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Tierherberge Egelsbach: Happy End für die Tierherberge?

Von Die Tierherberge Egelsbach hatte die Pläne zur Erweiterung und späteren Bebauung ihres Geländes schon fast begraben. Doch nun steht ein neuer Pachtvertrag mit der Hessischen Flugplatz GmbH in Aussicht. Dann könnte die Tierherberge künftig ein Areal von 8000 Quadratmetern nutzen.
Projektleiter Oliver Brix stellte den Mitgliedern des Vereins Tierrettungsdienst Frankfurt die Zukunftspläne für die Tierherberge Egelsbach vor.	Foto: Jost Foto: Leo F. Postl Projektleiter Oliver Brix stellte den Mitgliedern des Vereins Tierrettungsdienst Frankfurt die Zukunftspläne für die Tierherberge Egelsbach vor. Foto: Jost
Egelsbach. 

Es bahnt sich eine Überraschung an für die Tierherberge Egelsbach: Bei der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus entschieden die Mitglieder des Tierrettungsdienstes Frankfurt einstimmig, dass der Vorstand in Vertragsverhandlungen mit der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) eintreten soll, damit die Tiere auf dem jetzigen Grundstück direkt am Waldrand neben dem Flugplatz Egelsbach bleiben können und der Verein mit einer Erweiterung der Fläche dort auch bauen kann. Bislang schien es sehr sicher, dass die Tierherberge auf Weisung des Kreisbauamtes Offenbach bis zum 30. Juni 2015 das Gelände verlassen muss. Das hat sich jetzt offenbar verändert.

„Hinter uns liegt eine harte Zeit mit sehr viel Druck. Aber jetzt, nach zwei Jahren Rundreise, sieht es so aus, als kommen wir wieder da an, wo wir ursprünglich auch herkommen“, sagte die Vorsitzende Petra Franci. Es habe bereits Ende Oktober erste Gespräche mit HFG-Vorstand Joe Bauer gegeben. Ein langfristiger, neuer Pachtvertrag sei überhaupt erst möglich, weil das Gelände mit einer Änderung des Flächennutzungsplans vom Land Hessen von einer Waldfläche in eine landwirtschaftliche Nutzfläche umgewidmet worden sei. „Da ist die technische Entwicklung im Luftverkehr für uns sehr günstig, weil nicht mehr so viele Flächen am Flugplatz Egelsbach benötigt werden“, erläuterte Franci.

 

Problem: Baugenehmigung

 

Die bisherigen Verhandlungen mit der HFG hätten ergeben, dass die Tierherberge statt der bisherigen 2900 künftig 8000 Quadratmeter nutzen und auf den zusätzlichen rund 5000 Quadratmetern auch bauen könnte. „Wir haben schon eine Einigung über die Eckpunkte eines Vertrages erreicht, und das Flächenkonzept wurde mit der HFG abgestimmt“, berichtete Projektleiter Oliver Brix. Der Vertrag würde in zwei Teile gegliedert. Für die bebaubare Fläche würde die Tierherberge einen Erbbauvertrag für 40 bis 50 Jahre bekommen, für den Rest des Grundstücks einen Pachtvertrag auf 40 Jahre, damit der Verein ein Areal für Hundespielplätze und Abstellplätze nutzen kann. Der Pachtvertrag werde ein Sonderkündigungsrecht für die HFG enthalten, falls der Flugplatz doch mehr Fläche brauche.

Dann bliebe nur noch das Problem einer Baugenehmigung auf dem Außengelände, wo die Tierherberge ja heute schon liegt. „Es gibt viele Sondergenehmigungen für Tierheime an einem solchen Standort. Darauf hoffen wir auch. Wir haben jetzt einen viel besseren Stand, weil die HFG den Bauantrag einreichen würde und nicht wir“, erläuterte Franci. Falls es aber keine Sondergenehmigung gebe, habe Bürgermeister Jürgen Sieling (SPD) schon signalisiert, dass er sich für eine Änderung des Bebauungsplanes einsetzen werde. „Wir müssten im Gegenzug versprechen, dass wir künftig auch Katzen und Kleintiere aufnehmen, damit Egelsbach aus dem Vertrag mit dem Tierheim Dreieich aussteigen kann und Egelsbach seine herrenlosen Tiere künftig in der eigenen Gemeinde unterbringen kann“, so Franci.

Am Konzept der Tierherberge hat sich indes nichts verändert. Der Vorstand des Tierrettungsdienstes Frankfurt träumt von einem Begegnungszentrum von Mensch und Tier. Neben dem Auslandstierschutz und der Tiervermittlung soll es in Zukunft auch eine Hundeschule, Workshops, ein Café, ein Zubehörgeschäft und einen Pensionsbetrieb für Tiere geben. So sollen auch die Mehrkosten finanziert werden. Denn statt 3000 Euro Pacht kommen künftig bis zu 25 000 Euro Pachtkosten im Jahr auf den Verein zu.

 

Riesige Erleichterung

 

Für die Tierherberge wären ein Vertragsabschluss und eine Baugenehmigung eine riesige Erleichterung. In den vergangenen Jahren haben sich die Ehrenamtlichen um fünf Grundstücke bemüht – was aus unterschiedlichen Gründen gescheitert ist. Sehr weit waren schon die Gespräche mit dem Tierheim Dreieich. „Unter der Hand hat man uns schon gesagt, dass wir den Zuschlag haben, doch dann kam das Problem mit der europäischen Ausschreibung“, berichtete Petra Franci den Mitgliedern.

Jetzt könnte sich alles zum Guten wenden. Der Vorstand hofft, dass bei einer nächsten Mitgliederversammlung – vielleicht im November – schon über einen erfolgreichen Pachtvertrag, eine Baugenehmigung und Architektenpläne für die Gebäude diskutiert werden kann.

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