurde dann Geschäftsführer der Main Taunus International School gGmbH.

Jetzt sagte Dahlmann, der inzwischen Gesellschafter ist, auf Anfrage der Taunus Zeitung in Bezug auf die Miete: „Wir haben über sechs Millionen Euro bezahlt, ich weiß nicht, was da fehlen soll.“ Und: „Ich leite eine gemeinnützige Einrichtung, und zwar zum Wohl der Kinder. Wir produzieren Schulbildung auf höchstem Niveau [...], weil wir Kinder lieben.“ Seit zwei Jahren laufe das toll. „Wir haben hervorragende Pädagogen die das Kind im Fokus haben.“ Gewerbetreibende (damit meinte er offenbar den Vermieter) hätten die Schule zu unterstützen. „Das gehört zur social responsibility (soziale Verantwortung).“ Die Vorgängerschule sei seines Erachtens nur wegen des Vermieters und seiner Vorstellungen von Miete in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Dahlmann: Ein Magnet

Die Schule sei jetzt Ausbildungspartner des Fußballvereins Eintracht Frankfurt geworden, so Dahlmann weiter. „160 junge Spieler haben Zugang zu unserer Schule.“ Ein Teil von ihnen besuche die Schule bereits. Zum Konzept der Schule gehört es, sportlich sehr begabten Kindern, die viele feste Trainingszeiten haben, maßgeschneiderten Unterricht anzubieten. Auch junge Tennis- und Schach-Spieler gehörten dazu. „50 junge Tennisspieler wollen zu uns kommen.“ Und: „Wir sind für Friedrichsdorf ein Magnet. Viele Eltern ziehen hierher, weil unsere Schule hier ist. Die ersten Schüler hätten gerade erfolgreich ihre Prüfung zur Mittleren Reife abgelegt. 2018 steht zum ersten Mal das Abitur an. Zu den aktuellen Schülerzahlen konnte Dahlmann keine Angaben machen. Eine Mutter schätzt, dass 50 bis 60 Kinder die Klassen 5 bis 10 besuchen. Hinzu kommen Grundschule und Kindergarten.

Im Fokus des Schulamts

Die Beschwerden der Eltern sind beim staatlichen Schulamt und bei der Stadtverwaltung bekannt. „Wir kümmern uns um die Probleme, die es da gibt“, sagte Schulamtsleiterin Dr. Rosemarie zur Heiden. „Sollte die Schule keine Räume mehr haben und geschlossen werden, müssten die Eltern ihre Kinder bei staatlichen Schulen anmelden.“ Wenn es da Schwierigkeiten, etwa durch Engpässe, gebe, helfe das Schulamt den Eltern gern weiter. Derzeit habe die Schule die staatliche Anerkennung, wenn sie aber keine Gebäude mehr habe, stehe auch die Genehmigung, die Schule zu betreiben, infrage. Zur Heiden betonte: „Gebäude bedeutet Schulgebäude. Das heißt, es muss Fachräume geben.“ Das sei vor allem für Physik- und Chemieunterricht nötig, weil dort Versuche gemacht würden. Außerdem müssten die Chemikalien fachgerecht gelagert werden. Überdies müsse eine Turnhalle vorhanden. Wenn die Mindestvoraussetzungen nicht erfüllt seien, werde das Schulamt handeln.

Stadt bereitet sich vor

Ob überhaupt in der Stadt Platz für einen alternativen Standort ist? Aus dem Rathaus hieß es, der Stadt liege kein Bauantrag vor. Die Stadt werde aber eine Lösung für die Friedrichsdorfer Kindergartenkinder suchen, falls der Kindergarten, der zu der privaten Schule gehört, geschlossen werde. Diese Kinder hätten nämlich eine Anspruch auf einen Betreuungsplatz in der Hugenottenstadt. Die Stadtverwaltung werde dann entweder für den jetzigen Kindergarten einen neuen Träger suchen oder die Kinder auf andere Kindergärten in der Stadt verteilen.

 

Am heutigen Samstag ist von 11 bis 16 Uhr in der Main Taunus International School, Hugenottenstraße 119, Tag der offenen Tür.

 

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