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Citroën-Oldtimer: Wie Louis de Funès durch den Taunus

Gut ein Jahr lang haben der Falkensteiner Reinhard Stein und Volker Hollstein einen Citroën-Oldtimer restauriert. Nun macht das „Dromedar“ Touren durch den Taunus.
<span></span> Foto: Jochen Reichwein
Falkenstein. 

Wenn sich das Garagentor öffnet, weht ein Hauch Saint-Tropez durch Falkenstein. Reinhard Stein hat in mühevoller Detailarbeit einen fast 40 Jahre alten Citroën Méhari restauriert – das Kultauto der 70er Jahre, das als Symbol für Sommer, Strand und französische Lebenskunst gilt.

Berühmt wurde der Méhari hierzulande durch den Schauspieler Louis de Funès, der darin als „Gendarm von Saint-Tropez“ unterwegs war, um an der Côte d’Azur für Recht und Ordnung zu sorgen. Auf deutschen Straßen sah man das Fahrzeug allerdings so gut wie nie. Es fehlte die Betriebserlaubnis, da die deutschen Behörden die Plastikkarosserie des Méhari als Brandgefahr ansahen. In Frankreich avancierte das Gefährt, das zwischen 1968 und 1987 auf Basis des Citroën 2CV („Ente“) gefertigt wurde, zum Liebling der Strandtouristen und zum Kultauto.

Auch der Falkensteiner Reinhard Stein, der als Mitglied des Partnerschaftsvereins Kronberg-Le Lavandou regelmäßige Reisen an die südfranzösische Mittelmeerküste unternimmt, ist seit vielen Jahren ein Fan der „Strand-Ente“.

Traum geht in Erfüllung

Vor einem Jahr erfüllte er sich einen langgehegten Traum und kaufte einem französischen Metzgermeister den begehrten Oldtimer ab. Es sei „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, als er das orange-weiße Cabriolet das erste Mal sah, erzählt Stein. Per Anhänger holte er das Auto in einer dreitägigen Reise aus einem Vorort von Saint-Tropez in den Taunus. Daheim wurde der Méhari mit einem Gartenfest und einer „Taufe“ mit französischem Sekt standesgemäß begrüßt. Dann ging’s ans Restaurieren.

Mühsame Puzzlearbeit

Die Salzluft des Mittelmeers und die südländische Sonne hatten dem Wagen sichtbar zugesetzt. Der Vorbesitzer hatte sich bereits um einige Ersatzteile bemüht, dann aber offenbar die Freude an seinem „Renndromedar“ (ein Méhari ist ein Nordafrikanisches Renndromedar) verloren. Das wahre Ausmaß des Verfalls zeigte sich jedoch erst, als Reinhard Stein und sein Freund Volker Hollstein die Kunststoffkarosserie abnahmen: Das Fahrgestell war stark verrostet, die Karosserie selbst extrem spröde und teilweise gebrochen.

Aber die beiden Oldtimerfans gaben nicht auf, zerlegten das Auto in unzählige Einzelteile, die sie Stück für Stück säuberten, entrosteten, neu lackierten oder, wenn nötig, ersetzten.

Vieles originalgetreu

Ehefrau Heike Stein hatte zwischenzeitlich nicht mehr daran geglaubt, dass sich das Stückwerk in ihrem Garten und ihrer Garage jemals wieder zu einem fahrtüchtigen Auto zusammensetzen ließe.

Aber die beiden Bastler machten weiter, konnten am Ende alle Puzzlestücke wieder zusammenfügen. Im September dieses Jahres strahlte der orange-weiße Sommerflitzer dann wieder in voller Schönheit: Motorhaube (originalgetreu mit Gummispannern und Lederriemen befestigt), Innen- und Kofferraum in Orange, Seiten, Verdeck, Sitze und Felgen in Weiß. Dazu eine Revolverschaltung und die typischen schmalen Reifen der „Ente“.

Ein auf Oldtimer spezialisierter TÜV bescheinigte dem Wagen mittlerweile die ordnungsgemäße Straßentauglichkeit, der Méhari aus Falkenstein erhielt sein neues Kennzeichen „HG“.

Besonders stolz ist der Besitzer darauf, dass ein Gutachter die Note „2 plus“ für den Zustand des Oldtimers vergab. Die erste Ausfahrt führte die passionierten Hobbymechaniker auf den Feldberg.

Fast ein Jahr lang haben die bei-den Freunde an der Restauration ihres französischen Oldtimers gearbeitet. Wie viele Stunden Arbeit sie hineingesteckt haben, wollen sie gar nicht wissen.

„Es ist für uns einfach ein großer Spaß“, sagen sie. Ein Stück vom französischen Süden hätten sie sich so nach Hause geholt. Und im Méhari durch den Taunus zu fahren, fühle sich einfach klasse an, „das hat mit normalem Autofahren nichts zu tun“.

„Das Cabriolet, das es auf maximal Tempo 100 bringt, zieht die Blicke an, Fotos werden geschossen. Die Begeisterung der Einheimischen und der Taunustouristen ist groß, und es liegen bereits diverse Anfragen für Mitfahrten vor. Für den kommenden Sommer plant der Besitzer daher auch, seinen orange-weißen Strandflitzer bei verschiedenen Automobil- und Oldtimerschauen zu präsentieren.

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