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Der Markt als große Gemeinschaftsaktion: Alle packen mit an

Von Sie stehen im Zelt, helfen an der Wurst-Theke, tragen Getränke durch den Saal, lassen sich ein eigenes Dauborner-Markt-Lied einfallen, erklären den Schulkindern, warum Galloway-Rinder keine Hörner haben – der Dauborner Markt lebt, weil viele gemeinsam feiern, anpacken und ihr Wissen weitergeben.
Christina Völkel ist zum ersten Mal Marktmädchen und trägt den Dauborner Marktbären. Marktbursche Robert Kilian ist zum zweiten Mal dabei. Christina Völkel ist zum ersten Mal Marktmädchen und trägt den Dauborner Marktbären. Marktbursche Robert Kilian ist zum zweiten Mal dabei.
Dauborn. 

Was ist das Besondere am Dauborner Markt? „Die Marktwurst“, sagen Heike Völker und Claudia Weilnau sofort. Das stimmt zwar, doch eines haben sie gerade übersehen: Beide sind als Helferinnen aktiv. Über mehrere Stunden. Ist das vielleicht das Besondere am Dauborner Markt? Christina Völkel muss lachen. Die 17-Jährige ist zum ersten Mal Marktmädchen, ihr Begleiter Robert Kilian zum zweiten Mal. Sie schätzen die Gemeinschaft. Deshalb gehören sie zu den 43 Marktburschen und -mädchen in diesem Jahr. Alle packen mit an und verrichten ihre Dienste. Das könnte tatsächlich das Besondere sein.

Das Geburtstagskind

Das Marktlied: Der Dauborner Musiker Thomas Kilian hat es geschrieben. Seit dem letzten Jahr gibt es diesen Song. „Heut sind die Marktburschen auf der Gass’, ihr Markenzeichen ist der Bär auf dem Fass, und steht das Zelt und steh’n die Menschen parat, ja dann ist heut’ Dawener Maat“, heißt es. Perfekte Beschreibung.

Die Zenzi! Die ist für Johannes Kullmann das Allerbeste. Der Dreijährige reitet gerade auf der Kuh. Opa Ulrich hat ihn drauf gehoben. Die Augen des Kleinen strahlen. Große Freiheit auf dem Rücken des Tieres. Noch „besonderer“ geht es gar nicht.

„Am 31. 8. 2017 bleibt unser Stübchen geschlossen. Wir treffen uns auf dem D-Markt“, heißt es auf dem Schild einer Gaststätte. Nicht das einzige Geschäft, das schließt. Dauborner Markt-Donnerstag ist Feiertag. Das gilt übrigens auch für die Freiherr-vom-Stein-Schule: Die Kinder kommen, um den Markt mitzufeiern und etwas zu lernen.

Emely hat heute Geburtstag: Mit dem Dauborner Markt-Donnerstag ist sie neun Jahre alt. Gerade ist sie gemeinsam mit ihren Schulkameraden zu der Tierschau gekommen. Simon reicht einer Kuh etwas Stroh. „Wir haben auch einen Bauernhof“, sagt der Achtjährige. Das macht ihn zum Fachmann. „Aber keine Tiere.“ Okay, kleines Manko. Aber dafür wissen diese Kinder, dass Kühe nicht lila sind.

Edgar Gemmer und Dr. Andrea Hesse geben Tipps. Sie betreuen den Stand der Adolf-Reichwein-Schule. Der ist dicht umlagert von Jungen und Mädchen, die gerade ein Schaubild ausfüllen und lernen, wie eine Kuh aufgebaut ist. Ein Modell steht parat. Und natürlich die echten Kühe auf dem Platz. Die Kreis-Holsteinschau wird durch eine Fleischrinderschau ergänzt. Hier lernen die Kinder, dass Fleischrinder ganz anders aussehen als die Holsteiner Milchkühe. Da sind zum Beispiel die wuchtigen Limousine-Rinder. Oder die Galloways. Letztere haben gar keine Hörner. „Dominant ist die Hornlosigkeit der Rasse. Es gibt noch nicht einmal einen Ansatz, also droht davon keine Gefahr im Stall“, erklärt Dr. Erhard Heinz. Obwohl: „Die meiste Zeit sind sie ohnehin auf der Weide“ ergänzt er schnell.

Nicht geschlachtet

Emely, das Geburtstagskind, steht noch immer bei den Milchkühen. Ihre Frage an Ulrich Kullmann: „Was passiert mit den Kühen?“ Mit großen Augen schaut sie zu den Tieren. Der Landwirt versteht sofort: „Nein, die werden nicht geschlachtet. Sie geben doch die Milch.“ Ein erleichtertes Aufatmen aus der Kindergruppe folgt – nicht nur von Emely. Übrigens: Das Besondere für sie ist nicht nur, am Dauborner Markt-Donnerstag Geburtstag zu haben. Besonders ist auch, dass sie zweimal hingehen wird. Am Morgen mit ihrer Schulklasse, am Nachmittag mit der Familie. Klar doch, dass auf dem Platz gefeiert wird!

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