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Nach Flut vom 9. Juli: Was tun beim nächsten Starkregen?

Von Am 9. Juni verwandelte sich die Altkönigstraße in Oberhöchstadt in einen Bach und auch in Kronberg hatte die Feuerwehr viel zu tun. Im Nachgang stellt sich die Frage, ob die Orte gut genug vorbereitet waren.
Überflutung in Oberhöchstadt: Am 9. Juni hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr einiges zu tun. Überflutung in Oberhöchstadt: Am 9. Juni hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr einiges zu tun.
Kronberg. 

Die schweren Wolkenbrüche am 9. Juni haben den Feuerwehren von Kronberg und Oberhöchstadt jede Menge Arbeit beschert: Zu mehr als 200 Einsätzen mussten die Feuerwehrleute an jenem Wochenende infolge des heftigen Gewitters ausrücken – und bekamen Unterstützung von Kameraden aus dem gesamten Hochtaunuskreis. „Nur Dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehren, der Stadtwerke und nachbarschaftlicher Hilfe konnte Schlimmeres verhindert beziehungsweise konnten Schäden schnell beseitigt werden“, äußert sich CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Becker in einer Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: „Uns ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu erfahren, wie Schäden zukünftig verhindert beziehungsweise minimiert werden können.

So möchte die CDU wissen, ob das Regenrückhaltebecken in Oberhöchstadt (Ecke Altkönigstraße/Schönberger Straße) seinen Zweck erfüllt hat, oder ob es Erkenntnisse darüber gibt, dass das Becken nicht richtig angeschlossen war. Die Christdemokraten fragen nach der Höhe der Schäden an städtischen Liegenschaften und Straßen sowie nach der Höhe der Schäden bei privaten Haushalten. Ferner will die CDU wissen, ob die Dimension der Kanalleitungen für die geplanten Neubaugebiete (Baufeld V am Bahnhof oder Altkönigblick in Oberhöchstadt) ausreichen. Und sie fragen nach dem durchschnittlichen Alter der städtischen Kanalleitungen.

Warten auf Antworten

Wenn die Antworten vorliegen, sollen die städtischen Gremien über mögliche zusätzliche Maßnahmen entscheiden, um Schäden bei Extremwetterlagen so gering wie möglich zu halten, fordert Becker.

Die Verwaltung befasse sich mit der Nachbereitung der Ereignisse – auch, weil es entsprechende Anfragen aus der Bevölkerung gebe, sagt Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos). Noch liegen ihm nicht alle Informationen – etwa zur Schadenshöhe – vor, doch fest steht für ihn Grundsätzliches: „Für so ein Regenereignis lässt sich kein Kanalnetz auslegen. Das bekommen Sie gar nicht unter der Straße unter.“ Und unwirtschaftlich wäre es überdies. Die Gebührenzahler würden sich bedanken, wenn sie ein überdimensioniertes Kanalsystem und dessen Wartung finanzieren müssten. Die Kanalisation in Kronberg ist laut Siedler entsprechend der geltenden Normen dimensioniert. Im Altbestand heiße dies, dass sie für Regenereignisse, wie sie statistisch alle drei Jahre vorkommen, ausgelegt sein müssen. Bei Neubaugebieten werde der Kanal so ausgelegt, dass er auch solchen Regenereignissen Herr werden kann, wie sie rechnerisch alle fünf Jahre auftreten.

Einen solchen Wolkenbruch habe es nach Aussagen der Feuerwehr das letzte Mal in den 80er Jahren gegeben, sagt Siedler. Selbst wenn es doppelt so viel Wasser hätte aufnehmen können – das hätte nicht gereicht. Das Rückhaltebecken in Oberhöchstadt sei richtig angeschlossen gewesen, aber auch hier gelte, die Kapazitäten hätten nicht gereicht.

Regelmäßige Kontrolle

Da die Kanäle regelmäßig per Kamera befahren werden, geht Siedler davon aus, dass sie in Ordnung sind. Ein Kanalsystem dürfe durchaus überstauen – also bis zur Oberkante volllaufen. Allerdings steige dann auch die Wassersäule auf die Kellerleitungen. Aus diesem Grunde seien Rückstauklappen in den Häusern so wichtig. Sie müssen zum einen vorhanden sein und zum anderen auch funktionieren – dürften also nicht durch Unrat blockiert werden –, wenn sie das Volllaufen von Kellern verhindern sollen.

Dass sich die steil bergab führende Altkönigstraße am 9. Juni in eine Art Bach verwandelt habe, liege nicht an der Kanalisation. Vielmehr seien Bäche über das Ufer getreten. Da könnte das Anlegen von Retentionsflächen oder Dämpfungsbecken helfen. Eine Frage, mit der man sich angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Zunahme von Extremwetterereignissen befassen müsste. Nach Auskunft der Feuerwehr habe das neue Dämpfungsbecken am Opel-Zoo geholfen, dass der Rentbach wenig Probleme bereitet hat.

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