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Ein Hospiz für das Leben bis zum Schluss

Dernbach. 

Seit zwei Jahren wird von Seiten der Dernbacher Katharina-Kasper-Gruppe für die Vision „Hospiz St. Thomas“ geworben. Mit dem Spatenstich für die stationäre Einrichtung startete nun die Umsetzung. Bis zum Ende des Jahres soll es acht Plätze geben. „Das Leben bejahen bis zum Schluss“, leitete die Geschäftsführerin der Katharina Kasper GmbH, Elisabeth Disteldorf, den feierlichen Akt des Spatenstichs ein, der von zahlreichen Gästen begleitet wurde.

Elisabeth Disteldorf zeigte die Situation auf, unter den schwerstkranke Menschen im Westerwald bisher leben. Sie müssen zuhause versorgt werden, denn „es fehle ein stationäres Hospiz“. Aus diesem Grund haben sich der Hospizverein Westerwald, der Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christie und die Katharina Kasper ViaSalus zusammengetan, „um diese regionale Versorgungslücke im Westerwald zu schließen“. Nach ersten Gesprächen wurde noch die Firma „HUF Haus“ für diese Vision begeistert.

2,4 Millionen Euro

Auch zeigte Elisabeth Disteldorf auf, welchen Schwierigkeiten zu meistern waren. An erster Stelle die finanzielle Situation, da für einen Hospiz-Neubau keine öffentlichen Fördermittel zur Verfügung stehen. Auch der Betrieb eines Hospizes kann in Deutschland bis heute nicht kostendeckend abgebildet werden. Daher war es notwendig an Spenden zu kommen, um die 2,4 Millionen Euro für den Bau eines Hospizes zu leisten. Und es wurde enormes geleistet. Bisher sind über 1,6 Millionen Euro zusammengekommen. Darin enthalten ist eine Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie in Höhe von 500 000 Euro.

Viele Spender

Neben dieser Großspende gab es viele Aktionen, die für das Hospiz veranstaltet wurden. So gab es eine Spende der Theatergruppe „Jedermann“, die eine Tournee im Westerwald mit 18 Aufführungen veranstaltete und am Ende 36 000 Euro überweisen konnten. Oder aber auch zwei Schülerinnen der Marienschule Limburg, die pro Osterei bei ihren Mitschülerinnen einen Euro einsammelten und am Ende 271 Euro überreichten. Aber auch 20 Euro von einem Rentner. Dies mache nicht nur fünf Prozent der Rente des Mannes aus, es drücke auch die Wertschätzung für das Hospiz aus. Elisabeth Disteldorf ist optimistisch, die Deckungslücke in Höhe von 800 000 Euro noch zu schließen.

„Von einem Meilenstein, der von allen Westerwäldern getragen wird“, sprach Landrat Achim Schwickert (CDU). Der Vorsitzende des Hospizvereins Westerwald, Heinz-Peter Rüffin, erinnerte an die Historie des Vereins. Auf 18 Jahre blickt nach seinen Worten „die schönste Bürgerbewegung im Westerwald“ zurück. Das neue Hospiz sei ein Haus für alle Westerwälder.

Nachdem auch Georg Huf, Gesellschafter der „HUF Haus“, und Schwester Simone Weber für die Stiftung der Dernbacher Schwestern das Projekt gewürdigt hatten, lag es an Pfarrer Frank Dönges und Pater Ralf Büscher, das Baufeld einzusegnen. Dies liegt auf dem Gelände des Herz-Jesu-Krankenhauses.

Viel Licht im Haus

Das Hospiz wird später acht Gästen die Möglichkeit gebe, ihre letzte Lebensphase in einer familiären und wohnlichen Atmosphäre zu verbringen. Die einzelnen Zimmer wie auch der Gemeinschaftsbereich weisen durch die offene Fachwerkarchitektur aus Holz und Glas eine großzügige, lichtdurchflutete Raumgestaltung und ein Farbkonzept mit warmen, hellen Tönen auf.

Für eine ganzheitliche Pflege und Begleitung sorgen hauptberufliche Pflegekräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in Zusammenarbeit mit palliativmedizinisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie Seelsorgern. Familienangehörige können nach Wunsch und Bedürfnis in die Pflege und Betreuung eingebunden werden. Die ersten Gäste werden Ende des Jahres in das Haus einziehen können. kdh

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