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Spende: Arconic-Konzern: Eine halbe Million für Schulförderung

Von Die Kelkheimer Niederlassung das US-Konzerns Arconic hat jetzt wieder rund 30 000 Euro mitgebracht für drei weiterführende Schulen und die Stadt.
Konzentriert bei der Sache: Mert, Fabio und Lilli (v. l.) bauen ein Floß aus dem Sortiment der „Technik-Türme“ der Anne-Frank-Schule. Konzentriert bei der Sache: Mert, Fabio und Lilli (v. l.) bauen ein Floß aus dem Sortiment der „Technik-Türme“ der Anne-Frank-Schule.
Kelkheim. 

Fabio (12), Lilli (12) und Mert (11) sind beschäftigt. Dass ein Tross von Erwachsenen in der 6. Klasse der Anne-Frank-Schule hereinspaziert, stört sie kaum. Bei dem Trio können alle sehen, wie ein kleines Floß entsteht – fachmännisch verbinden die Drei die Korken als Schwimmer mit Zahnstochern. Mert findet diese Aufgabe „super cool“. Lilli schwärmt von dem Gesamtprojekt der „Technik-Türme“, das in Holland entwickelt wurde, wo es ein Drittel aller Schulen nutzen. Lilli findet es gut, „dass es hier so unterschiedliche Aufgaben gibt“. Der Blick in die bunten Holzregele, die wie Türme verziert sind, bestätigt das: Dort finden sich jede Menge Plastikkisten mit Projekten – von der Zahnradkonstruktion über den Stromkreis bis zu Seifen und dem Kompass. Erfinderin Virgine Gmelich Meijling-van Dooren aus Holland ist bei der Präsentation dabei.

Konzern-Philosophie

Die Gäste schauen sich die „Technik-Türme“ mit Begeisterung an. Vor allem Axel Vandeputte, Geschäftsführer der Kelkheimer Niederlassung der Firma Arconic, die in der Metallverarbeitung tätig ist. Über die Arconic Foundation unterstützt der US-Konzern seit Jahren Projekte. Vor allem in Kelkheim sei eine knappe halbe Million Euro ausgeschüttet worden, so Vandeputte. Beim Termin an der Schule will er sich nicht nur die Verwendung anschauen – er hat auch einen neuen Scheck über 35 000 Dollar (rund 30 000 Euro) mitgebracht.

Nachhaltigkeit wichtig

Die Empfänger sind begeistert. Einer ist die Stadt. „Besser kann man es sich gar nicht wünschen: Sie fordern selten etwas, Sie geben nur“, lobt Bürgermeister Albrecht Kündiger. Vor allem hebt er die „Verantwortung für den Jugend- und Bildungsbereich“ hervor. Die Stadt profitiert durch die Finanzierung der Bildungs- und Ausbildungsmesse „Jubizu“ alle zwei Jahre. Am 21. September werden sich in der Stadthalle Arbeitgeber präsentieren, um jungen Leuten Perspektiven aufzuzeigen. Auch der Ausbau des BMX-Parcours wurde unterstützt. Selbst die Radstrecke passe zur Vorgabe, sich mit Projekten aus dem Bereich der MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu bewerben, sagt Petra Bliedtner, Leiterin des städtischen Amtes für Jugend und Integration. Denn es müsse ja ausgerechnet werden, wie viel Erde BMX-Fahrer für neue Hügel oder wie viel Farbe sie für den Anstrich des Bauwagens brauchen. „Diese Nachhaltigkeit ist wichtig“, sagt sie.

Laut Vandeputte soll die Förderung weitergehen. Warum der Schwerpunkt auf „MINT“ liege? „Technik dringt in viele Bereiche und Anwendungen. Wenn wir die Jugend zukunftsfähig machen wollen, müssen wir sie hier unterstützen.“ Wünschen würde er sich mehr Frauen und Mädchen in solchen Projekten. „Auch wir tun uns unheimlich schwer, weibliche Kandidatinnen zu finden“, sagt der Chef von rund 150 Mitarbeitern.

In der neuen Robotix-AG der Gesamtschule Fischbach sind Mädchen Fehlanzeige. Dafür sind Lukas und David (beide 14) beim Präsentationstermin Feuer und Flamme. Sie haben Roboter mitgebracht, die sogar Hindernisse erkennen und durch ein Labyrinth fahren können. Eine Handysteuerung sei geplant. Schulleiter Timo List nennt die Fahrradwerkstatt, die auch dank Arconic initiiert werden konnte. An der Eichendorffschule greift die Förderung der Intensivklasse für Flüchtlinge und der Praxisklasse (mit Hauptschulabschluss) unter die Arme. „Das sind jeweils Schüler, die es nicht leicht haben im Leben“, betont Schulleiter Stefan Haid. Mit Lernmaterialien für Mathe und Naturwissenschaften erhalten sie Hilfen. Wichtig sei es für sie, die „Bildungssprache zu lernen“.

Das Netzwerk in Kooperation mit Arconic werde weiterentwickelt, freuen sich auch Schulleiterin Claudia Reimann und Niko Kresimon, Stellvertretender Leiter der Anne-Frank-Schule. Im Beratungs- und Förderzentrum sind die „Technik-Türme“ jetzt der Volltreffer geworden. Entdeckt von den Lehrerinnen Esther Bernard und Larissa Diehl auf einer Bildungsmesse, ist damit laut Kresimon nun ein „handlungsorientiertes Lernen mit Kopf, Herz und Händen“ möglich.

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