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Limburger Verein zieht Bilanz: Traum und Trauma der Tierschützer

Immer wieder entsetzt sind die Mitglieder des Tierschutzvereins über den Zustand mancher Tiere, die in ihre Obhut kommen. Der Bau eines Außengeheges für Kleintiere sorgt hingegen für große Freude.
Was Tiere bereits alles mitgemacht haben bevor sie im Tierheim landen, kann man oft nur erahnen.	Foto: Nietner Was Tiere bereits alles mitgemacht haben bevor sie im Tierheim landen, kann man oft nur erahnen. Foto: Nietner
Limburg-Weilburg. 

1011 Tiere, davon 266 Hunde, 421 Katzen und 324 Kleintiere und Reptilien, Amphibien und Wildtiere, hat das Tierheim Limburg im vergangenen Jahr aufgenommen und entsprechend viel zu tun gehabt, diese Tiere zu pflegen und sie an neue Herrchen und Frauchen zu vermitteln. Oftmals wurden diese Tiere erfolgreich vermittelt und führen nun in ihren Familien ein neues, sorgenfreies Leben.

Doch natürlich gab es neben erfreulichen Rettungsaktionen von Tieren und erfolgreichen Vermittlungen auch traurige Ereignisse. Von diesen wusste in der Jahreshauptversammlung des Vereins auch die leitende Tierpflegerin Tina Provinsky zu berichten. Sie gab Einblicke in Fälle ihres Alltags, die Tierfreunden Tränen in die Augen treiben.

So berichtete die Tierpflegerin von komplett verfilzten, mit Kot verschmierten und aufgeblähten Kaninchen, die nach ihrem Eintreffen im Tierheim eine wochenlange, liebevolle Behandlung benötigten, um wieder auf die Beine zu kommen.

Auch von „Überraschungen“ vor dem Tierheimtor wusste sie zu berichten: In einem Käfig wurden dort vier durchweichte und verängstigte Chinchillas ausgesetzt. „Kaum haben wir einen Notfall bewältigt, kündigt sich bereits der nächste an“, sagte die Tierpflegerin. Von den 324 aufgenommenen Kleintieren seien 145 Fundtiere gewesen oder solche, die „von den Besitzern als diese ausgegeben wurden“.

175 weitere Tiere wurden als Abgabetiere an das Tierheim überbracht oder kamen aus einer behördlichen Wegnahme.

In der Gesamtzahl inbegriffen seien auch 24 Tiere, für die das Tierheim Diez eigentlich zuständig gewesen sei, zehn Tiere, die nach ihren Angaben in das Zuständigkeitsgebiet des Tierheims Montabaur fielen, 19 Kleintiere, für die das Tierheim in Koblenz eigentlich zuständig sei und drei Tiere aus dem Zuständigkeitsgebiet Wiesbaden, erklärte Tina Provinsky. Sie sprach damit das Thema Zuständigkeit an, das schon sooft Thema auf Versammlungen war. Würde auch sie die Tiere abweisen, würden diese vermutlich ausgesetzt werden, befürchtet sie.

Doch nicht nur Hunde und Katzen, auch Greifvögel, Wildtiere, Marder, Schwäne und Enten finden oftmals im Limburger Tierheim eine erste Anlaufstelle. Von dort aus werden diese an engagierte Menschen wie Werner Nickmann vermittelt, der sich um verletzte Singvögel kümmert, oder an Martin Scheu, der sich Tieren wie Frettchen, Schwänen und anderen verletzten Tieren annimmt.

Auch gehört die Aufnahme von Tieren aus behördlichen Sicherstellungen zum Alltag im Tierheim. Der Zustand dieser Tiere sei manches Mal kaum zu glauben, berichtete sie. Weitab vom Vorstellungsvermögen der anwesenden Tierfreunde sei das Leid der Tiere in Rumänien, wo Straßenhunde getötet würden. Dies thematisierte Christian Weimar, der sich gemeinsam mit Reinhard Holzhausen für die Hunde im Tierheim verantwortlich zeigt.

„Ein langgehegter Traum ist wahr geworden“, berichtete Tina Provinsky über den Bau eines Außengeheges für Kleintiere. Bereits seit längerem bestand der Plan, den Tieren durch einen Auslauf das Leben im Tierheim schöner zu machen. Die Tischlerei Thorsten Teubner aus Merenberg und sein Team, unterstützen das Tierheim durch den Bau dieses Außengeheges – völlig kostenfrei, ehrenamtlich und aus eigenem Antrieb heraus.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Hartmut Grohmann. Bild-Zoom
Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Hartmut Grohmann.

Vorsitzender Hartmut Grohmann nahm die Jahreshauptversammlung zum Anlass, um langjährige Mitglieder zu ehren, die leider alle nicht anwesend sein konnten. Elvira Martin aus Hadamar ist bereits seit 35 Jahren Mitglied im Tierschutzverein. Bettina Schröder aus Kubach ist seit 30 Jahren dem Verein treu und Rosel Gollent aus Hasselbach seit 25 Jahren. Er dankte allen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und vor allem Tierheimleiterin Adelheid Noble für ihren unermüdlichen Einsatz für die Tiere.

Der Blick in die Kasse sei im vergangenen Jahr „einigermaßen zufriedenstellend gewesen“, sagte Grohmann. Dazu hätten zwei große Spenden und eine Erbschaft beigetragen, sonst sähe die finanzielle Situation anders aus. Schließlich gebe es einige große Posten wie Tierarzt- und Heizungskosten.

Das Sommerfest, das ein Jahr pausierte, soll wieder stattfinden, und zwar am Sonntag, 31. August, auf dem Tierheim-Gelände. qui

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