E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 18°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Nach 30 Jahren war die Kappensitzung die Krönung

Echte Hingucker unter der Dusche. Bilder > Foto: westerweg Echte Hingucker unter der Dusche.
Eppenrod. 

Nö, geändert hat sich nichts. Nicht bei den Verhaltensweisen der Geschlechter unter der Dusche, auch nicht beim Kappenauftritt der Eppenröder Narren. Frauen sortieren vor der Waschanlage die Wäsche nach Farbe und Temperatur, werfen im Zuge sorgfältiger Körperhygiene einen kritischen Blick auf ihren Oberkörper und stellen fest, dass Bauchtraining mal wieder ganz gut wäre. Männer hauen die Klamotten komplett auf einen ungeordneten Haufen, werden ansonsten nass, sind insgesamt aber mit sich zufrieden. In Eppenrod gehen sie alle seit 30 Jahren zu den Sitzungen, und wird es mal unordentlich (laut), zeigt Sitzungspräsident Thomas Hitschler drohend die Glocke. Der Lärmpegel sinkt prompt, meist vorübergehend.

Aus gutem Grund: Nach drei Jahrzehnten heißt es im Dorf wieder einmal: „Fassenacht ist uns ’ne Dröhnung – 30 Jahre Kappensitzung beim SVE die Krönung.“ Die Gemeinde gibt sich närrischer Unterhaltung hin und wird – wie Winfried von Eppro im Umgang mit Handwerkern – geradezu jeck. „Wenn ich’s sag in aller Schärfe, bau um, dann brauchst du gute Nerve. Du schwebst, so ist es mir gegangen, zwischen Hoffen und Bangen. Handwerker, das weiß ich heut, sind keine normalen Leut“, durfte Winfried Mäncher nach aufwendiger Fehde mit der widerspenstigen Tapete die eigene, ganz persönliche Krönung durch die Ehefrau hinnehmen: „Schatz, Du bist am falschen Platz.“

Kann „Les Misérables“ nicht passieren. „Du bist meine Liebe, mein Dorf, mein SVE, ich bleib Dir ewig treu, ich lass Dich nicht alleine“, schmetterte das Trio lautstark gehobenes Liedgut in den Saal. Den hatte Simone Roth mit einem Eingangssketch auf den Einmarsch des Elferrates vorbereitet, „de Jochen“ Friedrich die Tischrede serviert, Minigarde vorweg und rot-weiße Funken hintendrein tanzend den von Maxis, Shooters und Temptations ergänzten Showrahmen gesetzt.

Zwischen Andy von der HKG (Moog), Sähbeck-Säcken (alt und geil) sowie den üppig ausgestatteten Cooliens (die weiblichen Badegäste in Brusthöhe, die männlichen Schwimmmeister in der Bauchgegend) blieb vier SVE-Pantomimen in ihren Fan-Erinnerungen glatt die Sprache weg.

Nicht so Nicole Schmehl, Dierk Klein und beide im Duett – sie formten mit ihrem Live-Gesang das Publikum zum spät-nächtlichen Klangkörper und bereiteten den Fußballern die Bühne für den eigenwilligen Wechsel der Kategorie.

Ob die Herren beim Showtanz mit den Sensations tatsächlich mithalten konnten oder klar in Rückstand gerieten, das durfte unter den Fans jeder für sich entscheiden.

(hbw)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen