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Neubürgerempfang: Willkommen zu Hause

In Kronberg lässt es sich leben. Das zeigt die steigende Einwohnerzahl, die mittlerweile bei 19 300 liegt. Allerdings ist die Fluktuation – wie überall im Taunus – auch in der Burgstadt groß. Allein zwischen Oktober 2016 und Ende August 2017 haben 957 Neubürger Kronberg als zu Hause gewählt. Denen ein Gefühl von Heimat zu geben. Dafür gibt es den alljährlichen Neubürgerempfang.
So fühlt man sich gleich noch mehr willkommen: Mit einem Glas Sekt oder O-Saft in der Hand ließen sich die Neubürger über die Angebote der Stadt informieren. Foto: Jochen Reichwein So fühlt man sich gleich noch mehr willkommen: Mit einem Glas Sekt oder O-Saft in der Hand ließen sich die Neubürger über die Angebote der Stadt informieren.
Kronberg. 

Dr. Deepika Agarwal ist neu in Kronberg. Und sie ist nicht allein. Die studierte Umweltwissenschaftlerin lebt mit ihrer kleinen Tochter in der Burgstadt. Die Kleine ist im Grundschulalter, die Mama berufstätig – da kann es schon mal schwierig werden, wenn man versucht Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

Entsprechend interessiert ist Deepika Agarwal an den Informationen zu den Betreuungsangeboten in der Burgstadt, die Angelika Hartmann an ihrem Stand in der Kronberger Stadthalle bereithält. Hartmann ist im Rathaus zuständig für die Koordination der Kinderbetreuungsplätze und weiß, wie wichtig die Qualität von Kitas und Schulen mittlerweile bei der Wohnortsuche sind. „Heute entscheiden sich die Leute erst für den Umzug, wenn die Kinderbetreuung gesichert ist“, berichtet Hartmann. Sie ist froh, dass die Stadt Kronberg mit zwölf Kitas und einer privaten Einrichtung sowie einem Tagespflegeangebot für unter Dreijährige dem Bedarf weitgehend gerecht werden kann.

Breites Freizeitangebot

Dass die Burgstadt auch mit viel Grün und Freizeitangeboten aufwarten kann, ist quasi der Bonus; wollte man alle Freizeitangebote und Möglichkeiten zu ehrenamtlichem Engagement nutzen, wäre an Berufstätigkeit ohnehin nicht mehr zu denken. Diesen Eindruck vermittelt zumindest ein Besuch beim Neubürgerempfang in der Stadthalle.

Vereinsring, freiwillige Feuerwehr, die Partnerschaftsvereine, Musikverein, Opelzoo, Burgverein, Parteien, Ausländerbeirat, Altkönigschule, Volkshochschule oder der Bund der Selbständigen – sie alle sind da, um den Neuankömmlingen eine erste Orientierung zu geben und auch, um ein wenig für sich zu werben.

„Sie sollen sich ja willkommen fühlen“, sagt Erika Kaufmann vom Partnerschaftsverein le Lavandou, die lange Zeit Französischkurse gegeben hat und nun in fließendem Französisch eine Neubürgerin aus Lothringen begrüßt; die Dame ist noch dabei, sich einzugewöhnen und sichtlich glücklich, ihre Muttersprache zu hören.

Der Empfang eignet sich offensichtlich aber auch für Grundsatzdiskussionen von Nachbar zu Nachbar: „Das haben wir früher auch alles nicht gehabt und sind trotzdem zurecht gekommen“, sagt eine Dame mit Blick auf die Materialien der Kronberger Gleichstellungsbeauftragten, die insbesondere in Bezug auf berufliche Fragen Hilfestellung leisten.

Auf Nachfrage erzählt die Besucherin, dass sie Fremdsprachenkorrespondentin gewesen sei und in ihrem Beruf sehr zufrieden war; allerdings hat sie sich wohl auch nie damit beschäftigt, was ein Mann in vergleichbarer Position wohl verdienen würde. „14,7 Prozent Lohnunterschied haben wir hier im Kreis immer noch“, erzählt Frauenbeauftragte Heike Stein – und zwar bei Männern und Frauen im gleichen Beruf mit vergleichbarer Qualifikation, die Tatsache, dass Frauen häufiger schlecht bezahlte Berufe wählen, also schon herausgerechnet.

Auch bei der Steuergesetzgebung sieht Heike Stein Nachholbedarf: Noch immer fördert das Steuerrecht die Ehe, nicht aber die Kindererziehung, so dass Alleinerziehende steuerlich benachteiligt werden. „Wir haben auf jeden Fall noch viel zu tun“, fasst die Frauenbeauftragte zusammen und ist gespannt, wie die Situation im nächsten Jahr mit neuer Regierung aussieht, wenn auch noch das hundertjährige Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts gefeiert werden kann.

Temmen: Eine gute Wahl

Wer nach so viel geballter Information noch Ausdauer hatte, konnte im Anschluss an den Empfang an einer kostenlosen Stadtführung teilnehmen und sich so selbst davon überzeugen, was Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) den Neubürgern bereits zur Eröffnung des Empfangs attestiert hatte: „Sie haben wahrlich eine gute Wahl getroffen.“

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