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Kinderbetreuung: Zu wenig Räume und Personal

Von Dass das Land Hessen ab August bis zu sechs Kindergartenstunden finanziert, entlastet zwar die Eltern, stellt die Kommunen aber vor große Probleme, müssen die doch mehr qualifiziertes Personal einstellen. Und das ist rar, wie der Kultur- und Sozialausschuss jetzt erfuhr.
Mit Kindern der Kita Pusteblume baut Elke Büttner eine Wasserreinigungsanlage. Angebote wie dieses erfordern qualifiziertes Personal. Doch das ist schwer zu finden. Mit Kindern der Kita Pusteblume baut Elke Büttner eine Wasserreinigungsanlage. Angebote wie dieses erfordern qualifiziertes Personal. Doch das ist schwer zu finden.
Kronberg. 

Wenn das Land Hessen vom 1. August an Eltern teilweise vom Kindergartenbeitrag freistellt und die Kosten für bis zu sechs Betreuungsstunden übernimmt, wird die Stadt Kronberg das Angebot nur zum Teil annehmen. Laut dem Sachstandsbericht, den Sozialamtsleiterin Monika Bohn-Eltzholtz im Kultur- und Sozialausschuss vorlegte, schlägt die Verwaltung der Politik vor, es zunächst beim Halbtags-Betreuungsangebot mit fünf Stunden zu belassen.

Bohn-Eltzholtz und auch Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) begründeten den Vorschlag mit derzeit noch fehlenden räumlichen, aber auch personellen Rahmenbedingungen. Temmen sagte, es liege nicht am Finanziellen, sondern in erster Linie an der fehlenden Infrastruktur in den Kindertagesstätten und, mehr noch, daran, dass es nicht genügend Fachpersonal gibt. Für eine Erweiterung des Halbtagsangebots auf sechs Stunden, um das Angebot des Landes voll auszuschöpfen, müssten zusätzliche hochqualifizierte Betreuungskräfte eingestellt werden.

Verringerung der Gruppen

Das Risiko, aufgrund von Fachkräftemangel Gruppen schließen zu müssen, wachse und sei zu groß. Wenn es nicht anders umzusetzen sei, müsse die Verringerung der Gruppenanzahlen in Betracht gezogen werden, was den Bedarf an zusätzlich zu schaffenden Betreuungsplätzen natürlich erhöhen werde, sagte Bohn-Eltzholtz.

Es sei auch nicht möglich, bis August die Umbauten in den Kitas vorzunehmen. Diese seien, wie auch in den kirchlichen und in freier Trägerschaft geführten Kitas, unumgänglich, um einerseits die nötigen Räumlichkeiten für Kinder mit Mittagessen und für Kinder ohne Essen zu garantieren.

Inwieweit andere Einrichtungen in ähnlicher Weise betroffen sind, werde momentan abgefragt. Temmen betonte, dass durch die Beibehaltung der 5-Stunden-Regelung niemand Nachteile habe. Eltern, die fünf Stunden gebucht haben, bekämen diese vom Land bezahlt, während die, die ihre Kinder sechs Stunden lang ohne Essen betreuen lassen, sechs Stunden erstattet bekämen.

Bedarf beobachten

Nur fünf Stunden statt der möglichen „bis zu sechs“ vom Land mit 136 Euro Erstattungsbetrag bezahlen zu lassen, bringe rein rechnerisch einen leichten Überschuss, der allerdings unterm Strich nicht übrig bleibe, sondern nur das Defizit verringere. Die Verwaltung werde nun für etwa ein Jahr den Bedarf und das Interesse der Eltern an einer täglich sechsstündigen Betreuungszeit beobachten. Erst danach werde man entscheiden, ob auch der Halbtagsplatz auf täglich sechs Betreuungsstunden ausgebaut wer-den muss, wobei auch die Erhöhung der Betriebskosten für diesen Fall ermittelt werden wird. Die Personalkosten könnten auf mindestens 64 000 Euro bis 277 000 Euro, je nach Anzahl der Gruppen, steigen.

Temmen mahnte zur Eile. Er bat die Fraktionen, der Verwaltung bald ein Signal zu geben, ob sie den vorgeschlagenen Weg mitgehen können, denn bis zum 1. August müsse noch sehr viel geregelt werden, zuallererst die Beitragssatzung. In der Hoffnung, dass sich die Fraktionen rasch entscheiden, werde damit schon einmal begonnen.

Stefan Möller (CDU) hatte in der Sitzung bereits angekündigt, dass die Problematik nicht nur im Kreise der Union, sondern auch in der Koalition besprochen werden müsse. Möller forderte außerdem einen Stadtentwicklungsplan, der neben der projektierten Baugebietserweiterung auch Aussagen über den Be-darf an Kindergartenplätzen mittel- und langfristig abbildet. Darüber hinaus gelte es, eine belastbare Diskussionsgrundlage zu schaffen, die die finanziellen, baulichen und personellen Rahmenbedingungen beinhaltet. Eva-Maria Villnow (KfB) sagte, die Klärung der Personalsituation habe für sie Vorrang.

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