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Fastenzeit: Darauf werden bekannte Persönlichkeiten verzichten

Von Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Bis Ostern verzichten viele Katholiken und Protestanten auf Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten, Fernsehen oder andere lieb gewonnene „Laster“. Worauf verzichten der Limburger Bischof, der Dekan des evangelischen Dekanats Runkel oder unsere heimischen Bundestagsabgeordneten?
Süßigkeiten, Alkohol, Tabak: Es gibt viele Möglichkeiten, in der Fastenzeit Verzicht zu üben. Foto: dpa (dpa) Süßigkeiten, Alkohol, Tabak: Es gibt viele Möglichkeiten, in der Fastenzeit Verzicht zu üben.
Limburg. 

Der Limburger Bischof Georg Bätzing wird während der Fastenzeit keinen Alkohol mehr trinken. „Das fällt ihm allerdings nicht so schwer“, sagt der Sprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle. Deshalb verzichte der Bischof auf noch etwas – auf Erdnüsse am Abend. „Das fällt dem Bischof schon schwerer“, sagt Schnelle.

Maß halten

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus (SPD) meidet in der Fastenzeit Alkohol. Sein CDU-Kollege Klaus-Peter Willsch verzichtet auf nichts Spezielles, „aber ich nehme mir vor, in der Fastenzeit bei Essen und Trinken mehr Maß zu halten“.

Der Bistumssprecher wird bis Ostern keinen Kaffee mehr trinken. „Das tut schon weh“, sagt Schnelle, der sich als Kaffee-Junkie bezeichnet. Schon zum dritten Mal entsagt er in der Fastenzeit dem Kaffee. „Das ist furchtbar“, sagt er. Er trinke zwar auch mal Tee, aber so richtig anfreunden kann er sich mit dem Ersatzgetränk nicht. Um dennoch genügend Koffein zu sich zu nehmen, trinkt Schnelle eine koffeinhaltige Brause. Nein, keine Cola, sondern ein auf der Mate-Pflanze basierendes Getränk, das auch Studenten in der Prüfungsphase gerne trinken, um lange wachzubleiben.

Auch er will Verzicht üben: Bürgermeister Marius Hahn. Bild-Zoom Foto: Anette in Concas
Auch er will Verzicht üben: Bürgermeister Marius Hahn.

Der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) wird bis Ostern keine Süßigkeiten essen. Weil er in diesem Jahr darauf verzichtet hat, in der Karnevalszeit weltweit registrierte Themen zu setzen (wir erinnern uns an den Umgang mit dem Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“), „sieht er von einem weiteren Verzicht ab“, teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. Er selbst wird in der Fastenzeit keinen Alkohol mehr trinken und keine Süßigkeiten essen. „Und einmal in der Woche beteilige ich mich zwei Stunden lang an den Fasten-Exerzitien der Pfarrgemeinde Runkel.“

Aber nicht jeder verzichtet bis Ostern. „Mit dem Fasten bin ich nicht befasst“, sagt Landwirt Gerhard Stamm aus Staffel. „Ich führe kein ausschweifendes Leben.“ Auf das Auto könne er nicht verzichten, weil er es brauche. Auf das Handy müsse er nicht verzichten, weil er es nur zum Telefonieren nutze. Bier und Wein trinke er ohnehin nur selten. Und mal alle acht bis zehn Tage einen Zigarillo rauchen, sei schließlich auch in Ordnung.

Ein ganz anderer Ansatz

Einen anderen Ansatz verfolgt Dekan Manfred Pollex vom evangelischen Dekanat Runkel. Er wird bewusst nicht fasten. Als evangelischer Christ seien die Wochen vor Ostern für ihn nicht „Fastenzeit“, sondern „Passionszeit“ mit Blick auf den irdischen Leidensweg Jesu Christi bis zu seinem Tod am Kreuz. „Nicht das Fasten steht im Vordergrund, sondern das Nachspüren des eigentlich Unfassbaren: dass Gott sich in seinem Sohn Jesus Christus dieser Welt aus Liebe bis zum Tod ausgeliefert hat“, teilt Pollex mit. In der biblischen Tradition habe Fasten „etwas mit Gott, mit Buße, Reinigung und Vorbereitung auf ihn hin zu tun“. Das sei heute nicht mehr so im Bewusstsein.

Dekan Manfred Pollex vom Evangelischen Dekanat Runkel. Bild-Zoom
Dekan Manfred Pollex vom Evangelischen Dekanat Runkel.

Die Fastenzeit ist auch als österliche Bußzeit bekannt; sie dauert 40 Tage lang von Aschermittwoch bis Ostern; die Sonntage werden dabei nicht mitgezählt. Die Fastenzeit endet zwar an Gründonnerstag, aber Karfreitag und Karsamstag gelten ebenfalls noch als Fastentage. Die Zahl 40 bezieht sich darauf, dass Jesus 40 Tage lang in der Wüste fastete.

Bei der Fastenzeit geht es aber nicht nur um Buße und Besinnung: Es wird von Christen auch erwartet, sich besonders in dieser Zeit gegen Not und Ungerechtigkeit einzusetzen. Dekan Manfred Pollex formuliert es so: „Für mich ist die Passionszeit jedes Jahr eine Herausforderung, mich mit dem Leid und der Dunkelheit in dieser Welt auseinanderzusetzen und zu fragen, wo ich dies vielleicht nur im ganz bescheidenen Umfang ändern kann. Dies ist mir wichtiger als fasten.“

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