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Jüngster Dan-Träger: Aikido: Daniel Tippelt erklärt die Kampfsportart

Daniel Tippelt geht ganz im Sport auf. Für eine Freundin bleibt da kaum Zeit. Dafür darf er aber mit seinen jungen 17 Jahren bereits den Schwarzen Gürtel tragen.
Dan-Träger Daniel Tippelt (rechts) macht zusammen mit seinem Trainer und Abteilungsleiter Andreas Kreuzer vor, wie’s geht. Foto: Mara Paul Dan-Träger Daniel Tippelt (rechts) macht zusammen mit seinem Trainer und Abteilungsleiter Andreas Kreuzer vor, wie’s geht.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Versuchung, Muskelkraft bei der Abwehr eines Kampfangriffs einzusetzen, ist groß. Daniel Tippelt löst dieses Problem im Sinne einer beliebten Sportart anders. Er nutzt einfach die Kraft des Angreifers, um sich vor ihm zu schützen. Mit nur 17 Jahren ist Tippelt der jüngste Dan-Träger im Deutschen Aikido-Bund. Der Schüler ist Mitglied der Aikido-Abteilung der Turngesellschaft (TGS) Walldorf und trägt den Titel sowie den Schwarzgurt und schwarzen Kampfgurt Hakama seit dem 24. März.

Tippelt besucht die Max-Beckmann-Schule in Bockenheim und bereitet sich auf sein Abitur vor. „Mein Leben besteht zu 85 Prozent aus Sport“, sagt er lächelnd. Neben Aikido betreibt er auch Judo, früher schwamm er und spielte Tennis. Darüber hinaus fungiert er seit mehr als drei Jahren auch als Trainer des Aikido-Nachwuchses in der TGS. Manchmal komme die Freizeit ein wenig zu kurz. Für eine Freundin bleibt dem bodenständigen und für sein Alter sehr reifen jungen Mann daher keine Zeit.

Was ist Aikido? Tippelt bringt es knapp auf den Punkt. „Das ist eine defensive und ruhige Kampfsportart aus Japan, die keine eigene Kraft benötigt. Man kämpft mit der Energie des Gegners.“ Mit etwa 120 Jahren sei Aikido noch eine relativ junge Sportart. Der Begründer sei ein Soldat in den russisch-japanischen Kriegen gewesen.

Aikido sei keineswegs ein Sport nur für Jungen und Männer. Zu der rund 100 Mitglieder starken Abteilung zählen auch viele Mädchen und Frauen. Die jüngsten Mitglieder sind sieben Jahren alt, die ältesten knapp 80.

Tippelt ist seit kurzer Zeit Dan-Träger. Dan, das bedeute Meister mit schwarzem Gürtel. Die Vorstufen zum Dan bestehen aus einem Graduierungssystem nach Gürtelfarben. Es starte mit dem weißen Gürtel, gehe über Gelb, Orange, Grün, Blau und Braun bis Schwarz. „Es gibt nicht nur einen Dan, sondern insgesamt zehn. Die lassen sich jedoch nicht erreichen.“ Denn der zehnte Dan sei für den Aikido-begründer reserviert. Der neunte werde auch nicht vergeben, weil er für die Schüler und Nachkommen des großen Meisters bereitgehalten werde.

Tippelts Ziel sind in den kommenden Jahren mindestens noch vier weitere Dan-Titel. „Bis zum fünften wird man geprüft.“ Weitere Titel bis zum achten Dan würden dann für besondere Leistungen verliehen.

Auf den ersten Dan hatte er sich zwei Jahre vorbereitet. Die Prüfung absolvierte er am 24. März in Bamberg. Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es beim Aikido keine Wettkämpfe. Vielmehr beinhaltete die Prüfung Abfragen zu etwa 20 verschiedenen Techniken aus vielen Angriffen für den Schwarzgurt sowie einem theoretischen Teil in Form eines Aufsatzes und einer Präsentation. Tippelt hielt ein Referat über die Philosophie der Kampfsportart. Für den zweiten Dan hat Tippelt nun vier Jahre Zeit, denn für diesen Titel muss er mindestens 21 Jahre alt sein.

Wie alt ein Sportler normalerweise ist, wenn er den ersten Dan erhält? „Das kommt darauf, wann man anfängt.“ Tippelt startete mit sieben Jahren und wurde als 17-Jähriger zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit dem Titel belegt.

Beim Aikido komme es darauf an, keine Muskelkraft einzusetzen, sondern locker zu bleiben und die natürliche Spannung des Körpers zu nutzen. „Ab dem ersten Dan beginnt man erst richtig mit Aikido.“ Es sei wichtig, den eigenen Weg zu finden und die Philosophien dieses Sports auf das eigene Leben zu übertragen. Das steigere die Konzentration, vermeide Stress und fördere das Selbstbewusstsein. „Sonst wird man zum Opfer.“

Tippelt will nach seinem Abitur seine Trainerlizenz absolvieren. Neben Aikido betreibt er Judo in der TGS und spielt ab und zu Klavier.

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