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Tierschutzverein Kelsterbach: Tiere sind keine Geschenke

Von Genau 13 Zwergkaninchen musste der Tierschutzverein überraschend aufnehmen. Vor Weihnachten werden sie aber nicht mehr vermittelt.
Putzig und allerliebst - dieses Kaninchen mit seinen niedlichen Löffeln hofft auf ein neues Zuhause. Putzig und allerliebst - dieses Kaninchen mit seinen niedlichen Löffeln hofft auf ein neues Zuhause.
Alexandra Frosch war mit von der Partie, als am Samstag 13 Zwergkaninchen beim Tiefschutzverein abgegeben wurden.	Fotos: Erlenbach Bild-Zoom
Alexandra Frosch war mit von der Partie, als am Samstag 13 Zwergkaninchen beim Tiefschutzverein abgegeben wurden. Fotos: Erlenbach

Sechs Kinder, ein Mann und drei Hunde – dazu der Weihnachtsmarkt am Wochenende, Plätzchen backen, einkaufen, Haushalt und kochen. Doch damit nicht genug: Bei Judith Wagner, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kelsterbach, kommt es auch in diesem Jahr kurz vor dem Weihnachtsfest knüppeldick. Denn zu ihren Hunden, Schildkröten und sechs Igeln, die bei ihr überwintern, musste sie am Samstagabend obendrein überraschend 13 Zwergkaninchen aufnehmen. Sie kamen von zwei verschiedenen Stellen aus Kelsterbach.

Die Freundin eines jungen Mannes war unmittelbar vor Weihnachten durchgebrannt und hatte ihn mit elf Kaninchen sitzen lassen. Wie Wagner erfuhr, war es ursprünglich ein Kaninchenpaar, das den Besitzern von einem Zoogeschäft trotz des Wunsches nach zwei gleichgeschlechtlichen Tieren aufs Auge gedrückt worden war. Anstatt sie kastrieren zu lassen, wartete das junge Pärchen, bis Nachwuchs da war – und es insgesamt elf Kaninchen zählte. Doch das dicke Ende der Geschichte kommt erst noch, denn mindestens drei von fünf der kleinen Weibchen sind trächtig. „Nun schließe ich die anderen zwei Weibchen jeden Abend in mein Nachtgebet ein und hoffe, dass sie nicht auch noch trächtig sind – und auch, dass die Würfe klein ausfallen. Sonst können wir uns im Januar nicht mehr vor Kaninchen retten“, so Wagner.

 

Kosten bleiben hängen

 

Und weil die Kaninchenflut zur Weihnachtszeit beim Tierschutzverein offenbar nicht abreißt, wurden wegen Umzugs am Samstag zwei weitere Mädchen abgegeben. Die Familie hat in der neuen Wohnung keinen Platz mehr für den Käfig.

Inzwischen hat Wagner vier Pflegestellen im Umkreis mobilisiert und die Tiere verteilt. Eine Pflegestelle hat sich der tragenden Weibchen angenommen, damit sie in Kürze ihre Jungen zur Welt bringen können. Die Kosten bleiben am Tierschutzverein hängen.

Wagner weist darauf hin, dass die Kaninchen, darunter auch Widder oder sogenannte Schlappohrkaninchen, paarweise oder als Zweittiere zu bereits vorhandenen Artgenossen vermittelt werden – „aber nicht mehr vor Weihnachten“. Tiere würden nur als Familienmitglieder vermittelt, nicht aber als Geschenke. Interessenten können sich bei Wagner unter Telefon (0 61 07) 15 01 melden.

 

Auf einem Feld abgestellt

 

Darüber hinaus wurde Wagner am Samstag noch mit einer verletzten Zuchttaube überrascht, die in Frankfurt-Schwanheim gefunden worden war. Auch sie ist inzwischen in einer geeigneten Pflegestelle und wird aufgepäppelt.

Doch damit immer noch nicht genug, denn Wagner soll vor Weihnachten noch zwei Wasserschildkröten samt Aquarium aufnehmen, die dann ins neue Vereinsheim kommen – zu einer Dreiergruppe Ratten, die unlängst samt Käfig in einem Feld abgestellt und gefunden wurden und zwei Chinchillas – Mutter und Sohn. Er ist bereits kastriert. Auch sie warten auf ein neues Zuhause und werden nur als Pärchen abgegeben.

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