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"Blickachsen": Welches Kunstwerk hätten Sie denn gerne?

Von Nach einer Pause kauft die Stadt in diesem Jahr wieder ein Blickachsen-Werk. Die Bürger haben die Möglichkeit, sich zwischen zwei Skulpturen zu entscheiden.
Soll die Stadt „jump“ und „roma“ aus dem Ensemble „Placements“ von Manfred Wakolbinger kaufen? Bilder > Foto: Jochen Reichwein Soll die Stadt „jump“ und „roma“ aus dem Ensemble „Placements“ von Manfred Wakolbinger kaufen?
Bad Homburg. 

Wir wissen nicht, ob OB Alexander Hetjes (CDU) ein guter Pokerspieler ist, doch auch er wird wissen, dass es immer gut ist, wenn man ein Ass im Ärmel hat. Die BLB hatte auf der Parlamentssitzung am vergangenen Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Es ging dabei um den mehr oder weniger traditionellen Ankauf eines Blickachsen-Kunstwerks durch die Stadt. Vor zwei Jahren hatte sich das Parlament aus finanziellen Gründen mehrheitlich gegen den Kauf einer Skulptur ausgesprochen.

Damals hieß es, man wolle für 2017 ansparen. Daran erinnerte BLB-Fraktionschef Armin Johnert bei der Begründung der Dringlichkeit. Es komme hinzu, dass die Biennale demnächst endet – und dass ja die Bürger bei der Auswahl der zu kaufenden Skulptur beteiligt werden sollte. Für Letzteres hatte vor allem die CDU gekämpft. Doch der Antrag der BLB kam nicht auf die Tagesordnung. Denn der OB verkündete mit einem ansatzweise triumphalen Lächeln im Parlament – wohl auch zur Überraschung vieler Abgeordneter – dass doch schon längst alles eingetütet sei. Er verwies auf die seit vergangenem Samstag laufende Online-Abstimmung auf der Homepage der Stadt, bei der sich die Bürger für eines von zwei zur Auswahl stehenden Kunstwerken entscheiden könnten. Ein „Versuchsballon“ sei dies, so der OB – oder auch sein Ass im Ärmel.

Und tatsächlich, tagsdrauf flatterte eine entsprechende Pressemitteilung in die Redaktion. Die Stadt beabsichtigt, ein Kunstwerk aus der laufenden Blickachsen-Ausstellung anzukaufen, heißt es darin. „Unsere Fachleute haben eine Vorauswahl getroffen“, so Hetjes, der von einer „sehr gut besuchte Ausstellung mit hochwertigen Skulpturen“ spricht. Kriterien für die zur Auswahl stehenden Werke seien der künstlerische Eindruck und das zur Verfügung stehende Budget gewesen. Das letzte Wort sollen jetzt die Bürger haben. Sie sollen die Plastik auswählen, die dann dauerhaft in der Stadt zu sehen sein werde. Im Haushalt 2017 steht ein Budget in Höhe von 100 000 Euro zur Verfügung.

Zur Auswahl stehen nun die beiden folgenden Kunstwerke:

  „Quader“ von Ewert Hilgemann. Das Werk steht derzeit zusammen mit zwei weiteren Stücken in Höhe der Tennisplätze im Kurpark.

  „jump“ und „roma4“ von Manfred Wakolbinger. Beide Skulpturen sind in der laufenden Ausstellung zusammen mit drei weiteren Werken des österreichischen Bildhauers auf der Wiese unterhalb des Kurhauses in Richtung Schwanenteich zu sehen.

Abgestimmt wird auf der Homepage der Stadt (www.bad-homburg.de). Die Umfrage läuft online bis 24. September, 24 Uhr.

Besänftigen kann das die BLB-Vorsitzende und Kulturfachfrau Beate Fleige nicht. Es sei schon „speziell“, dass der OB ausgerechnet an dem Tag, da die BLB ihren Dringlichkeitsantrag stelle, plötzlich mit einer „Online-Befragung“ aufwarte. Der Magistrat jedenfalls sei darüber nicht informiert und auch nicht an der Auswahl der zwei Objekte beteiligt worden. Hinzu komme, so Fleige, dass von einer Online-Befragung nie die Rede gewesen sei. „Damit schließt man schon einen großen Teil der Bevölkerung aus“, so die BLB-Chefin weiter.

Online könne man dieser besonderen Bürgerbeteiligung auch nicht gerecht werden. So würde den Bürgern eine echte Beteiligung nur vorgegaukelt. Denn wenn man es mit einer Beteiligung der Homburger wirklich ernst meinen würde, dann hätte man die Entscheidung offen lassen müssen. Fleige: „Die Bürger nur zwischen A oder B entscheiden zu lassen, ist schon ein Trauerspiel.“ Das habe nichts mehr mit dem eigentlichen Beschluss von 2015 zu tun. Denn von einer Liste möglicher Objekte, die in das städtische Budget passen, sei man einfach abgerückt.

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