Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Spatenstich am neuen Hospiz St. Thomas in Dernbach: Für einen Tod in Würde

Die Vision „Hospiz St. Thomas“ wird wahr: Mit einem feierlichen Spatenstich begannen die Bauarbeiten in Dernbach.
Den symbolischen Spatenstich für das Hospiz übernahmen (von links) Landrat Achim Schwickert, Heinz-Peter Rüffin, Elisabeth Disteldorf, Georg Huf, Schwester Simone Weber und Alfons Donat. Foto: Klaus-Dieter Häring Den symbolischen Spatenstich für das Hospiz übernahmen (von links) Landrat Achim Schwickert, Heinz-Peter Rüffin, Elisabeth Disteldorf, Georg Huf, Schwester Simone Weber und Alfons Donat.
Dernbach. 

„Das Leben bejahen bis zum Schluss“. Mit diesen Worten leitete die Geschäftsführerin der Katharina Kasper GmbH, Elisabeth Disteldorf, den feierlichen Akt des Spatenstichs ein, der von zahlreichen Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens begleitet wurde.

Elisabeth Disteldorf zeigte die Situation auf, mit der es schwerstkranke Menschen im Westerwald in der Vergangenheit zu tun hatten. Sie mussten zu Hause versorgt werden, weil ein stationäres Hospiz fehlte. Aus diesem Grund haben sich der Hospizverein Westerwald, der Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi und die Katharina Kasper ViaSalus GmbH zusammengetan, um „diese regionale Versorgungslücke im Westerwald zu schließen“.

Auch zeigte Elisabeth Disteldorf auf, welchen Schwierigkeiten zu meistern waren: An erster Stelle die finanzielle Situation, da für einen Hospiz-Neubau keine öffentlichen Fördermittel zur Verfügung stehen. Auch der Betrieb eines Hospizes kann in Deutschland bis heute nicht kostendeckend abgebildet werden. Daher war es notwendig, Spenden zu sammeln, um die 2,4 Millionen Euro für den Bau aufzubringen. Und es wurde enormes im Westerwald geleistet.

Eigentlich müsste nur jeder der 200 000 Bewohner des Westerwaldkreises zehn Euro spenden. Bisher kamen 1 623 800 Euro zusammen. Darin enthalten ist eine Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie in Höhe von 500 000 Euro. Neben dieser Großspende gab es viele Aktionen für das Hospiz. So gab es eine Spende der Theatergruppe „Jedermann“, die eine Tournee im Westerwald mit 18 Aufführungen veranstaltete und 36 000 Euro überweisen konnte. Oder aber auch zwei Schülerinnen der Marienschule in Limburg, die eine Osteraktion starteten. Sie sammelten pro Osterei bei ihren Mitschülerinnen einen Euro und hatten am Ende 271 Euro zusammen. Aber auch 20 Euro von einem Rentner. Dies mache nicht nur fünf Prozent der Rente des Mannes aus, es drücke auch die Wertschätzung für diese Spende aus. Elisabeth Disteldorf gibt sich optimistisch, die restlichen 800 000 Euro zusammen zu bringen.

Ein „Meilenstein“

Von „einem Meilenstein in einem Projekt, das von allen Westerwäldern getragen wird“, sprach Landrat Achim Schwickert, der den Reigen der Ehrengäste am Mikrofon eröffnete. Dazu zählte auch der Vorsitzende des Hospizvereins Westerwald, Heinz-Peter Rüffin, der an die Historie des Hospizvereins erinnerte. Auf 18 Jahre blickt nach seinen Worten „die schönste Bürgerbewegung im Westerwald“ zurück. Das neue Hospiz sei ein Haus für alle Westerwälder. Nachdem auch Georg Huf, Gesellschafter der „HUF Haus“ GmbH, und Schwester Simone Weber für die Stiftung Dernbacher Schwestern diese Feier mit Grußworten begleiteten, lag es an Pfarrer Frank Dönges und Pater Ralf Büscher, das Baufeld einzusegnen.

Dies liegt auf dem Gelände des Herz-Jesu-Krankenhauses in einem Bereich, wo derzeit noch die alte Ökonomie, das Wirtschaftsgebäude der Schwestern, steht. Das Hospiz wird später acht Gästen die Möglichkeit geben, ihre letzte Lebensphase in einer familiären und wohnlichen Atmosphäre zu verbringen. Die Zimmer wie auch der Gemeinschaftsbereich weisen durch die offene Fachwerkarchitektur aus Holz und Glas eine großzügige, lichtdurchflutete Raumgestaltung und ein Farbkonzept mit warmen, hellen Tönen auf. Für eine ganzheitliche Pflege und Begleitung sorgen hauptberufliche Pflegekräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit palliativmedizinisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie Seelsorgern. Familienangehörige können je nach Wunsch und Bedürfnisse in die Pflege und Betreuung Tag und Nacht eingebunden werden. kdh

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse