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„Wir wollen keinen Krieg“

Russisches Essen, volkstümliche Tänze und interessante Gespräche: Am vergangenen Samstag wurde auf dem Kurhausvorplatz das 20-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Bad Homburg und dem russischen Peterhof gefeiert.
OB Michael Korwisi (Grüne) überreichte Ljudmila Smirnowa von der Peterhofer Administration eine kleine Skulptur.	Foto: jr Bilder > OB Michael Korwisi (Grüne) überreichte Ljudmila Smirnowa von der Peterhofer Administration eine kleine Skulptur. Foto: jr
Bad Homburg. 

Das deutsch-russische Verhältnis ist dieser Tage angespannt. Schuld daran ist vor allem Putins Ukraine-Politik. Dass die Krise auch Auswirkungen auf die Deutsch-Russische Freundschaft haben könnte, will der Homburger Verein „Deutsch-Russische Brücke“ verhindern. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Bad Homburg und Peterhof (wir berichteten) hatte der Verein daher zum Russischen Frühschoppen auf den Kurhausvorplatz eingeladen. „Wir zeigen heute, was russisches Lebensgefühl bedeutet“, so die Vorsitzende des Vereins Heike Knopf. „Dadurch wollen wir den Homburgern Russland näherbringen.“

Eigens für die Feierlichkeiten war eine neunköpfige Delegation aus Peterhof angereist. Die Russen standen interessierten Homburgern Rede und Antwort. „Vorurteile bauen sich am besten durch Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen ab“, sagte die Ehrenvorsitzende des Vereins Irina Gerybadze-Haesen.

Am besten hinfahren!

Das Bild, das viele Deutsche von Russland hätten, entspreche nicht mehr der Realität, erklärte auch Heike Knopf. Sie räumte mit weitverbreiteten Klischees auf. „Man hört immer wieder: Russen sind arm.“ Das stimme aber nur bedingt, denn in Russland gäbe es mittlerweile eine breite Mittelschicht. Auch die russische Mode stoße bei deutschen Frauen schnell auf Unverständnis. „Die russische Frau kleidet sich gerne elegant. Schuhe mit Absätzen waren dort noch vor einigen Jahren ein modisches Muss.“

„Unternehmen Sie eine Reise nach Russland“, empfiehlt Anelly Liskaya. Dadurch könne man Russland am besten kennenlernen. Als zweite Vorsitzende des Vereins „Peterhofer Dialoge“, dem russischen Pendant zur Homburger „Deutsch-Russischen Brücke“, reist sie regelmäßig nach Deutschland und hält in Peterhof Vorträge über Bad Homburg und die deutsche Lebensart. Eine Besucherin habe sie nach einer solchen Präsentation für ihr gutes Russisch gelobt. Auf ihre irritierte Nachfrage, wie sie darauf komme, schließlich sei sie, Anelly Liskaya, doch Russin, habe die Frau geantwortet: „Aber Sie wussten so viel über Deutschland, da mussten sie eine Deutsche sein.“

Das russische Interesse an Deutschland sei groß. Auch seien die deutsch-russischen Beziehungen aus Sicht der Bevölkerung viel besser als von offizieller, staatlicher Seite. „Wir Russen wollen keinen Krieg“, erklärte sie. „Deshalb müssen wir im Dialog bleiben.“

Auch wenn die politische Situation schwierig sei, die Städtepartnerschaft zwischen Peterhof und Bad Homburg sei so „lebendig wie eh und je“, betonte Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne).

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