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Jubilare: Zwei, die sich ganz besonders für Bad Homburg einsetzen

Sie arbeiten im Hintergrund und halten Bad Homburg am Laufen. Ob fließendes Wasser, Strom, öffentlicher Nahverkehr, Kinderbetreuung oder die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Es sind Annehmlichkeiten, die jeder Bürger als selbstverständlich hinnimmt. Anlässlich dreier Jubilare und zweier Verabschiedungen wurden in der Villa Wertheimber fünf besondere Bad Homburger geehrt, die sich lange Zeit ihres Lebens in den Dienst der Stadt gestellt haben. Zwei von ihnen stellen wir hier vor.
Frank Denfeld ist seit 25 Jahren im Amt bei den Bad Homburger Nahverkehrs-Betrieben. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Frank Denfeld ist seit 25 Jahren im Amt bei den Bad Homburger Nahverkehrs-Betrieben.
Bad Homburg. 

Sie arbeiten für die Stadt, die Bürger einer Gemeinde oder eines Vereins. Menschen, die immer noch einen Schlag mehr arbeiten, sich engagieren, als sie müssten. Und nur selten stehen sie im Mittelpunkt. Aber Ehre, wem Ehre gebührt – etwa Frank Denfeld. Seit nun 25 Jahren im Amt bei den Bad Homburger Nahverkehrs-Betrieben hat er den Arbeitsbereich entscheidend mit beeinflusst.

Nachdem er sein Maschinenbau-Studium 1994 an der TH Darmstadt mit Diplom abgeschlossen hatte, zog es ihn anschließend in die Kurstadt. Die Vorbereitungen zur Gründung des RMV liefen im selben Jahr auf Hochtouren, zur Überbrückung arbeitete Denfeld als Wahlaushilfe. So begann er 1995 als Sachbearbeiter bei der Straßenverkehrsbehörde und wurde zehn Jahre später Bereichsleiter des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV).

Vielfältiges Geschäft

Er verschrieb sich einer Arbeit, die für Außenstehende in ihrer Gänze nicht wirklich zu begreifen ist. Ebendies erfuhr seine damalige Vorgesetzte Susanne Fafflok am eigenen Leib, die sich gut erinnerte: „Unsere gemeinsame Zeit begann sehr kernig. Ich kam in sein Büro und umgehend meinte er zu mir: ,Versuchen sie mir nicht zu erklären, wie mein Job zu machen ist. Bis sie den ÖPNV verstanden haben, dauert es zehn Jahre.’ Er hatte Recht. Nun sind sechs Jahre vergangen, in denen ich noch immer keinen völligen Einblick erlangen konnte.“

Ob die Erstellung eines Fahrplanes, die Finanzierung oder das Aushandeln von Verträgen mit dem RMV, Frank Denfeld wird so einiges abverlangt: „Zwar haben wir eine Firma im Betriebshof, doch kein kommunales Verkehrsunternehmen. Deshalb müssen wir die Verkehrsleitung, Busse, Busfahrer und anderes ausschreiben. Weitaus mehr Kopfschmerzen bereiteten uns aber die Probleme der Verkehrsgesellschaft Mittelhessen, als ein Fahrermangel herrschte, den wir ein Jahr über mit einer Notvergabe zu überbrücken versuchten.“

Mittlerweile ist er Teil der Geschäftsführung des Verkehrsverbandes-Hochtaunus (VHT). Richtet Denfeld den Blick in die Zukunft, ist noch Allerlei zu tun. „Ich habe noch viele Pläne. Beispielsweise wollen wir den ÖPNV mit dem VHT zusammenlegen, die U 2 verlängern oder auch die S 5 bis nach Usingen führen.“

38 Jahre als Retter

Auch Gerhard Gembus hat beachtliche Leistungen und eine beeindruckende Karriere, die nach 38 Jahren aktivem Feuerwehrdienst ihr Ende findet vorzuweisen. Zwar verschrieb er sich beinahe sein gesamtes Leben der Rettung anderer Menschen, seine berufliche Laufbahn begann jedoch auf eine andere Weise. Nach seiner Zeit als Soldat im Fernmeldebataillon Hannover zog es ihn zurück in die Heimat. 1980 begann er seine Ausbildung zum Verlagskaufmann bei der FAZ. Nach zwei Jahren arbeitete er als fester Bestandteil des Unternehmens im Abonnentenvertrieb. Schon während seiner damaligen Zeit verlor Gembus seine eigentliche Passion aber nie aus den Augen. Da er seit 1973 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Bad Homburgs war, versuchte er Beruf und Leidenschaft zu kombinieren.

Er wurde zum Brandschutzhelfer der FAZ, gab sein Wissen weiter, schulte Kollegen und übernahm früh Verantwortung. Durch eine Bekannten bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt blieb er dem Verlagswesen doch nur bis 1986 treu. Seine Liebe zum Helfen konnte er nicht verleugnen und unterzog sich noch im selben Jahr einem Einstellungstest der Feuerwehr.

Dank seiner Kenntnisse aus seiner Zeit in Bad Homburg beendete er die Grundausbildung schon nach eineinhalb Jahren. Es begann eine Zeit, die Gembus vielerlei Momente bescherte, die er wohl niemals vergessen kann. „In all den Jahren sah ich viel. Kaum drei Wochen im Löschzug wurden wir zu einem Kellerbrand in Sindlingen gerufen, aus dem ich zwei Kinder rausholte. Das vergisst man nicht.“

Deutlicher brannten sich allerdings die Momente ein, in denen die Helfer machtlos waren. „Natürlich ist der Tod in dem Beruf allgegenwärtig, doch lässt es einen nicht mehr los.“

Nach einem Oberbrandmeister-Lehrgang in Kassel kam er 2000 als Oberbrandmeister nach Bad Homburg. Als Hauptbrandmeister findet seine einzigartige Laufbahn nun ihren wohl verdienten Ruhestand.

Geehrt wurden im Rahmen der Dienstjubiläen auch Udo Vietz (25-jähriges Jubiläum, Funktion: Bauunterhaltung), Rainer Henkel (25 Jahre, Kläranlage) und Edeltraud Keidel (Verabschiedung, Kita Dornholzhausen).

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