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Virtuoser Auftakt von „Castle Classics“

Von Die Freunde des Streichquartetts waren vom Angebot des Programms am Sonntag in der Schlosskirche angezogen und genossen die jeweils charakteristische Tonsprache der Komponisten.
Bad Homburg. 

Partiell rubinrote Beleuchtung der Apsis in der Schlosskirche, die Frauen des Rubin-Quartetts nahmen Platz, Irmgard Zavelberg und Jana Andraschke (1. und 2. Violine), Martina Horejsi (Viola) und Ulrike Zavelberg (Violoncello). Das Streichquartett B-Dur op. 76, Nr. 4 von Joseph Haydn (1732–1809) stand auf dem Programm. Zweite Violine, Viola und Cello bereiteten einen dezenten Klangteppich, über dem sich die Melodie der ersten Violine erhob und sich jubelnd bis ins Fortissimo steigerte.

Was Wunder, wenn solcherart Klangmalerei als Dämmerung mit Aufsteigen der ersten Sonnenstrahlen empfunden wird, in die ein ganzes Morgenkonzert der Natur einstimmt – von Haydn stammt das jedenfalls nicht, es sind britische Empfindungen zum sogenannten Sonnenaufgangsquartett, das hierzulande wegen gewisser Ähnlichkeiten auch den Beinamen Tannhäuser-Quartett trägt. Nach dem wunderschönen ruhigen Adagio und dem Menuett im Scherzo-Charakter kam ein nicht zu schnelles weiteres Allegro, das doch mit virtuosen Läufen aufwartet.

Die Zuhörer waren trotz kaum nennenswerter Intonationsprobleme und kleiner Unebenheiten im Zusammenspiel zu Recht sehr begeistert. Ein großer Verehrer von Haydn war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), so sind Anspielungen an den großen Meister auch in seinem Streichquartett G-Dur KV 387 zu erkennen. Auch hier überzeugte besonders die plastische Gestaltung des Werks, virtuose und technisch brillante Darbietung ließ über kleine Mängel hinweghören. Die Zuhörer hielten die Spannung über die einzelnen Sätze mit großer Konzentration, kleine Huster sind im November eben nicht ganz zu vermeiden.

Hatte Haydn Sonnenaufgangsstimmung eingefangen, so sollte sich mit Ludwig van Beethoven (1770–1827) der Tageslauf vollenden. Er wurde für den zweiten Satz seines Streichquartetts Nr. 8 e-Moll op. 59,2 nach eigener Aussage durch den Sternenhimmel inspiriert. Auf das Allegro des ersten Satzes folgte im zweiten ein Adagio, die nähere Bezeichnung „… con molto di sentimento“ hervorragend gelungen. Ein leichtfüßig tänzerisches Thema zeichnet das Menuett aus. Dieses Werk kann man als Höhepunkt des Konzerts bezeichnen, mit ganz großem Einsatz steigerten sich die Interpretinnen von Satz zu Satz, vom Cellobogen fielen der Intensität gar Haare zum Opfer.

Besonders virtuos war das finale Presto, die rasanten Tonfiguren und Sequenzen wurden nahtlos durch die Stimmen weitergereicht bis zum furiosen Ende.

Zur Begeisterung der Zuhörer gab es aus dem Liedzyklus „Zypressen“ von Antonín Dvorák noch ein Stück, was weiter anhaltenden Beifall auslöste.

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