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Gemeindefriedhöfe: Unbekannte haben Grableuchten von Friedhöfen gestohlen

In Hünfelden erregt derzeit ein sensibles Thema die Gemüter: Unbekannte machten sich über Gräber der Gemeindefriedhöfe her und entwendeten Grableuchten. Während die Angehörigen schwer getroffen sind, kann die Gemeinde nichts gegen die Übeltäter ausrichten.
Immer wieder werden teure Grablichter und frische Blumen gestohlen. In den vergangenen Monaten haben habgierige Unbekannte auch in Hünfelden zugeschlagen. Foto: Leoni Dowidat Immer wieder werden teure Grablichter und frische Blumen gestohlen. In den vergangenen Monaten haben habgierige Unbekannte auch in Hünfelden zugeschlagen.
Hünfelden. 

Zunächst hatte sie gar nicht bemerkt, dass etwas fehlt. „Ich habe mich über das Grab meines Mannes gebeugt, weil der Blumenstrauß darauf umgefallen war“, berichtet Margot Weidemann aus Hünfelden-Mensfelden. Dann habe sie es gesehen: Jemand hat das metallene Grablicht auf der Steinplatte des Einzelgrabs auf dem Mensfeldener Friedhof entfernt, wahrscheinlich in der Nacht vom 24. auf den 25. November. Und zwar nicht einfach nur böswillig zerstört oder abgeschlagen: Fachmännisch abgetrennt habe es ausgesehen, so Margot Weidemann.

Die Rentnerin ist damit nicht allein: Vor allem im November häuften sich die Vorfälle von Diebstählen an Gräbern in der Gemeinde Hünfelden. Alleine in der Woche, in der Margot Weidemann das gestohlene Grablicht meldete, gingen im Ordnungsamt im Kirberger Rathaus drei Meldungen ein.

Hohe Dunkelziffer

Das berichtet Helga Natz, Mitarbeiterin des Hünfeldener Ordnungsamts. „Von der Dunkelziffer jener, die sich nicht gemeldet haben, ganz zu schweigen“, so die Gemeindemitarbeiterin. Denn der Gemeinde Hünfelden sind die Hände gebunden. „Es handelt sich hier um eine Straftat, die bei der Polizei angezeigt werden muss. Alles, was wir tun können, ist Meldung erstatten und das Ganze öffentlich machen“, erklärt sie.

Dieser Pflicht ging die Gemeinde in einem Aufruf im Hünfeldener Mitteilungsblättchen nach, der vor wenigen Wochen erschien. „Es ist bedauerlich, dass respektlose Menschen selbst auf unseren Friedhöfen das Eigentum anderer nicht achten, gerade an solch sensiblen Orten der Trauer und des Gedenkens“, äußerte sich darin Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer über die Vorfälle. Denn nicht nur in Mensfelden schlugen die Täter zu, auch im Hünfeldener Ortsteil Nauheim verschwanden mehrere Grableuchten aus Metall.

Für Margot Weidemann war die Entdeckung am 25. November ein tiefer Schock. „Ich war erst einmal wirklich durcheinander“, berichtet sie. Mit dem Grab ihres Mannes habe sie sich viel Mühe gegeben, und den Diebstahl der Grableuchte empfindet sie als gravierenden Einschnitt in ihre Privatsphäre. „Vor allem für ältere Menschen ist es schlimm, wenn vom Grab eines Angehörigen irgendetwas gestohlen oder zerstört wird“, erzählt auch Helga Natz von ihren Erfahrungen. „Für viele von ihnen sind die Grabstätten ein sehr intimer Ort der Trauer. Oft kümmern sich die Hinterbliebenen intensiv darum und stecken sehr viel Zeit in die Gestaltung und Pflege des Grabs. Das macht die ganze Sache umso schlimmer.“ Unmenschlich sei solch ein Verhalten. Helga Natz fehlen geradezu die Worte.

Besonders schlimm ist jedoch, dass die Täter in solchen Fällen selten gefasst werden können. „Es war nur eine kurze Episode, in der die Diebstähle passiert sind“, sagt Helga Natz. Seitdem seien ihr keine weiteren Vorfälle zugetragen worden.

Die Friedhöfe nun nachts abzuschließen ist derzeit jedoch nicht geplant. Angesichts der niedrigen Friedhofstore und Umrandungen erfülle diese Maßnahme auch nicht den gewünschten Zweck. „Wer wirklich auf den Friedhof möchte, kommt dort trotzdem durch“, meint Helga Natz etwas resigniert. Zumal das Ganze auch tagsüber passieren kann. Stattdessen rufe die Gemeinde ihre Bürger zur Vorsicht und Aufmerksamkeit auf. „Wenn jemand zu später Stunde noch über den Friedhof schleicht, sollte man schon einmal aufmerksam werden“, rät sie.

Hinweise zu den Tätern nimmt Helga Natz im Ordnungsamt unter der Rufnummer (0 64 38) 8 38 31 entgegen.

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