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Mehr Mobilität in Bad Camberg: Die Mitfahrbank ist ein neues Angebot, das Schule machen soll

Von In Bad Camberg gibt es jetzt eine Mitfahrbank – die erste im Kreis Limburg-Weilburg. Das Gegenstück steht in Beuerbach. Weithin gut sichtbare Schilder informieren darüber, dass die Leute, die in Bad Camberg auf dieser Bank sitzen, nach Beuerbach wollen (und entsprechend umgekehrt). Die Bürger schätzen das Angebot, zumal die Buslinie zwischen beiden Orten vor zwei Jahren eingestellt wurde.
Und schon hält ein Auto an der Mitfahrbank in Beuerbach. Gurdun Gruber darf jetzt Ente fahren. Foto: Petra Hackert Und schon hält ein Auto an der Mitfahrbank in Beuerbach. Gurdun Gruber darf jetzt Ente fahren.
Bad Camberg. 

Das Auto ist in der Werkstatt, und er musste nach Bad Camberg. „Mein Sohn hat sich einfach auf die Bank gesetzt, und nach fünf Minuten hat ihn jemand mitgenommen“, sagt Gudrun Gruber. Sie ist die Ortsvorsteherin von Beuerbach und gehört zu denen, die die Mitfahrbank zu schätzen wissen. So nennen die Beuerbacher und nun auch die Bad Camberger eine ganz besondere Verbindung zwischen ihren beiden Orten. Seitdem vor zwei Jahren die Buslinie mangels Rentabilität eingestellt wurde, ist es schwierig, die sechs Kilometer zwischen den beiden Orten zu überwinden. Sie war besonders für die Beuerbacher wichtig, die den öffentlichen Personennahverkehr nutzen wollten. Denn im Hünstettener Ortsteil gibt es keinen eigenen Dorfladen, und auch Arztbesuche führen in die benachbarte Kurstadt. Dort ist auch der Bahnhof. Die Linie Limburg – Frankfurt fährt über Bad Camberg und wird rege genutzt.

Alles gute Gründe, um nach Bad Camberg kommen zu wollen. Daher haben die beiden Orte jetzt eine kreisübergreifende Initiative gestartet. Die Anbindung funktioniert perfekt. Auch in Beuerbach steht eine verzinkte Bank mit dem Schild „Mitfahrbank Bad Camberg“ – direkt neben der Bushaltestelle, von der aus keine mehr Busse nach Bad Camberg fahren.

Zukunft Ortsmitte

Der Ortsbeirat hat es entsprechend bekanntgemacht: Jeder, der sich dort hinsetzt, möchte nach Bad Camberg. Seit dem Frühjahr gibt es diese Bank. Der Ortsbeirat hatte sich um Fördermittel bemüht und sie aus dem Programm „Zukunft Dorfmitte“ des Rheingau-Taunus-Kreises erhalten. Das Angebot wird gut angenommen. Kein Wunder, denn: „In Bad Camberg treffen wir ständig Beuerbacher“, sagt Gudrun Gruber.

Für den Rückweg haben sie in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Camberg ebenfalls nach einer Lösung gesucht. Hier half der Förderverein Altenhilfe Bad Camberg. 565 Euro hat der Verein für die komplette Bank gezahlt, erläutern die beiden Vorstandsmitglieder Hartmut Biegel und Felix Hartmann. Hartmann, der außerdem Erster Stadtrat in Idstein ist, war ebenso zur offiziellen „Bankeröffnung“ gekommen wie der Hünstettener Bürgermeister Jan Kraus. Sein Bad Camberger Kollege Jens-Peter Vogel drückte den Wunsch aus, „dass dies die erste von vielen weiteren Bänken“ sein werde. Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus ergänzte: In seinen Bürgersprechstunden sei die Mobilität immer wieder ein Thema. So sei wünschenswert, dass dieses gute Beispiel Schule mache.

Mehr Mobilität

Im Landkreis Limburg-Weilburg steht nun in Bad Camberg die erste Mitfahrbank. Ein anderes Beispiel für den Versuch, Menschen zu mehr Mobilität zu verhelfen, ist das Modell des Runkeler Bus’chens.

clearing

Also: Einfach auf die Bank setzen, und schon nach kurzer Zeit wird man mitgenommen. Das versichert Ortsvorsteherin Gudrun Gruber. Was übrigens auch zeige, dass das Klischee stimmt und auf dem Land jeder jeden kennt. „Auch dafür steht die Mitfahrbank: Mitmenschlichkeit, Kooperation, Kommunikation“.

Übrigens: Wer sich Gedanken über Versicherung und Haftung bei diesen Transporten macht: Für eine private Mitnahme sei keine zusätzliche Versicherung nötig, informiert der ADAC. Die normale Haftpflichtversicherung decke alles ab.

Trotz der Aktion Mitfahrbank will sich der Ortsbeirat Beuerbach auch weiterhin aktiv um eine Ausdehnung des öffentlichen Nahverkehrs (direkte Wiederanbindung Beuerbachs an die Nachbarstadt Bad Camberg) bemühen. Favorisiert wird eine Anbindung und Erweiterung der Buslinie LM 33 (Limburg – Hünfelden) über Beuerbach nach Bad Camberg. Hier erhoffen sich die Beuerbacher Unterstützung durch Hünstettens Bürgermeister Kraus und Bad Cambergs Bürgermeister Jens-Peter Vogel.

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