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Sportverein Eppenrod: Turnhalle wächst dem SV über den Kopf

Die Turnhalle und die Kosten: Der SV Eppenrod sucht nach Lösungen und möchte die Ortsgemeinde als Partner gewinnen. Zunächst soll jetzt der Investitionsstau ermittelt werden.
Die Turnhalle in Eppenrod: Unterhalt und Investitionen stellen den Sportverein als Eigentümer vor erhebliche finanzielle Probleme. Die Turnhalle in Eppenrod: Unterhalt und Investitionen stellen den Sportverein als Eigentümer vor erhebliche finanzielle Probleme.
Eppenrod. 

Nein, die Halle abgeben, sie unter Umständen an die Ortsgemeinde übertragen, das möchten die „Veteranen“ des Sportvereins (SV) Rot-Weiß Eppenrod nun wirklich nicht. Zuviel Arbeit und Energie wurden in den vergangenen Jahrzehnten in das Bauwerk investiert, von Geld ganz zu schweigen. Außerdem, so mahnte Ex-Vorsitzender Thomas Hitschler die rund 50 Teilnehmer einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, „würde sich das Vereinsleben verändern“. Negativ. Hausherr bleiben, keinen Schnellschuss wagen – diese Haltung stand letztlich doch im Kontrast zum Anliegen des Vorstands, die Halle und damit die Zuständigkeit in andere Hände zu legen.

Das Team um den Vorsitzenden Manuel Nink sieht sich einer kaum lösbaren Herausforderung gegenüber. Vereinsführung und Engagement für diverse Veranstaltungen binden bei den Rot-Weißen alle zur Verfügung stehenden Kräfte, es mangelt im Grunde an Unterstützung und Helfern. Und dann ist da die finanzielle Situation. 20 Prozent der Einnahmen generiert der Verein aus den Beiträgen seiner rund 400 Mitglieder, alle anderen Mittel müssen mit großem Aufwand über eben jene Sonderaktionen herbeigeschafft werden. Eine Garantie für regelmäßigen Erfolg gibt es allerdings nicht, der SV bleibt vom Gelingen etwa der Kultschlagernacht abhängig.

Ersparnisse schrumpfen

Reicht alles nicht. 10 000 Euro werden jedes Jahr allein für den Unterhalt der Halle aus (steigenden) Betriebskosten und Versicherung fällig. Die „freie Masse“, schließlich soll ja auch was für den Sportbetrieb übrig bleiben, ist dabei so knapp, dass an Rücklagen über Jahre hinweg nicht zu denken war. Obendrein schrumpften die Ersparnisse.

Ließe sich diese Situation noch irgendwie stemmen, bereitet ein weiterer Komplex Sorgen – der Investitionsstau. Vermutlich deutlich mehr als 70 000 Euro müssen in den nächsten Jahren für Heizung, Fenster, Türen, Bestuhlung und Außenanstrich des Anbaus aufgebracht werden. Und damit steht das recht junge Vorstandsteam wieder am Anfang der Problemkette: Die Maßnahmen würden den berufstätigen Ehrenamtlern weiteren Aufwand abverlangen.

„Wir haben definitiv ein Problem“, umriss Nink die in vier Schwerpunkte zerlegten Gründe für die außerordentliche Zusammenkunft: Belastung der Vorstandsmitglieder, fehlende Fachkompetenz bei Baumaßnahmen, die dauerhafte finanzielle Belastung des Vereins und den Erhalt der Halle als öffentliche Aufgabe. Entsprechend die Ziele für den langen Debattenabend: Transparenz schaffen über die Sachlage, eine vereinsinterne Diskussion anstoßen, das weitere Vorgehen festlegen und Rückendeckung für Gespräche mit der Gemeinde holen, um die Halle kurz- bis mittelfristig abzugeben. Denn Thema ist deren Zukunft schon seit vielen Jahren.

Genutzt wird die 1921 als Baracke angeschaffte Vereinsstätte von Fußballern, Tanz- und Gymnastikgruppen, den 115 Kindern des Vereins und für Veranstaltungen auch anderer Vereine, Privatpersonen und der Kirche. Nicht zuletzt deshalb sieht der Vorstand Verein und Halle als Bestandteil der Gemeinde, die das Grundstück kostenlos zur Verfügung stellt, den Anbau mitfinanzierte und für die Jahre 2013 und 2014 einen Energiekosten-Zuschuss gewährte. Trotzdem: Die anstehenden Investitionen seien nicht zu stemmen, warb Nink dafür, gemeinsam offen und ehrlich nach einer dauerhaften Lösung zu suchen. Seine Ansicht: Die Eppenröder Bürger hätten einen Nutzen von der Halle, deshalb sollte auch die Dorfgemeinschaft die Kosten tragen. Doch die Eigentumsrechte möchten die Mitglieder nicht vorschnell aus der Hand geben.

Mit der Gemeinde

Obwohl sich Ortsbürgermeister Oliver Lankes in der zweieinhalbstündigen Diskussion zurückhielt, dürfte allen Beteiligten klar sein, dass sich die Gemeinde nicht einfach einen Investitionsblock im vermutlich sechsstelligen Bereich in den ohnehin defizitären Haushalt laden kann. Angetrieben von der Einsicht, dass es nur mit einem Partner weitergehen kann, entwickelte sich in der Versammlung eine Art Kompromiss. Verein und Gemeinde sollen zusammen die Kosten für anstehende Maßnahmen ermitteln, und dann soll gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

(hbw)
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