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Kritik an Entscheidung: Bürgermeister sagt Weihnachtsmarkt in Villmar ab

Von Der Weihnachtsmarkt ist von Bürgermeister Arnold-Richard-Lenz (SPD) abgesagt worden. CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Rubröder und die Vertreter der freien Wählergemeinschaft UFBL kritisieren den Verwaltungschef heftig für diese Entscheidung. Ob der Markt dieses Jahr wirklich abgesagt werden musste, darüber gehen vor Ort die Meinungen auseinander.
Am Brunnenplatz können definitiv keine Stände stehen. Bilder > Am Brunnenplatz können definitiv keine Stände stehen.
Villmar. 

Fakt ist, dass der Rathausplatz am ersten Dezember-Wochenende für den Markt nicht zur Verfügung stehen kann. Die Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt verzögern sich, wie gestern Bürgermeister Arnold-Richard Lenz (SPD) im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte. Er habe erst am Dienstag erfahren, dass es größere Probleme im Zeitablauf gebe. Daraufhin habe Bauamtsleiter Fabian Buchhofer Gespräche mit der Baufirma geführt. Erst Donnerstag sei endgültig klar gewesen, dass der Markt nicht wie geplant auf dem Rathausplatz stattfinden könne. Darum habe er entschieden, ihn abzusagen, sagte der Bürgermeister. Er habe nicht auf die nächste Gemeindevorstandssitzung warten können. „Die Marktbeschicker müssen frühzeitig Klarheit darüber haben, ob sie sich für den Markt vorbereiten können oder nicht“, erklärte Lenz.

Alle außer einer Person hätten vollstes Verständnis für die Entscheidung gehabt. Lenz sagte auch, dass er die Entscheidung erst nach Rücksprache mit dem CDU-Beigeordneten Dieter Scheu sowie den in die Organisation des Marktes in der Verwaltung involvierten Personen getroffen habe.

CDU-Fraktionschef Matthias Rubröder hat trotzdem für das Vorgehen des Bürgermeisters kein Verständnis. Seinem Kenntnisstand nach habe die Verwaltung bereits seit Wochen gewusst, dass der Markt am Anfang Dezember nicht würde auf dem Rathausplatz stattfinden können, und sich nicht frühzeitig um Alternativen bemüht.

Rubröder betonte, er habe sich zusammen mit seinem Fraktionskollegen Dr. Bernold Feuerstein Gedanken gemacht. Ein guter Alternativstandort sei etwa der Alte Schulplatz oder aber die Peter-Paul-Straße von der Gaststätte „Rathauseck“ bis zum Pfarrhaus. Sauer auf Bürgermeister Lenz sind auch Beigeordneter Ulrich Aumüller sowie die Gemeindevertreter Roland Thomas und Axel Dornoff von der UFBL.

Schnellschuss-Absage

In einer gestern gemeinsam verfassten Stellungnahme kritisieren die Villmarer Mandatsträger die kurzfristige Absage. Die Begründung: Es sei schon lange wegen der Baustelle zweifelhaft gewesen, ob der Markt auf dem Rathausplatz stattfinden könne. Dennoch seien keine frühzeitigen Überlegungen zu eine Standortverlegung erfolgt. Die UFBL-Vertreter bemängeln den Schnellschuss der Absage und sind nicht überzeugt von den Argumenten, die laut Lenz gegen den Alten Schulhof sprechen. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass in Villmar mit einem Verkehrschaos zu rechnen gewesen wäre, wenn der Alte Schulhof zum Marktplatz gemacht worden wäre. „Durch die Baustelle in der Ortsdurchfahrt werden hier viele Bewohner des Fleckens sowie Kunden der Geschäfte parken.“ Wenn auf dem Alten Schulhof dann zehn Tage auch noch sämtliche Parkflächen weggefallen wären und zusätzlich viele Marktbesucher noch Parkplätze benötigt hätten, wäre der Verkehr in Villmar nach Einschätzung des Bürgermeisters zusammengebrochen.

Verkehrschaos befürchtet

Die Verlegung in die Peter-Paul-Straße sei, wie der Bürgermeister erläuterte, ebenfalls nicht möglich gewesen, weil die Feuerwehr diese wegen fehlender Rettungswege im Notfall abgelehnt habe. Rubröder ärgert sich trotzdem, dass der Bürgermeister sich nicht mehr Mühe gegeben hat und sich nicht intensiv um ein Ausweichgelände gekümmert hat, bevor er den Markt absagte. Der Bürgermeisterkandidat der CDU denkt nicht, dass es bei einer Verlegung auf den Alten Schulhof zu einem Verkehrschaos in Villmar gekommen wäre. Schließlich habe während der Baustelle dort ja auch die Kirmes stattgefunden und es habe dennoch alles funktioniert. Was die UFBL-Vertreter ärgert, ist, dass Lenz den Markt abgesagt hat, ohne ein Votum des Gemeindevorstandes einzuholen. „Fest steht, dass die Ideenlosigkeit im Rathaus ihren aktuellen Höhepunkt angenommen hat“, mokieren sich Aumüller, Thoms und Dornoff. Sie fordern, die Absage sofort zu revidieren und den Markt wie gewohnt laufen zu lassen.

Dieter Scheu, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, sieht es anders als CDU-Fraktionschef Rubröder. Der Beigeordnete sagte gestern, er sei von Bürgermeister Lenz vor der Entscheidung genauso gefragt worden, wie Erster Beigeordneter Rainer Philipp sowie die Kulturausschussvorsitzende Alicia Bokler (beide SPD). Alle hätten übereinstimmend gesagt, dass die Absage richtig sei. Neben den zu erwartenden Verkehrsproblemen biete der Alte Schulhof auch kein schönes Ambiente für einen Markt. „Dann lieber einmal ausfallen lassen und nächstes Jahr wieder einen tollen Markt hinzaubern“, findet Scheu. Es habe keine Gemeindevorstandssitzung abgewartet werden können, weil einige Marktbeschicker verderbliche Ware verkauften und schnellstmögliche Klarheit brauchten, sagte Scheu.

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