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Satire: Limburgs rostrote Stelen sind ein Internet-Hit

Satiriker lieben Limburg. Ob Badewannen im Bischofshaus oder nicht mehr gespielte Kinderlieder vom Glockenturm des Rathauses. Manchmal sind es sogar Themen, die schon lange auf der Straße liegen oder besser stehen: Die drei Info-Stelen in der Innenstadt sind derzeit ein Hit im Internet.
Vor vier Jahren wurden die Säulen im rostigen Stahl-Design vorgestellt. Im Bild rechts: der damalige Bürgermeister Martin Richard. Vor vier Jahren wurden die Säulen im rostigen Stahl-Design vorgestellt. Im Bild rechts: der damalige Bürgermeister Martin Richard.
Limburg. 

Eigentlich heißt es ja jedes Jahr zu Karneval „Mainz, wie es singt und lacht“. Aber wenn es darum geht, über wen oder was gelacht wird, hat Limburg Mainz längst den Rang abgelaufen. Über den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und seine Prunksucht ist weltweit gestaunt und gelacht worden. Im vergangenen Jahr schaffte es ein von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) kurzfristig „verbotenes“ Kinderlied („Fuchs, du hast die Gans gestohlen“), Limburg in aller Welt noch bekannter zu machen; eine Veganerin hatte sich am Jäger mit dem Schießgewehr gestört. Und derzeit ist Limburg zumindest bundesweit wieder ein Thema.

Video bei YouTube

Das Satiremagazin „extra 3“ im Ersten machte sich über die drei Info-Stelen in der Innenstadt lustig. Das Video ist bei YouTube bereits mehr als 100 000 Mal gesehen worden. Zwei Stelen stehen schon seit 2014 an der oberen und unteren Bahnhofstraße; es folgte eine dritte Stele am Rathaus. Der Bildschirm funktioniert wie ein Touchscreen am Smartphone. Mit Kosten in Höhe von insgesamt 350 000 Euro waren die Stelen erstens teuer, zweitens finden sie nicht wenige Menschen hässlich, und drittens werden sie kaum genutzt.

Das zeigen auch die aktuellen Zahlen, die der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach, bekanntgab. Demnach sind im vergangenen Jahr an den drei Stelen 1139 Nutzer registriert worden. Das klingt viel, ist es aber nicht, weil es durchschnittlich gerade einmal drei Nutzer pro Tag sind – einer pro Stele. Wobei es faktisch noch weniger Personen sein dürften, weil Nutzer zwei Mal registriert werden können. Es gibt eine statistische Erfassung beim „Servicepaket“ (Infos über Gastronomie, Stadtführungen, Stadtplan, Veranstaltungen, Übernachtungen) und eine Erfassung bei „Sehenswürdigkeiten“. 496 Nutzer interessierten sich 2017 für das Servicepaket, 643 für die Sehenswürdigkeiten.

Kunst oder Infos?

Wie soll es weitergehen? Der Magistrat soll bis zur Sommerpause prüfen, ob die Stelen in Kunstobjekte umgewandelt werden können. Denn sie kosten die Stadt jedes Jahr viel Geld: 2016 kosteten Strom und Wartung insgesamt knapp 13 700 Euro, weil die Computer in den Sommermonaten aufwendig gekühlt werden müssen.

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