Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Städte: Warum Königstein und Kronberg eng zusammenarbeiten wollen

Von Nachbarkommunen konkurrieren in vielerlei Hinsicht miteinander: Sei es, wenn sie auf dem abgegrasten Arbeitsmarkt nach Erzieherinnen suchen, sei es, wenn es darum geht, Gewerbesteuerzahler innerhalb der eigenen Gemarkungsgrenzen anzusiedeln. Doch es gibt auch immer wieder Bereiche, wo eine Zusammenarbeit sinnvoll erscheint.
Bürgermeister Leonhard Helm (l.) und sein Amtskollege Klaus Temmen haben sich über ihre Zusammenarbeit unterhalten. Bürgermeister Leonhard Helm (l.) und sein Amtskollege Klaus Temmen haben sich über ihre Zusammenarbeit unterhalten.
Königstein/Kronberg. 

Die Interkommunale Zusammenarbeit war das Thema bei einer Veranstaltung am Montagabend, zu der Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) seinen Kronberger Amtskollegen Klaus Temmen (parteilos) ins Wahlkampfbüro ins Benders in der Frankfurter Straße 1 eingeladen hatte. „Das Kirchturmdenken gehört dort der Vergangenheit an, wo die Partnerschaft gut funktioniert“, sagte Helm. Und bei Kronberg und Königstein ist das der Fall.

Temmen, vor 61 Jahren im Königsteiner St. Josef-Krankenhaus geboren, berichtete, dass es die Kronberger Rittergarde war, die 1952 dem ersten Königsteiner Burgfräulein Geleit geboten hatte. „In Kronberger Händen fühlt man sich wohl“, ordnete er diese frühe interkommunale Zusammenarbeit mit einem Augenzwinkern ein.

„In den vergangenen zehn Jahren, seit dem Klaus Temmen in Kronberg Bürgermeister ist, sind die nachbarschaftlichen Beziehungen um Klassen besser geworden“, leitete Helm freundlich in das Thema ein. Ohnehin plauderten die beiden anderthalb Stunden lang wie gute Freunde über die Lage ihrer Kommunen und Erfahrungen, die sie geteilt haben. Da durfte Helm dann auch frotzeln, dass Kronberg zwar in vielen Belangen die Nase vorn habe, die Königsteiner Bürger aber ein bisschen mehr verdienten. „Das nützt dir auch nichts“, konterte Temmen schlagfertig. Und hatte in der Sache recht. Denn der Anteil, den die Kommunen von der Einkommensteuer ihrer Bürgern einbehalten dürfen, ist begrenzt.

Die Last der Abgaben, an diesem Punkt herrschte Einigkeit zwischen den beiden Bürgermeistern, ist für beide Kommunen sehr hoch. „Von jedem Euro, den wir einnehmen, gehen 70 Cent an Umlagen weg“, rechnete Temmen vor. Kronberg und Königstein haben eine lange Phase des Sparens und Konsolidierens hinter sich. In dieser Zeit wurden einige Projekte ins Leben gerufen, bei denen die Kommunen zusammenarbeiteten: etwa bei den Standesämtern (gemeinsam mit Glashütten und Steinbach) oder bei der Gemeinschaftskasse Taunus (mit Steinbach).

Geld, ja, das lasse sich sparen, doch zur Haushaltssanierung reiche das nicht aus, führte Kronbergs Rathauschef aus. Zumal am Anfang Investitionen stünden. Und Probleme gebe es auch: Nicht jeder Mitarbeiter freue sich darüber, auch in einer anderen Kommune eingesetzt werden zu können.

In der interkommunalen Zusammenarbeit sieht Helm vor allem die Möglichkeit für die Kommunen, gestiegene Anforderungen zu bewältigen und die Qualität der Arbeit zu gewährleisten. So könne ein Pool von Standesamtmitarbeitern Ausfälle besser auffangen. Oftmals erreichten die Kommunen alleine nicht die kritische Masse, um ihre Mitarbeiter fortbilden zu können. Auch hier helfe die Kooperation. Die Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommunen ist vielfältig. Das reicht vom Ausleihen eines Friedhofbaggers oder einer Hebebühne bis hin zum Gründen eines gemeinsamen Verbandes, etwa dem Abwasserverband Kronberg/Königstein.

Die Bemühungen gehen weiter, verrieten Helm und Temmen. So werde seit einem Jahr über weitere Kooperationen in der Kernverwaltung zwischen Bad Homburg, Oberursel, Kronberg, Königstein, Steinbach und Glashütten nachgedacht.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse