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Oberhöchstädter Theatergruppe: Wenn die Hormone verrückt spielen: Fichtegickel zeigen „Charleys Tante“

Von Die Liebe ist ein seltsames Spiel, das wusste schon Connie Francis. Bei der Oberhöchstädter Theatergruppe „Die Fichtegickel“ macht sie Studenten kopflos, Damen willenlos und das Publikum sprachlos: Bühne frei für Charleys Tante.
Die Premiere des Theaterstücks „Charleys Tante“ der Fichtegickel war ein voller Erfolg.	Foto: Yvonne Späne Die Premiere des Theaterstücks „Charleys Tante“ der Fichtegickel war ein voller Erfolg. Foto: Yvonne Späne
Oberhöchstadt. 

Ob in Hyderabad, Ouagadougou oder Sansibar: Viele Schlachten hat Edward Chesney schon geschlagen, und die meisten davon sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Was er aber im Haus seines eigenen Sohnes miterlebt, bringt selbst den ebenso hochdekorierten wie -verwirrten Militär an seine Grenzen. Des einen Leid ist des anderen Freud: Das Haus Altkönig war ausverkauft, als am Samstagabend die Farce „Charleys Tante“ nach Art der Oberhöchstädter Theatergruppe „Die Fichtegickel“ Premiere feierte.

Ulrich Heinecke überzeugte als zackiger Veteran und wandelndes Ersatzteillager, hatte in puncto Skurrilität jedoch starke Konkurrenz. Dabei fängt alles recht harmlos an: Die Handlung ist im prüden viktorianischen England, wo Brandon Thomas das Stück 1892 auch verfasste, angesiedelt. Jack Chesney (Andreas Risse) und Charley Wykeam (Christoph Müller), zwei junge und noble Studenten, erwarten Damenbesuch. Anny (Ann-Christin Ernst mit souveränem Debüt) und Kitty (Melanie Falland) machen jedoch erst einmal flott kehrt, als sie merken, dass die zugesagte Anstandsdame, Charleys Tante Lucia D’Alvadorez, nicht anwesend ist: „Die Züge streiken“, in diesen Tagen die wohl logischste Erklärung. Ein Ersatz für den Anstandswauwau muss her, um das Schäferstündchen zu retten.

Ein Fall für den Kommilitonen Freddy Baker – und damit für Steffen Schmidt. Er schlüpft in Frauenkleider, schreckt dabei auch vor hohen Absätzen und Stimmlagen nicht zurück und gibt die Tante aus Brasilien, „dem Land, wo die Affen herkommen“. Der erste Bühnenauftritt ist ein Selbstläufer, doch Schmidt gelingt es, die Komik als staksige Tante über das gesamte Stück durch kleine Gesten – und eine große, mit Freude ausgespielte Unverschämtheit im zweiten Akt – weiterzuspinnen.

 

Wilde Komödie

 

Den chaotischen Reigen komplettieren der feuchtfröhliche Diener James (Norbert Jäger) sowie der Vormund der beiden jungen Damen, Henry Adams, mit Jörg Kouth als Bühnen-Neuling, der sich auf Anhieb gut ins Ensemble einfügte. Und natürlich Charleys Tante, das Original, gespielt von Birgit Kühn in Begleitung ihrer unübersehbaren Gesellschafterin Ella Forester (Anneliese Hecking).

Ein Sonderlob verdienten sich die Fichtegickel für die akribische Auswahl der Kostüme und die Ausgestaltung der Bühnenbilder (Gerhard Patterer), die den britischen Chic gut repräsentieren. Zwar halten sich die Mimen in der aktuellen Produktion mit lokalen Anspielungen zurück, da dies nicht in den Kontext des Stücks passe, wie Norbert Jäger im Vorgespräch erklärte. Was jedoch in gemächlichem Tempo und mit vornehmer Zurückhaltung beginnt, entwickelt sich unter der Regie von Viktoria Fuchs und Assistenz Carolin Pfitzner schnell zu einer temporeichen und wilden Komödie. Übrigens: Pünktliches Erscheinen nach der Pause ist unbedingt angeraten.

Karten für „Charleys Tante“ im Haus Altkönig, Altkönigstraße 30, gibt’s für 15 Euro im Delikatesslädchen „DeliCasa“ in der Limburger Straße 1, Telefon (0 61 73) 6 01 10 04, in Oberhöchstadt. Die weiteren Vorstellungen beginnen am Samstag, 25. Oktober, Freitag, 31. Oktober, sowie am Samstag, 1. November, jeweils um 20 Uhr. Auch eine Nachmittagsvorstellung steht auf dem Programm: am Sonntag, 26. Oktober, um 17 Uhr.

Wer selbst Spaß an Verkleidungen hat, ist beim Kostüm-Basar des KV 02 am Sonntag, 23. November, an der richtigen Stelle. Im Vereinsheim, am Sportfeld 1, werden bei Kaffee und Kuchen von 10 bis 16 Uhr zahlreiche Kostüme und Accessoires aus den eigenen Gruppen des Vereins zum Verkauf angeboten.

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