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Ein Dorf im Traktorfieber

Riesiger Besucheransturm beim Traktortreff in Kaltenholzhausen: Mehr als 150 Teilnehmer stellten ihre stählernen Lieblinge auf dem Gelände rings um die Moto-Cross-Strecke zur Schau. Warmes, sonniges Wetter sorgte für beste Rahmenbedingungen.
Kaltenholzhausen. 

In der Regel lieben Männer schnelle Autos, einige lieben auch schöne alte Autos. Und überraschenderweise gibt es auch Männer, die ihr Herz an langsame, schwerfällige Gefährte verloren haben: Sie sind Fans von alten Traktoren. Auch in unserer Region ist diese Spezies von Männern zu finden. Vereine wie der Traktorclub „Ackerkralle“ aus Beselich-Niedertiefenbach, die „Freunde historischer Maschinen und Traktoren Nassauer Land“ aus Niederneisen oder die „Traktorfreunde Kaltenholzhausen“ sind der Beweis. Der zuletzt genannte Verein veranstaltete am Wochenende seine mittlerweile vierte Traktorenausstellung. Auf dem Gelände, wo sonst die Moto-Cross-Maschinen dröhnen, standen die Schlüter, Ursus, Fahr, Deutz, Hanomag, Holder, Porsche, Eicher oder Lanz-Traktoren. Sie wurden bewundert, bestaunt – und mussten immer wieder mal in Betrieb gesetzt werden, denn viele „Traktorfans“ wollten ganz einfach nur den „Sound“ dieser ehemals landwirtschaftlich genutzten Arbeitsgeräte hören.

Fotos gemacht

Es wurde gefachsimpelt und erklärt, gefragt und gestaunt – oder vor, auf und neben den Traktoren für ein Foto posiert. Überall knatterte, nagelte, hustete oder stotterte eines der tollen Exemplare, und jeder Motor klang ein wenig anders. Dieser Klang, vor allem aber die Technik, sind eine wahre Freude für junge und alte Trecker-Fans. Sie hegen und pflegen diese Oldtimer und investieren viele Stunden in deren Restaurierung und Erhaltung. Neben den echten Fans, die ihr Herz an diese Gefährte verloren haben, hatten auch viele „normale“ Besucher Lust, über das große Ausstellungsgelände zu spazieren. Darunter auch etliche Familien mit Kindern. Das Organisationsteam der Kaltenholzhäuser Traktorfreunde rund um Werner Böhm hatte die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung vor den Toren der 700-Einwohner-Gemeinde wieder bestens vorbereitet und ließ neben den rund 25 eigenen „Lieblingen“ mehr als 130 Oldtimer-Traktoren aus vielen Orten in Rheinland-Pfalz und Hessen auf dem großzügigen Gelände auffahren. So waren zum Beispiel Schlepperfreunde aus Görsroth, Netzbach, Heringen, Schweighausen, Hennethal, Waldems, oder aus Dornburg, Niederzeuzheim, Aumenau, Ransel, Düren, Nauroth, Dorndorf und Asbach im Westerwald angereist, um bei dem Spektakel dabei zu sein. Viele von ihnen sind mittlerweile Stammbesucher, andere hatten von den erfolgreichen Treffen gehört und wollten diesmal dabei sein.

Dirk Klingenhagen, bei den Traktorfreunden stellvertretender Wehrführer (alle Mitglieder sind Floriansjünger bei der örtlichen Wehr) und selbst stolzer Besitzer eines MAN Baujahr 1962, zeigte sich erfreut über den guten Zuspruch, zumal gerade in diesen Tagen viele Veranstaltungen und Events in der näheren Umgebung stattfanden. Im Minutentakt waren vor allem am Sonntagmorgen die Traktoren auf dem Ausstellungsgelände eingetroffen. Und selbst gegen 14 Uhr am Nachmittag sah man noch vereinzelte Traktoren auf der B 54 in Richtung Kaltenholzhausen tuckern. Insgesamt waren Traktoren der Baujahre 1937 bis 2008 mit Leistungen zwischen acht und 360 PS auf dem Platz und boten einen Überblick über ganze Epochen, außerdem jede Menge Nostalgie, gepaart mit Technik. Dabei wurden unzählige „Dieselgespräche“ geführt. Kaltenholzhausen war für zwei Tage zum Mekka für Oldtimerfans geworden. Neben den Traktoren hatte man als Besucher auch noch die Möglichkeit, alte Landwirtschaftsmaschinen und teilweise schon antiquarische Gerätschaften zu bestaunen. Gesammelt werden solche Gegenstände von vielen Ausstellungsbeschickern, die der Nachwelt ein Stück Technikgeschichte bewahren wollen. Unter dem Gesichtspunkt der Dokumentation historischer Gegenstände leisten sie so einen wertvollen heimatgeschichtlichen Beitrag.

Quads und Streichelzoo

Bereits am Samstag lockte ein 40-Tonnen-Holzspalter immer wieder Zuschauer an, und am Sonntag feuerte Schmiedemeister Friedhelm Isselbächer aus Scheidt seine Feldschmiede an und demonstrierte sein Handwerk. Unweit der abgestellten Traktoren düste derweil der Nachwuchs mit Quads über einen kleinen Cross-Parcours oder vergnügte sich auf der Hüpfburg. Gut besucht war auch ein Streichelzoo bei dem Enten, Hühner, Hasen und Meerschweinchen darauf warteten, von den Kindern liebkost zu werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Veranstalter mit all jenen Ausstellungsteilnehmern, die bereits am Samstag angereist waren und teilweise in Zelten übernachteten, am Samstag eine zünftige „Trecker-Party“ feierten, bei der DJ Ralf Neumann für musikalische Unterhaltung sorgte.

Die Männer um Wehrführer Stefan Heuser zogen am Sonntagabend ein erfreuliches Fazit. „Wir haben die Zahlen der drei bisherigen Treffen weiter steigern können – sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern. Das motiviert natürlich schon jetzt weiter zu machen.“

(rpk)
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